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Lehrstunde für Aalen

Müller und Fürstner machen Gerland froh

Wenn sich Hermann Gerland nach einem guten Spiel seiner Mannschaft selbst etwas Gutes tun möchte, dann belohnt er sich mit einem ganz speziellen Getränk. „Dann fahre ich nach Hause und trinke einen schönen Whiskey-Cola“, verriet der Coach der Bayern-Amateure am Mittwoch im Live-Chat bei FCB.tv.

Wahrscheinlich hätte sich der „Tiger“ am Abend sogar einen doppelten Whiskey-Cola gegönnt. Grund dazu hätte er freilich gehabt. 4:0 gewannen die „kleinen“ Bayern das Heimspiel in der 3. Liga gegen den VfR Aalen und feierten damit ihren höchsten Saisonsieg. Gerland verzichtete allerdings aufgrund eines Trauerfalls in der Familie auf alkoholische Mixgetränke. Noch am selben Abend machte er sich auf dem Weg in seine Heimatstadt Bochum.

Trotz alledem wird der 54-Jährige ein paar schöne Erinnerungen an das Spiel seiner Mannschaft mit auf die Reise genommen haben. „Wir haben verdient gewonnen, auch wenn der Sieg vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist", sagte Gerland in der Pressekonferenz nach dem Schlusspfiff. Seine Spielanalyse fiel kurz und prägnant aus: „Die erste Hälfte war enttäuschend, wir haben viele Bälle verloren. Die zweite Hälfte war in Ordnung.“

In der Tat sah es nach 45 schwachen Minuten beider Teams nicht nach einem Torfestival aus. Bei widrigen äußeren Bedingungen und schwer bespielbaren Geläuf kam der FCB II kaum zu klaren Aktionen, spielerisch ging gar nichts zusammen. Nach dem Seitenwechsel erlebten die 500 Zuschauer im Stadion an der Grünwalder Straße allerdings eine ganz andere Heimelf.

Gerlands erfolgreiche Pausenmaßnahmen

Daran hatte Gerland mit einer ordentlichen Pausenansprache sicherlich seinen Anteil. Zudem konnte sich der Coach endlich auch mal über ein gutes Händchen bei einer Auswechslung freuen. Für den unglücklich agierenden Yannick Kakako schickte er Stephan Fürstner ins Rennen und der gab gleich die tolle Vorarbeit zum Führungstreffer von Thomas Müller (48.).

„Normalerweise wechsle ich einen schlechten Spieler aus und bringe einen, der dann noch schlechter ist. Diesmal war es nicht so. Fürstner hat seine Sache prima gemacht“, lobte Gerland seinen „Joker“, der später auch noch die Vorlage zum Treffer Marke „Tor des Monats“ von Maximilian Haas (83.) gab.

Müller macht den Unterschied

Mann des Abends war aber eindeutig Thomas Müller. Das 19-jährige große Sturmtalent brachte unter den Augen von Jürgen Klinsmann seine Mannschaft mit zwei astreinen Toren unmittelbar nach dem Seitenwechsel (48./50.) auf die Siegerstraße. Einen dritten Müller-Treffer verhinderte Aalens Keeper Tobias Linse nur auf Kosten eines Foulelfmeters, den dann FCB II-Schlussmann Hans Jörg Butt ganz sicher verwandelte (68.).

„Meine Mannschaft hat eine Lehrstunde in Sachen Effektivität erhalten. Und der Unterschied hieß heute Müller“, sagte VfR-Coach Petrik Sander nach der „grausigen zweiten Hälfte“ der Schwaben. „Ich glaube, in der ersten Halbzeit stand der Zwillingsbruder von Thomas auf dem Feld“, scherzte Gerland: „Wie er dann in der zweiten Hälfte aufgetreten ist, so stell‘ ich mir das vor.“ Damit meinte er auch Müllers Mitspieler.

„Nach der Pause haben wir als Mannschaft richtig gut gespielt“, meinte Torjäger Müller, nachdem er sich im Kabinengang auch ein Lob vom bestens gelaunten Uli Hoeneß für seine Saisontore 11 und 12 abgeholt hatte. Der Bayern-Manager war an diesem Abend an der Seite von Klinsmann Tribünengast und dürfte sich nach dem Schlusspfiff in seiner Einschätzung bestätigt gefühlt haben, in der kommenden Saison vorerst keinen weiteren Stürmer für die Profis verpflichten zu wollen, sondern Nachwuchsmann Müller eine Chance im Kader zu geben. Gerland ist jedenfalls überzeugt: „Thomas kann Stammspieler beim FC Bayern werden.“

Für fcbayern.de im Grünwalder Stadion: Dirk Hauser

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