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Schwitzen statt Urlaub

Ivica Olic ist 'auf einem guten Weg'

Ivica Olic schnaufte tief durch. „Wenn du eine Pause brauchst, sag Bescheid“, legte ihm Thomas Wilhelmi nahe. Doch Olic machte nur eine ablehnende Handbewegung und deutete seinem Reha-Trainer, sich wieder in Position zu bringen. Wilhelmi spannte das lange Gummiseil, das um die Hüfte des FCB-Profis gebunden war. Dann spurtete Olic wieder los. Er wollte nicht verschnaufen. Er hat lange genug pausiert.

Sieben Monate ist die Operation beim 31-Jährigen inzwischen her, bei der ein Außenmeniskus- und Knorpelschaden im linken Knie behoben wurde. Danach schwitzte er im Kraftraum, vor zwei Wochen kehrte er auf den Rasen zurück. Jetzt hat er das erste Training mit dem Ball in greifbarer Nähe. Nächste Woche soll es soweit sein. Dafür ackert Olic auch jetzt, obwohl die Mannschaft inzwischen offiziell Urlaub hat.

„So ist mein Programm, dem ich gerne folge“, will der Kroate im Gespräch mit fcbayern.de von Urlaub nichts wissen. Seit sieben Monaten gelte seine volle Konzentration seinem Rehaprogramm. „Jeden Tag habe ich trainiert, um nächste Saison fit zu sein.“ Erst wurde er die Krücken los, dann lernte er wieder Gehen und Treppensteigen. „Ich hatte jede Woche ein Ziel. Jeder Fortschritt war meine Motivation“, erzählt er, „jetzt macht es Spaß. Ich kann laufen und bald kommt auch der Ball dazu. Jetzt trainiere ich für den Fußball.“

Erstmals mit Richtungsänderungen

Ausdauer und Schnellkraft stehen derzeit im Mittelpunkt seines Rehaprogramms. Am Donnerstag absolvierte Olic zum Beispiel Sprints am Gummiseil, Sprünge über Mini-Hürden und einen Lauf-Parcours. Bei der 60-minütigen Einheit auf dem Rasen standen erstmals auch Läufe mit Richtungsänderungen auf dem Programm. Bisher war Olic nur geradeaus gelaufen.

„Heute lache ich über das, was ich vor zwei Wochen gemacht habe. Das waren nur langsame Läufe. Heute trainiere ich mit Schnelligkeit, mit Ausdauer, ich kann wieder die Richtung wechseln“, berichtet er. Jeden Tag bemerke er einen Fortschritt. Probleme mit dem operierten Gelenk gebe es nicht. „Das Knie ist ruhig, ich habe keine Schmerzen.“

Aktive Erholung

Noch zwei Wochen wird Olic weiter arbeiten, ehe auch er sich Urlaub gönnt. 14 Tage lang soll er sich dann erholen, nur leicht trainieren, wie sein Reha-Coach erklärt: „Ivi ist ein Top-Profi. Am liebsten würde er 24 Stunden am Tag trainieren. Man muss ihn bremsen. Es ist auch wichtig, mal eine Pause einzulegen. Ohne Pausen kommt man nicht ans Ziel.“

Und dieses Ziel heißt 1. Juli, Trainingsauftakt. „Das ist durchaus realistisch. Wir sind aktuell 14 Tage voraus im Vergleich zu dem Plan, den der Operateur vorgegeben hat“, ist Wilhelmi zuversichtlich, dass Olic dann einen Großteil des Mannschaftstrainings wieder mitmachen kann. Parallel dazu wird er noch ein individuelles Programm verfolgen.

'Müde, aber froh'

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Olic, der sich nach der letzten Runde seines Laufparcours sichtlich erschöpft ins Ziel geschleppt hat. „Noch 20 Sekunden! Du entscheidest!“, rief ihm Wilhelmi zu. Olic überlegte nicht lange. Er startete noch einmal durch, gab bis zur letzten Sekunde alles. „Ich bin müde, aber froh. Das sind jetzt meine Spiele“, sagt er anschließend, ehe er in die Verlängerung geht. Es steht noch eine halbe Stunde Training im Kraftraum auf dem Programm.

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