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Führungsspieler & Teamplayer

Schweinsteiger tut 'alles für die Mannschaft'

Beim Trainingsauftakt Anfang Juli war Bastian Schweinsteiger noch zum Zuschauen verurteilt. Vier Wochen zuvor war er am Knie und am Schienbein operiert worden. Erst Mitte Juli stieg er ins Mannschaftstraining ein - und nahm mächtig Fahrt auf. Im ersten Pflichtspiel zwei Wochen später gegen Neckarelz stand er in der Startelf, eine weitere Woche später ernannte ihn Louis van Gaal zum dritten Kapitän und erneut zwei Wochen danach gilt er als „unantastbarer Führungsspieler“. Das verriet Karl-Heinz Rummenigge am Freitag.

In der „Bild“-Zeitung erzählte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern: „Louis van Gaal ist unglaublich überzeugt von ihm. Er sagt: Schweinsteiger ist für mich ein kompletter Fußballer, ein unantastbarer Führungsspieler.“ Schweinsteiger selbst war überrascht, als er von dieser Aussage hörte. „Was soll ich dazu sagen?“, meinte er, „natürlich ist das schön. Aber davon kann ich mir nichts kaufen. Ich muss meine Leistung auf dem Platz bringen.“

Schweinsteiger bleibt auf dem Boden. Mit seinen 25 Jahren hat er schon viel erlebt. Nach 68 Länderspielen und 264 Pflichtspielen im FCB-Trikot weiß er, wie das Geschäft läuft. Und: Er hat sich in der Hierarchie nach oben gearbeitet. „Ich versuche nur, meinen Job zu machen. Der Rest ergibt sich dann. Man kommt automatisch mehr in Verantwortung. Natürlich muss man seine Spiele machen und die Leistung muss stimmen.“

Auch Defensivarbeiter

Das heißt aber nicht, dass es dem Eigengewächs des FC Bayern darum geht, als Einzelspieler zu glänzen. Ganz im Gegenteil: Schweinsteiger stellt die Mannschaft in den Vordergrund. „Ich kann mich gerne links hinstellen, immer aus 30, 40 Metern schießen und defensiv weniger mitmachen. Dann sieht die Mannschaft schlechter aus“, betonte er, dass er sich bewusst für das Team entscheide. „Man tut alles für die Mannschaft, verzichtet vielleicht auf die eine oder andere Offensivaktion und macht für den anderen die Defensivarbeit mit.“

Überhaupt hat Schweinsteiger, der in den vergangenen beiden Bundesliga-Saisons jeweils bester Torvorbereiter des FC Bayern war (08/09: 13 Vorlagen, 07/08: 8 Vorlagen), die Defensive entdeckt. „Ich denke nicht nur nach vorne, sondern lege auch sehr viel Wert auf Defensivarbeit“, sagte er, „ich hasse es, wenn der Gegner viele Chancen bekommt.“

Kein 'Zehner'

„60 Prozent offensiv, 40 Prozent defensiv“ - so wünscht er sich seine Aufgabe auf dem Platz. Von der Position „Zehn“ hingegen, früher seine Lieblingsposition, hat Schweinsteiger Abstand genommen. „Die Zehn ist zu offensiv für mich. Das sieht der Trainer genauso.“

Schweinsteiger und Van Gaal liegen offenbar auf einer Wellenlänge. „Er muss die Philosophie unterstützen, muss mein Vertreter sein in der Kabine und auf dem Platz. Er muss meine Normen und Werte haben. Ich glaube, dass es passt mit Bastian“, hatte Van Gaal die Ernennung Schweinsteigers zum dritten Kapitän begründet. Rummenigge ist überzeugt: „Bastian wird uns noch sehr viel Freude bereiten in dieser Saison.“

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