Wenn man nur die reine Minutenzahl nimmt, dann waren es bis Samstag fast 750, in denen Lukas Podolski kein Treffer in einem Bundesligaspiel gelang. 750 Minuten ohne Tor - es wird nicht viele Stürmer auf der Welt geben, die nicht schon mal eine ähnlich lange Durststrecke überstehen mussten. Aber 384 Tage?
Am 11. März 2007 erzielte Podolski das 1:0 beim Heimspiel gegen Werder Bremen – Endstand 1:1. Erst über ein Jahr später war ihm wieder ein Erfolgserlebnis bei einem Ligaspiel vergönnt. „Ich bin immer glücklich wenn ich treffe“, sagte der 22-Jährige gewohnt emotionsfrei nach seinem Tor zum 1:1-Endstand beim 1. FC Nürnberg.
Podolski sticht als Joker auch in der Schweiz
Es war gleichzeitig Podolskis erstes Joker-Tor in der Bundesliga, denn wie meistens zuvor in dieser Saison erlebte der Ex-Kölner auch in Nürnberg den Anpfiff als Ersatzspieler. Trainer Ottmar Hitzfeld schickte zunächst Luca Toni und Miroslav Klose ins Rennen, ehe er nach dem Seitenwechsel Podolski für den glücklosen Klose einwechselte.
Er sei aufgrund seiner Reservistenrolle zwar nicht sauer auf Hitzfeld, „aber ehrlich gesagt: Ich habe die Nase voll von der Bayern-Bank“, sagte Podolski unter der Woche in einem „Bild"-Interview nach dem Länderspiel in der Schweiz. Auch da hatte er getroffen - als Joker. „Ich bin kein Einwechselspieler, mein Ziel ist es Stammspieler zu werden“, erklärte „Poldi“ am Samstag.
Hitzfeld: 'Das Tor wird ihm Auftrieb geben'
„Ich finde es schön, dass Lukas heute getroffen hat, aber ich gehe davon aus, dass Stürmer dafür bezahlt werden. Jeder muss einen Teil zum Erfolg beizutragen und heute hat er einen schönen Teil dazu beigetragen“, sagte Manager Uli Hoeneß, der Podolski Situation beim FCB sowieso völlig unaufgeregt beurteilt: „Ich verstehe das ganze Theater um ihn überhaupt nicht. Lukas ist bei uns längst integriert in der Mannschaft.“
„Er ist auf einer Stufe wie die anderen Stürmer auch“, unterstrich auch Hitzfeld, der vor kurzem schon von einem offenen Konkurenzkampf im Sturm sprach (fcb.de berichtete). Der Bayern-Coach freute sich über Podolskis gute Form („Er ist heute explodiert auf dem Platz“) und ist sich sicher: „Das Tor wird ihm Auftrieb geben.“
Zur Belohnung ein Startplatz gegen Getafe?
Und vielleicht sogar einen Startplatz im UEFA-Cup-Spiel am Donnerstag gegen Getafe bringen. In diesem Wettbewerb traf der Nationalstürmer in dieser Saison bereits fünf Mal ins Schwarze. Podolski sagte: „Ich versuche gut zu trainieren und dann sehen wir, wen der Trainer aufstellt.“
Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser


Themen dieses Artikels