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Comebacker Jörg Butt

Erfahrung als Trumpf im Saisonendspurt

„Butt, Butt, Butt“. Egal ob eine Parade oder eine abgefangene Flanke. Jede gelungene Aktion von Jörg Butt, Bayerns alter und neuer Nummer eins, bekundeten die Fans gegen Leverkusen (5:1) mit Beifall und ihren bereits in Vergessenheit geratenen Butt-Rufen. Zum ersten Mal seit dem 19. Dezember (5:3 in Stuttgart) stand der Routinier wieder von Beginn an zwischen den Pfosten des FC Bayern. Der ehemalige Trainer Louis van Gaal hatte Butt in der Winterpause auf die Ersatzbank verbannt und dem jungen Thomas Kraft das Vertrauen geschenkt.

„Natürlich freue ich mich, dass ich wieder auf dem Platz stehe. Deswegen spielt man ja Fußball“, sagte Butt am Montag nach seiner Rückberufung zur Nummer eins. Van Gaals Nachfolger Andries Jonker beorderte dafür Kraft zurück auf die Bank. „Ich muss zusehen, dass sich der FC Bayern für die Champions League qualifiziert. Und ich denke, dass diese Chance im Moment mit Butt größer ist“, hatte Jonker seine Entscheidung vor dem Leverkusen-Spiel begründet.

Dass Kraft über reichlich Talent verfügt, weiß auch Butt: „Thomas hat das sehr, sehr gut gemacht, er ist ein toller Torwart“, spart der Routinier nicht mit Lob. Aber Butt sieht auch die Schwierigkeiten. Mit 22 Jahren und ohne jede Bundesliga-Erfahrung sei es „extrem schwer“ beim FC Bayern die Nummer eins im Tor zu sein.

Butt als Ratgeber der Kapitäne

Butt zieht einen Vergleich mit dem jungen Oliver Kahn. „Auch er hat beim Karlsruher SC schon international gespielt, ist dann als gestandener Torwart hierhergekommen und hat sich weiterentwickelt“, erklärt Butt. Beim FC Bayern dürfe man sich keine Fehler erlauben. „Man braucht Stabilität. Und die kannst du nicht haben, wenn du noch keinerlei Erfahrung hast“, nimmt Butt Youngster Kraft in Schutz.

Butts Erfahrung könnte in den letzten vier Partien zum entscheidenden Vorteil für den FCB werden. Zumal die Meinung des 36-Jährigen innerhalb der Mannschaft einen hohen Stellenwert hat. Das bestätigt Butt: „Ich versuche, mit den Kapitänen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm zu sprechen. Wenn sie mich nach meiner Meinung fragen, äußere ich die. Sie holen sich Rat bei mir.“

Torwartwechsel 'nicht nachvollziehbar'

Den Torwartwechsel in der Winterpause hat Butt bis heute nicht verstanden: „Ich konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. Ich habe eineinhalb Jahre konstant auf hohem Niveau gespielt, wir haben Titel gewonnen und waren im Champions-League-Finale. Und auf einmal bekomme ich mitgeteilt, dass ich nicht mehr spiele.“ Und weiter: „Die Leistung muss entscheidend dafür sein, wer spielt. Der Trainer und ich hatten da eine unterschiedliche Auffassung.“

Das ist mittlerweile Vergangenheit. Butt ist zurück im Tor des Rekordmeisters und strahlte gegen Bayer mit seiner besonnenen Art Ruhe und Sicherheit aus. Und so ist das Ziel für die kommenden Spiele klar: „Wir müssen nun die Voraussetzungen dafür schaffen, damit wir nächstes Jahr wieder erfolgreich sein können“, fordert Butt. Seine Zukunft ist weiter ungewiss, fest steht nur: „Ich bleibe beim FC Bayern!“ Ob als Torhüter oder als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

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