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Der Visionär

Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge hielt es im Nachhinein für ein „Harakiri-Unternehmen“, dass er sich 1974 dem FC Bayern anschloss. Dreimal in Folge hatte der Klub damals gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Wie sollte da ein unbekannter 18-jähriger Stürmer von Borussia Lippstadt den Durchbruch schaffen?

Aber Rummenigge hat es geschafft. Schon in seiner zweiten Saison beim FC Bayern (1975/76) war er Stammspieler, am 6. Oktober 1976 debütierte er in der deutschen Nationalmannschaft. Dynamik, Schnelligkeit und Entschlossenheit beschreiben sein Auftreten auf dem Fußballplatz. Dazu kam ein unglaublicher Torriecher: Statistisch traf er praktisch in jedem zweiten Spiel, 162 Tore in 310 Bundesligaspielen. Hinter Gerd Müller erzielte er die meisten Tore für den Rekordmeister.

Titel in Hülle und Fülle

Auszeichnungen und Titel hat Rummenigge mit dem FC Bayern in Fülle gewonnen: Bundesliga-Torschützenkönig (1980, 1981, 1984), Fußballer des Jahres in Deutschland (1980) und Europa (1980,1981), Weltpokalsieger (1976), Gewinner des Landesmeister-Cups (1975, 1976), Pokalsieger (1982, 1984), Deutscher Meister (1980, 1981). 1980 wurde er mit der Nationalmannschaft außerdem Europameister.

1984 verließ Rummenigge den FC Bayern. Für die damalige Rekordablösesumme von rund elf Millionen D-Mark wechselte er zu Inter Mailand, wo er bis 1987 spielte. Bei Servette Genf ließ er seine Karriere ausklingen (1987-1989). „Ich nehme gern Abschied, denn ich habe meinen Job 15 Jahre lang total ausgelebt und ausgekostet“, sagte er nach seinem Rücktritt. Für Schlagzeilen hatte der Musterprofi immer nur auf dem Rasen gesorgt, nie außerhalb. Ein Skandaltyp wollte er nicht sein, auf korrektes Auftreten legt er bis heute Wert.

Als „Visionär“ zurück zum FCB

Zum FC Bayern kehrte Rummenigge 1991 zurück, als der Verein gerade ein weniger erfolgreiches Jahr durchmachte. Als Vize-Präsident brachte er den Klub gemeinsam mit Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß wieder auf Erfolgskurs. Als „Fußball-Visionär“ wurde er bald betitelt, und als „Außenminister" des Rekordmeisters. 2002 übernahm er als Vorstandsvorsitzender der neu geschaffenen FC Bayern AG das Ruder. In nationalen und internationalen Gremien vertritt er den FC Bayern und den deutschen Fußball, seit 2008 ist er Vorsitzender des europäischen Klubvereinigung ECA.