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Erst im Tor, dann davor

Krafts Praxistest als 'elfter Spieler'

Seine erste echte Bewährungsprobe nach der Beförderung zur neuen Nummer zwei im Bayern-Tor hatte Thomas Kraft nicht nur zwischen den Pfosten, sondern auch ein gutes Stück davor. Da der Kader des Rekordmeisters im Trainingslager am Gardasee durch diverse Ausfälle arg geschrumpft war und auch durch Verstärkungen der Amateure keine komplette Elf zusammenkam, musste der 22-Jährige beim abschließenden Testspiel gegen eine Trentino-Auswahl (5:1) eine Halbzeit lang als Feldspieler agieren.

Nach ruhigen ersten 45 Minuten, in denen Kraft auf seiner angestammten Position nur einmal (43.) ernsthaft geprüft wurde und glänzend parierte, beorderte Louis van Gaal seine Nummer zwei in der Halbzeitpause in die Innenverteidigung. Dort machte der Keeper gar keine schlechte Figur, nur einmal wurde es brenzlig für ihn: In der 58. Minute verfehlte er eine Flanke des Gegners knapp, in seinem Rücken fiel der Ehrentreffer für den Gegner.

Ganz so unerwartet kam die gute Vorstellung auf ungewohnter Position aber nicht. Kraft hat nämlich im Feld bereits reichlich Erfahrung gesammelt, wie er am Freitag, einen Tag nach seinem Geburtstag, berichtete. „Im Wintertrainingslager in Dubai hatten wir an einem Tag nicht genügend Spieler für Elf gegen Elf, da hat der Trainer gefragt, ob ich im Feld spielen kann. Das habe ich wohl ganz gut gemacht, denn jetzt muss ich immer aushelfen, wenn mal einer fehlt.“

In seinem Heimatverein SF Daaden habe er früher gerade in den wichtigen Spielen im Feld agiert, und zwar im Sturm. „Weil ich immer ein Tor gemacht habe“, erzählte Kraft freudig schmunzelnd. Beim Trainingsspiel am Freitag probierte Van Gaal Kraft sogar auf der Rechtsverteidiger-Position aus. „Da muss man aber so viel laufen. Außerdem hat man da mehr Überblick, daher spiele ich dann eher schon lieber innen.“

Zumal er auf dieser Position gar nicht mal so unwichtige Erfahrungen für das Torwartspiel sammeln kann. Für Van Gaal muss der Keeper nämlich „nicht nur Bälle halten“, sondern für ihn ist er der „elfte Spieler“, der viel „präventiv agieren muss“, wie der Chefcoach kürzlich erklärte. Ähnlich spielt auch ein Innenverteidiger in der Viererabwehrkette.

Prinzipiell will Kraft natürlich in Zukunft als Torwart Karriere machen. Mit dem Trainer sei abgesprochen, dass er in der nächsten Saison auch bei den Profis Einsatzzeiten bekommt. Ansonsten würde er bei Gelegenheit auch in der zweiten Mannschaft das Tor hüten, „um Spielpraxis zu sammeln.“ Sein Ziel hat er klar formuliert: „Ich möchte zeitnah so hoch wie möglich spielen.“ Am liebsten natürlich in der Bundesliga.

Für fcbayern.de in Riva: Dirk Hauser

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