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'Noch Luft nach oben'

Selbstbewusster FCB fiebert CL-Start entgegen

Oliver Baumann hatte schwer zu tragen. Mit einer über der Schulter hängenden Balltasche verließ der Torhüter des SC Freiburg am frühen Samstagabend gesenkten Hauptes die Münchner Allianz Arena. Sieben Bälle waren in der Tasche zu erkennen - genau so viele, wie Baumann in den 90 Minuten zuvor im Gastspiel beim FC Bayern aus seinem Tor holen musste. Mit 7:0 (3:0) hatte der Rekordmeister die Breisgauer abgefertigt und durch den höchsten Saisonsieg auch eindrucksvoll die Tabellenspitze verteidigt.

„Es war ein tolles Spiel, großes Kompliment an die Mannschaft“, freute sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über die geglückte Generalprobe für das erste Gruppenspiel in der Champions League am kommenden Mittwoch beim FC Villarreal. Doch Rummenigge warnte davor, das Ergebnis gegen den SC Freiburg über zu bewerten. „Wir tun gut daran, mit Schlusspfiff das Spiel zu den Akten zu legen. Die nächsten Wochen werden härter, dort werden wir mehr Gegenwehr zu spüren bekommen.“

Die Gegenwehr des Sportclubs währte genau acht Minuten, dann schloss Mario Gomez die erste sehenswerte Kombination der Gastgeber zur 1:0-Führung ab. In der Folgezeit ließ der Torschützenkönig der vergangenen Saison drei weitere Treffer (52./55./71./Foulelfmeter) zu seinem zweiten Viererpack in der Bundesliga folgen, der nicht minder überragende Franck Ribéry (26./41.) und Neuzugang Nils Petersen (90.) mit seinem ersten Bundesligator komplettierten das Schützenfest.

„Im Endeffekt hatten wir heute gar nichts entgegenzusetzen. Wir haben völlig verdient in dieser Höhe verloren“, räumte Freiburgs Kapitän Oliver Barth nach dem Schlusspfiff in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena ein. „Die Enttäuschung ist riesig. Wenn man so spielt und dementsprechend sieben Gegentore bekommt, muss man das erst mal verdauen“, sagte Trainer Marcus Sorg nach Freiburgs höchster Bundesliga-Niederlage.

Nach vier Siegen in Serie mit 16:0 Toren steht der FCB „da, wo wir hinwollten - auf dem ersten Platz“, erklärte Rummenigge. „Wenn wir konzentriert ins Spiel gehen, ist es schwer, uns zu schlagen. Wir wollen die Tabellenführung nicht mehr hergeben“, fügte Kapitän Philipp Lahm an. Wegen einer leichten Knieblessur musste Lahm in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden („Eine reine Vorsichtsmaßnahme“), sein Einsatz gegen Villarreal ist aber nicht in Gefahr.

Mit großem Selbstvertrauen können sich die Münchner nun auf die nächsten, schweren Aufgaben konzentrieren: Villarreal, Schalke 04, Bayer Leverkusen und Manchester City heißen die Gegner in den kommenden zweieinhalb Wochen, vor allem dem Auftaktspiel in der Königsklasse wird große Bedeutung beigemessen. „Wir müssen zusehen, dass wir gegen Villarreal punkten, auf keinen Fall aber verlieren. Wir müssen einen guten Start hinlegen, damit wir nicht unter Druck kommen“, so Rummenigge.

568 Minuten ohne Gegentor

Auch Bastian Schweinsteiger weiß, dass die Spanier „ein anderes Kaliber“ darstellen als die letzten Gegner aus Hamburg, Kaiserslautern oder Freiburg. Von daher wäre es „sehr gut, wenn wir mit einem Sieg in die Gruppe starten würden. Jedes Spiel ist in dieser Gruppe entscheidend.“ Torhüter Manuel Neuer, seit nunmehr 568 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer, erklärte: „Wir wissen, dass jetzt schwerere Aufgaben auf uns zukommen. Da möchten wir auch bestehen und möglichst den maximalen Erfolg holen.“

Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der Villarreal noch aus dem Europa-League-Achtelfinale der vergangenen Saison bestens kennt, geht angesichts der positiven Entwicklung seines Teams guter Dinge in die nächsten Wochen. „Ich denke, dass die Mannschaft noch Luft nach oben hat“, sagte der 66 Jahre alte Fußballlehrer wohlwissend, „dass wir uns weiter steigern müssen. Denn wir haben in den nächsten Wochen ein enges und intensives Programm.“

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