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Duell um die Kanone

'Il Bomber' gegen 'Super-Mario'

Luca Toni hatte wirklich alles versucht. Unermüdlich war er jedem Ball hinterher gejagt, immer wieder hatte er sich im Strafraum anspielbereit gelaufen, aber alles vergeblich. Entweder hatte die Bielefelder Abwehr eine Mauer um ihn aufgezogen, die kein Ball durchdringen konnte, oder er scheiterte an Arminen-Torwart Rowen Fernandez, schoss oder köpfte am Tor vorbei oder wurde wegen Handspiels und Abseits vom Schiedsrichter zurückgepfiffen. Die Tore zum 2:0-Sieg der Bayern schossen am Mittwochabend andere, „Il Bomber“ ging leer aus.

„Luca hat heute unbedingt ein Tor schießen wollen, hat es aber nicht geschafft“, sagte Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff, Ottmar Hitzfeld meinte, seinem Toptorjäger habe „leider das nötige Glück gefehlt“. Zwei Bundesligaspiele in Folge hat Toni somit nicht getroffen, was keine beunruhigende Bilanz ist, aber gerade jetzt für Anspannung sorgt. Denn der Vorsprung des italienischen Weltmeisters in der Torschützenliste schmilzt.

Gomez holt auf

Mit 21 Toren liegt der Bayern-Bomber nach wie vor an der Spitze der Rangliste, doch Mario Gomez vom VfB Stuttgart ist ihm auf den Fersen. Um zwei Treffer erhöhte der deutsche Nationalstürmer am letzten Spieltag sein Torekonto (18 Treffer), insgesamt verkürzte er den Abstand zu Toni in den letzten beiden Partien von sechs auf drei Tore.

In den verbleibenden zwei Spielen spitzt sich das Duell um die Torjägerkanone somit noch einmal zu, zumal Toni höchstens noch im Saisonfinale gegen Hertha BSC nachlegen kann. In Duisburg fehlt er aufgrund einer schmerzhaften Blessur des Wadenbeinköpchens. Gomez hingegen kann mit dem VfB noch zwei Mal treffen: am Samstag in Wolfsburg und in einer Wochen zuhause gegen Bielefeld.

'Man muss locker bleiben'
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„Es wäre nicht schlecht, wenn wir den Torschützenkönig in unseren Reihen hätten“, versprach Mark van Bommel volle Untestützung für den FCB-Torjäger. Auf dem Platz wollten die Bayern schon gegen Bielefeld am liebsten jeden Ball zu Toni passen. „Die Mannschaft hat heute für Luca gespielt, Ribéry wollte jede Flanke auf ihn zirkeln“, meinte Hitzfeld. „Die Spieler wollten ihn immer wieder anspielen, damit er sein Tor macht. Das ist aber nicht gelungen“, sagte Hoeneß.

Vielleicht gerade deswegen, weil sich die Mannschaft zu sehr für ihren Torjäger bemühte, vermutete Van Bommel nach dem Spiel. „Man darf sich nicht darauf fixieren, sondern muss locker bleiben“, sagte der Holländer, „man hat ja gesehen: Wenn man jedes Mal den Ball zu ihm spielt, gelingt es nicht.“ Und überhaupt: Vielleicht muss Toni ja überhaupt nicht mehr treffen. Drei Tore muss „Super-Mario“ erst einmal aufholen.

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