präsentiert von
Menü
Hungrig, ehrgeizig, fleißig

'Alaba hat sich super eingefügt'

Die Lippen öffnen sich kaum, wenn er spricht. Emotionen sind in seinem Gesichtsausdruck nur schwer zu erkennen. David Alaba ist kein Mann der großen Worte und Gesten, er ruht in sich - zumindest vor den Medienvertretern. Auf dem Platz sprühte der österreichische Youngster zuletzt nur so vor Elan. Ganz nach dem Motto: Ich lasse meine Leistung sprechen! Und zwar auf der Sechser-Position, als Ersatz für den derzeit verletzten Bastian Schweinsteiger.

Es war die 17. Minute im Pokal-Spiel in Stuttgart vor etwas mehr als einer Woche, als Schweinsteiger beim Stand von 0:0 vom Platz humpelte. Was nun? Trainer Jupp Heynckes schenkte Alaba das Vertrauen. Gemeinsam mit Luiz Gustavo bildete er von diesem Moment an die Doppelsechs. Der FCB siegte 2:0, ließ nichts anbrennen und gewann in dieser Konstellation auch das folgende Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern souverän (2:0).

„David hat sich super eingefügt. Er hat seine Sache großartig gemacht“, lobte Heynckes sein 19-jähriges Juwel, „ich finde sein Spiel richtig gut“. Komplimente, die Alaba gerne zurückgibt. Der Trainer habe einen „großen Anteil“ an seiner positiven Entwicklung. „Er erklärt mir alles sehr sachlich und passt gut auf mich auf“, berichtete der Österreicher gegenüber FCB.tv. Auch die Unterstützung seiner Teamkollegen sei ihm viel Wert.

Alaba auf der Sechs - das gab es auch in der Vorrunde bereits. Anfang November zog sich Schweinsteiger einen Schlüsselbeinbruch zu. Es folgten neun Pflichtspiele bis zur Winterpause ohne den Vize-Kapitän, vier Mal setzte Heynckes von Beginn an auf den jungen Alaba neben Luiz Gustavo oder Anatoliy Tymoshchuk vor der Abwehr. Drei dieser Partien (Augsburg, Villarreal, Bremen) wurden zwar gewonnen, doch Alaba überzeugte seinen Coach nicht zu hundert Prozent.

Schon in der Vorrunde Schweinsteiger-Ersatz

„Damals war David in seiner Entwicklung noch nicht so weit. Er war voller Unruhe, ist immer losmarschiert“, erinnerte sich Heynckes zurück. Die Situation jetzt sei mit der von November aber nicht zu vergleichen. „Er hat einen Reifeprozess durchlaufen und sein Spiel verändert. Jetzt ist er viel ruhiger am Ball“, sagte Heynckes. Und genau deshalb schenkt der 66-Jährige seinem Kader-Küken auf dieser extrem wichtigen Position erneut das Vertrauen.

In Stuttgart und gegen K’lautern fiel Schweinsteigers Ausfall kaum ins Gewicht. Alaba, der 2008 von Austria Wien nach München gewechselt war, und Luiz Gustavo schlossen die Lücke im Kollektiv. „Ich versuche nicht, Basti zu kopieren, sondern mein eigenes Spiel zu spielen und meine Stärken einzubringen“, berichtete Alaba am Donnerstag. Von Schweinsteiger könne er aber natürlich auf und neben dem Platz noch viel lernen. Alaba: „Er ist ein Vorbild für mich.“

Jüngster Bayern-Spieler aller Zeiten

Die Aussichten stehen nicht schlecht, dass Alaba auch in den kommenden Wochen eine wichtige Rolle in den Plänen von Coach Heynckes spielen wird. „Ich will so viel wie möglich spielen und versuche einfach immer, mein Bestes zu geben“, sagte der Österreicher. Diese Einstellung hat dem jüngsten Bayern-Spieler aller Zeiten (Debüt mit 17 Jahren, 8 Monaten und 12 Tagen) zu bereits 41 Bundesliga-Spielen verholfen. In dieser Saison absolvierte Alaba bislang neun Pflichtpartien des Rekordmeisters von Beginn an, 14 Mal wurde er eingewechselt.

„Mit der Zeit fühlt man sich immer sicherer“, beschrieb Alaba seine Entwicklung, die noch lange nicht zu Ende sein soll. „David steckt den Druck gut weg. Er ist hungrig, ehrgeizig und fleißig. Ich traue ihm noch viel zu“, sagte Heynckes vergangene Woche. Teamkollege und Kumpel Jérôme Boateng bewertet das ähnlich: „David hat so viel Potenzial. Das sehen wir täglich im Training.“ Alaba tut dem Team gut - nicht nur auf dem Platz. Boateng: „David mögen alle. Er lacht immer, wenn er in die Kabine kommt.“

Weitere Inhalte