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FCB-'Torero'

Gomez, Spanien und jede Menge Tore

Beim Abschlusstraining hat es nicht einmal eine Viertelstunde gedauert, dann wusste Mario Gomez auch im Estadio El Madrigal, wo das Tor steht. In der Trinkpause nach dem Aufwärmprogramm schoss er den Ball aus zehn Metern ins leere Tor. Einfach so, aus Spaß, und weil er halt nicht anders kann. Wenn der Bayern-Torero den Ball hat, will er ihn ins Tor schießen.

Nur in Spanien, der Heimat seines Vaters, hat das bisher noch nicht so richtig geklappt. Zweimal ist er hier schon angetreten - im Oktober 2008 mit dem VfB Stuttgart in Sevilla (0:2) und im Mai 2010 mit dem FC Bayern im Champions-League-Finale in Madrid (0:2) -, zweimal ist Gomez kein Tor gelungen, geschweige denn, dass er ein Spiel gewonnen hätte.

Das soll sich am Mittwochabend in Villarreal ändern. „Wir wollen diese drei Punkte haben und werden sie uns auch holen“, sagte der 26-Jährige, dem auch der spanische Teil seiner Familie zum Champions-League-Auftakt die Daumen drückt, sein Vater sowieso. „Mein Daddy ist inzwischen so lange in Deutschland, er ist mehr Schwabe als Spanier“, erzählte Gomez, „meine Familie ist immer für die Mannschaft, in der ich spiele.“

'Der glücklichste Bayern-Spieler'

Bisher hatte Familie Gomez in dieser Saison viel Grund zur Freude. Acht Tore hat der Torschützenkönig der vergangenen Saison nach fünf Bundesligaspielen schon wieder auf dem Konto. Das ist persönlicher Rekord für ihn und natürlich führt er die Torjägerliste damit gleich wieder an. Überhaupt gab es in der Bundesliga-Geschichte nur einen Spieler, der zu diesem frühen Zeitpunkt einer Saison noch mehr Tore auf dem Konto hatte (Peter Meyer, Gladbach, 9).

Gomez erzielte er in seinen letzten 44 Pflichtspielen 49 (!) Tore. Letzten Samstag gegen Freiburg (7:0) gelang ihm ein Viererpack inklusive eines lupenreinen Hattricks. „Ich glaube, Mario Gomez ist im Moment der glücklichste Spieler beim FC Bayern“, meinte Karl-Heinz Rummenigge, „die Mannschaft setzt ihn unglaublich gut in Szene. Seine Mitspieler machen es ihm nicht schwer, Tore zu schießen.“

'Habe schon besser gespielt'

Gomez selbst, der sich nicht nur als Torjäger, sondern auch als vorderster Verteidiger seiner Mannschaft sieht, war nach dem zweiten Viererpack seiner Karriere nicht wirklich zufrieden. „Ich habe schon bessere Spiele gemacht, auch wenn ich vier Tore gemacht habe und bejubelt wurde“, sagte er, „auf der anderen Seite wurde ich kritisiert, wenn ich besser gespielt, aber nicht getroffen habe.“

Am wichtigsten ist Gomez daher „die Meinung des Trainers“, sagte er, „da weiß ich, dass ich auf einem guten Weg bin, nicht nur hier bei Bayern, sondern auch in der Nationalmannschaft.“ Und auch bei seinen Mitspielern genießt der Torero höchste Anerkennung. „Er hat da weitergemacht, wo er letzte Saison aufgehört hat“, meinte Holger Badstuber, „er kriegt gute Vorlagen und die verwertet er eiskalt. Ich hoffe, dass er das auch gegen Villarreal wieder macht.“

Für fcbayern.de in Villarreal: Nikolaus Heindl

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