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Franck Ribery

Ein Superstar - kein Aprilscherz

Für den ehemaligen Weltstar Zinedine Zidane ist er ein „Juwel des französischen Fußballs“, für Superstürmer Thierry Henry „ein Albtraum für jede Abwehr“ - auf Franck Riberys Qualitäten angesprochen, geraten selbst seine Mitspieler aus der französischen Nationalmannschaft ins Schwärmen. Ab der kommenden Saison wird der 24-jährige Mittelfeldspieler diese Qualitäten im Bayern-Trikot mit der Nummer „7“ präsentieren. Doch wer ist dieser Mann eigentlich, für den der FC Bayern einen neuen Ablöserekord aufgestellt hat?

Riberys Lebenslauf erinnert ein wenig an die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär. Am 1. April 1983 im nordfranzösischen Boulogne-sur-Mer geboren, wächst er in einfachen Verhältnissen und einem schwierigen sozialen Umfeld auf. In der Siedlung der Familie Ribery liegt die Arbeitslosenquote bei knapp 60 Prozent. Mit knapp drei Jahren erlebt Franck einen Autounfall, der ihn für sein Leben zeichnen sollte. Bei einem Sturz durch eine Windschutzscheibe trägt er eine lange Narbe über die rechte Gesichtshälfte und die Stirn davon.

Vom Internat auf die Baustelle

Nachträglich betrachtet machte ihn der Unfall jedoch stärker, weckte seine Motivation, es allen zu zeigen. „Ich war ein Kämpfer“, erinnert sich Ribery. Schon früh macht er mit seinem fußballerischen Talent auf sich aufmerksam. Mit 13 wird er ins Ausbildungszentrum von OSC Lille aufgenommen, doch wegen Schulproblemen fliegt er vom Internat und kehrt zu seinen Eltern zurück.

Ribery spielte zunächst wieder bei seinem Heimatklub, später bei dem unterklassigen Verein Olympique Alès. Immer wieder gibt es Geldprobleme, zwischenzeitlich verdient er sich an der Seite seines Vaters als Bauarbeiter etwas hinzu. „Das war eine Lehre für mich“, sagt Ribery rückblickend. Kurze Zeit später heuert er beim Drittligisten Stade Brest an. „Da habe ich angefangen, ernsthaft zu schuften.“

Für die Gala-Fans ist er FerraRibery

Franck wird in dieser Saison Stammspieler und Leistungsträger. Über seine algerische Frau Wahiba konvertiert er zum Islam. „Für mich war der Glaubenswechsel unausweichlich geworden. Der Islam hat mir geholfen, in bestimmten schwierigen Momenten innere Ruhe zu finden.“ Nach einem erfolgreichen Jahr in Brest ging die Reise weiter zum FC Metz in die erste französische Liga, wo er im August 2004 gleich zum Spieler des Monats in der Ligue 1 gewählt wird.

Doch wieder kommt ihm etwas dazwischen. Nach einem Vorfall in einem Nachtklub verweigert ihm der Präsident eine schon versprochene Gehaltserhöhung und Ribery wechselt im Winter zu Galatasaray Istanbul in die Türkei. Dort wird er schnell zum Liebling der Fans, die ihm aufgrund seiner Schnelligkeit den Spitznamen „FerraRibery“ verpassen. Mit einem Tor und zwei Vorlagen trägt er maßgeblich dazu bei, dass „Gala“ 2005 den türkischen Pokal gewinnt - bis heute der einzige Titel in Francks Karriere.

WM-Tunier wird zu Riberys Durchbruch

Da ihm Galatasaray aber über drei Monate kein Gehalt überwies, wechselt er im Sommer ablösefrei zurück nach Frankreich, wo er bei Olympique Marseille anheuert. Seinem sportlichen Aufstieg tat dies aber keinen Abbruch - im Gegenteil. Unter seinem ehemaligen Trainer Jean Fernandez - beide kannten sich aus gemeinsamen Tagen in Metz - wird er auch beim Traditionsklub am Mittelmeer zum Leistungsträger.

Nach einer starken Saison debütiert er kurz vor der Weltmeisterschaft in der „Equipe Tricolore“. Franck springt nach guten Leistungen im letzten Moment auf den WM-Zug auf. Beim Turnier in Deutschland ist er einer der (wenn nicht sogar DER) auffälligsten Spieler und weckt das Interesse europäischer Spitzenklubs wie Real Madrid, Arsenal London, Olympique Lyon und eben des FC Bayern. „Es gibt keinen auf der Welt, der mit dem Ball so beschleunigt wie er“, sagte Henry über seinen Mitspieler, der maßgeblichen Anteil am Einzug der Franzosen ins Finale hat.

Bayern bleiben hartnäckig

Marseille-Präsident Pape Diouf erklärt Ribery nach dem Turnier als unverkäuflich, gibt ihm aber die Zusage, unter bestimmten Bedingungen ein Jahr später wechseln zu können. Die Bayern bleiben hartnäckig am Drücker - Landsmann Willy Sagnol berichtet ihm bei Treffen in der Nationalmannschaft immer wieder, wie schön es als Profi in München ist - und überzeugen Ribery schließlich zu einem Wechsel an die Säbener Straße.

„Ich fühle mich auf den Außenbahnen zuhause, links oder rechts, presche aber auch gerne mit dem Ball am Fuß durch die gegnerische Defensive. Ich mag die Eins-gegen-Eins-Situationen“, charakterisierte Ribery bei seiner Vorstellung in München seine Spielweise. Mit diesen Fähigkeiten soll er nun mithelfen, den FC Bayern zurück in die Erfolgsspur zu führen.

„Bienvenue à Munich, Franck, et bonne chance!“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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