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'Extrem enttäuschend'

Bayern noch auf Formsuche

Frustriert und mit hängenden Köpfen verließen die Spieler des FC Bayern am Samstagabend das Mainzer Bruchwegstadion. Nach der knappen 1:2 (0:2)-Niederlage gegen den rheinhessischen Aufsteiger wartet der Rekordmeister nach dem dritten Bundesligaspieltag noch immer auf das erste Erfolgserlebnis in der jungen Saison und sucht nach den viel versprechenden Auftritten in der Vorbereitung weiter nach seiner Form.

„Wir brauchen nicht groß drum herum reden: Wenn wir nach drei Spielen zwei Punkte haben, ist das keine Situation, die befriedigend ist“, sagte ein tief enttäuschter Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff in der mit 20.300 Zuschauern ausverkauften Mainzer Arena. Der Vorstandsvorsitzende der Münchner sprach dabei von einer „gefährlichen Situation, die wir sehr ernst nehmen und aus der wir schnell herauskommen müssen.“

Zuvor war Rummenigge gemeinsam mit seinen beiden Vorstandskollegen Uli Hoeneß und Karl Hopfner in der Umkleidekabine des FCB, wo Trainer Louis van Gaal rund 20 Minuten mit „angemessenen Worten“ zur Mannschaft sprach. Vor allem die erste Halbzeit, in der seine Elf nach ausgeglichener Anfangsphase zunehmend die Spielkontrolle verlor und durch die Treffer von Andreas Ivanschitz (25.) und Aristide Bancé (37.) mit 0:2 im Rückstand lag, sorgte für Redebedarf.

„Es ist schwierig, auf diese erste Halbzeit eine Antwort zu finden, die war extrem enttäuschend“, befand Rummenigge. Van Gaal selbst sprach von einem „Fehlstart“ in die Partie. „Wir dürfen nicht so anfangen, wie wir angefangen haben. Das war das Problem heute.“ Wie unzufrieden der Niederländer mit der Leistung seiner Mannschaft war, dokumentierten die beiden Auswechslungen von Hamit Altintop und Danijel Pranjic noch vor der Halbzeitpause.

„Normalerweise wechsle ich nicht in der ersten Halbzeit, dieses Mal habe ich zwei Spieler ausgewechselt und hätte noch mehr auswechseln können“, sagte Van Gaal. Auch seine Spieler wirkten nach der Partie ratlos. „Wenn man keine Aggressivität hat und mit der falschen Einstellung ins Spiel geht, wird es auch in Mainz schwer. Wir haben in der ersten Halbzeit katastrophal gespielt“, konstatierte Kapitän Philipp Lahm. Und Bastian Schweinsteiger ergänzte: „Wir waren nicht mit der Leidenschaft auf dem Platz, wie es sich für den FC Bayern gehört.“

„Wir haben heute eine Lehrstunde erteilt bekommen“, sagte Angreifer Mario Gomez nach der ersten Saisonniederlage gegen die einsatzfreudigen und mit großem Laufaufwand agierenden Mainzer. „Wir haben viel zu lethargisch gespielt, hatten viel zu wenig Bewegung, haben gar nicht gekämpft. Wir waren dermaßen passiv, dass wir es nicht verdient haben, dieses Spiel zu gewinnen“, meinte Gomez weiter. „Deswegen haben wir das Spiel zu Recht verloren.“

Selbstkritische Worte der Bayern, die in der zweiten Halbzeit zwar „nicht wesentlich besser“ (Lahm) gespielt haben, aber deutlich aggressiver und engagierter zu Werke gingen und durch ein Eigentor von Nikolce Noveski (47.) zum schnellen Anschlusstreffer kamen. Einem durchaus möglichen Ausgleich stand aber dann zumeist Torhüter Heinz Müller im Weg, der mit zahlreichen Paraden den ersten Mainzer Sieg gegen den FCB im neunten Pflichtspiel sicherte.

„Wir wollten, wir wollten, aber irgendwo hapert’s“, merkte Miroslav Klose an, der im erstmals praktizierten 4-2-3-1-System zunächst die zentrale Rolle hinter Gomez besetzte. Die Niederlage daran festmachen wollte beim FC Bayern aber nach der Partie niemand. „Wenn wir so anfangen, macht es nichts aus, welches System wir spielen“, meinte Van Gaal. „Das System ist egal. Wir müssen laufen“, ergänzte Gomez.

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