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Sonntag gegen den Meister

FCB vor Vorentscheidung im Titelrennen

Als Werder Bremen und der FC Schalke 04 um ihre letzte Meisterchance kämpften, schaute beim FC Bayern erst einmal keiner hin. Pünktlich zum Anstoß der Samstagsspiele in der Bundesliga begann in München das Abschlusstraining, erst mit dem Schlusspfiff kehrten die letzten Spieler und Trainer ins Profi-Haus zurück und sahen dort die Ergebnisse am Bildschirm: Bremen 3:3 in Karlsruhe, Schalke 1:0 in Hamburg - rein rechnerisch kann der FC Bayern damit am fünftletzten Spieltag die Meisterschaft zwar noch nicht perfekt machen, aber immerhin eine Vorentscheidung herbeiführen.

Mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (ab 16.45 Uhr im Liveticker und im FCB.tv-Webradio) würde der FC Bayern seinen beiden punktgleichen Verfolgern in der Tabelle auf zwölf Zähler davonziehen. Angesichts der mit Abstand besten Tordifferenz und dann nur noch vier verbleibenden Spielen wäre den Münchnern die Meisterschaft so nur noch theoretisch zu nehmen. „Wir sind topmotiviert, die drei Punkte zu holen und der Meisterschaft wieder ein Stück näher zu kommen“, sagte Ottmar Hitzfeld.

Revanchegelüste beim FCB

In der Allianz Arena wird am Sonntag ohnehin alles andere als ein „normales“ Bundesligaspiel stattfinden. Es trifft der souveräne Tabellenführer auf den amtierenden Titelträger, das beste Rückrundenteam (FCB) auf das zweitbeste (VfB), die zweikampfstärkste Mannschaft (VfB) auf die zweitzweikampfstärkste (FCB), beide Teams waren zudem bislang die torgefährlichsten in der Rückrunde (je 24 Treffer).

Und da war ja noch das Hinspiel. 1:3 verloren die Bayern im letzten November, es war die einzige Niederlage für die Bayern in der Hinrunde. „Da ist natürlich noch eine Rechnung offen“, sagte Hitzfeld, „wir brennen darauf, das wieder gutzumachen.“ Gleichzeitig steht diese Revanche aber auch im Schatten des UEFA-Cup-Halbfinals gegen St. Petersburg. Drei Tage zuvor fand das Hinspiel statt, vier Tage später steigt das Rückspiel.

Die Bayern rotieren

Um Kräfte zu sparen, aber auch um frische Spieler zu bringen, kündigte Hitzfeld daher gegen Stuttgart mehrere Änderungen in seiner Startformation an. „Ich werde ein paar Spieler rausnehmen, um der Belastung standzuhalten“, sagte der FCB-Cheftrainer, der die Partie auch als Chance sieht „für andere Spieler, die von der Bank kommen. Es ist sehr wichtig für mich, dass ich diesen Spielern mal wieder eine Chance geben kann.“

Die Rotation ist aber nicht nur notwendig, um mit den Kräften zu haushalten, sondern auch um angeschlagene Spieler zu ersetzen. Der Einsatz von Philipp Lahm (Adduktorenprobleme) und Oliver Kahn (Rückenprobleme) ist fraglich, beide nahmen ebenso wie Lucio nicht am Abschlusstraining teil. Überraschend mittrainiert hat allerdings Miroslav Klose (Nasenbeinbruch), dessen Einsatz Hitzfeld am Vortag noch ausgeschlossen hatte.

Duell der Torjäger

Auf jeden Fall spielen dürfte Luca Toni, der zuletzt im UEFA-Cup eine Gelb-Sperre absitzen musste. Mit 20 Treffern führt der Italiener die Torschützenliste der Bundesliga klar an, sein hartnäckigster Verfolger spielt in Stuttgart. Ob Mario Gomez (15 Tore) aber auflaufen wird, ließ VfB-Trainer Armin Veh offen, nachdem der deutsche Nationalstürmer erst am Donnerstag nach überstandenem Muskelfaserriss ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war.

Sicher fehlen werden den Schwaben Fernando Meira (Schulterverletzung), Thomas Hitzlsperger (Risswunde am Knie) und Sami Khedira (muskuläre Probleme). Man fahre mit Respekt, aber ohne Angst nach München, betonte Veh, für den die Meisterschaft längst entschieden ist. „Dass die Bayern Meister werden, ist keine Frage.“ Der noch amtierende Titelträger wird aber mit Sicherheit alles daran setzen, seinem wahrscheinlichen Nachfolger auch im Rückspiel ein Bein zu stellen. Hitzfeld jedenfalls erwartet „ein heißes Spiel.“

Starke FCB-Serien

Rein statistisch kann der FC Bayern aber optimistisch in die Partie gehen. Seit 15 Heimspielen sind die Münchner in der Liga unbesiegt, auch keines der letzten 19 Sonntagsspiele wurde verloren. Der VfB Stuttgart hingegen blieb in seinen letzten drei Auswärtsspielen sieglos - und diese Serie soll sich in der Allianz Arena fortsetzen. Hitzfeld sagte: „Wir haben ein ausverkauftes Haus, wollen unseren Zuschauern ein gutes Spiel bieten und drei Punkte holen.“ Und die Meisterschaft damit fast perfekt machen.

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