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Der 'Kaiser von Ayegui'

Das ist Neuzugang Javi Martínez

Weltmeister 2010. Europameister 2012. Okay, Javier, genannt Javi Martínez, war jeweils nur mit Kurzeinsätzen an den Titelgewinnen der spanischen Nationalmannschaft beteiligt. Aber er ist ja auch erst 23 Jahre jung, der Neuzugang des FC Bayern München. Martínez gehört nicht zur Generation der Xavis (32 Jahre) oder Iniestas (28), Martínez „gehört bei uns die Zukunft“, ist sich kein Geringerer als Vicente del Bosque sicher.

Der Nationalcoach der Furia Roja gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von Martínez spricht: „Fußballerisch kann man ihn mit dem ehemaligen Weltstar Patrick Vieira vergleichen. Er ist der geborene Anführer. Ein kompletter Spieler. Da kann man den Bayern nur gratulieren.“ Dass der 1,90-Meter-Hüne nun den Schritt von Athletic Bilbao nach München macht, begrüßt Del Bosque. Es habe sich „immer als hilfreich erwiesen, wenn unsere Spieler bei großen Vereinen im Ausland gespielt haben“, sagte der Spanier, „das prägt und bringt sie weiter.“

Aber was zeichnet Martínez eigentlich aus? Was macht ihn so kostbar? „Wenn man in ganz Europa auf eine bestimmte Position schaut und immer wieder auf dieselben ein, zwei, drei Spieler kommt, muss man irgendwann eine Entscheidung treffen“, hatte FCB-Präsident Uli Hoeneß zuletzt über den 23-Jährigen gesagt. Robust, kopfballstark, aber trotz seiner Größe flink, wendig, zudem technisch überragend und mit einer hohen Spielintelligenz ausgestattet - das Gesamtpaket Martínez ließ bei den Bayern von Anfang an keine Zweifel, dass der Spanier der perfekte Mittelfeld-Mosaikstein ist, um in der Saison 2012/13 wieder voll angreifen zu können.

„Er ist ein exzellenter Spieler und ein Typus, den wir so in seiner Gänze nicht haben“, erklärte Sport-Vorstand Matthias Sammer unlängst, ein ehemaliger Jugendcoach von Martínez hatte einst gejubelt: „Ich habe Patrick Vieira in der Mannschaft.“ Kein Wunder: Der ehemalige französische Weltklassemann ist das große Vorbild des künftigen Bayern-Stars, Martínez hat sich einiges abgeschaut: „Ich habe ihn immer bewundert. Er hat attackiert, verteidigt, Bälle erobert, Bälle verteilt, den Abschluss gesucht. Er war ein kompletter Spieler.“

In Spanien eilt Martínez der Spitzname Kaiser von Ayegui voraus, weil er so elegant Fußball spielt wie einst Franz Beckenbauer. Aufgrund seiner herausragenden Fähigkeiten war Martínez schon früh im Blickfeld spanischer Topklubs. 2006 griff Athletic Bilbao zu und verpflichtete den damals mit 17 Jahren jüngsten Zweitligaspieler aller Zeiten für sechs Millionen Euro aus Osasuna. In seiner Debütsaison schlug Martínez sofort ein und absolvierte 35 Spiele.

In den kommenden Jahren entwickelte sich der Spanier zu einem absoluten Leistungsträger von Athletic. Seit seinem Debüt in der Primera Division hat er nie weniger als 30 Ligaspiele pro Saison absolviert (insgesamt 23 Tore in 201 Partien). 2012 erreichte Martínez mit den Basken das Europa-League-Finale (0:3 gegen Atlético Madrid). Sein erstes Champions-League-Spiel wird er in dieser Saison für den FC Bayern bestreiten, da Bilbao in diesem Wettbewerb in den vergangenen Jahren nicht vertreten war.

Bester Nachwuchsspieler 2010

Martínez‘ überzeugende Auftritte ließen die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit steigen. Zahlreiche Topklubs buhlten um ihn, 2010 wurde er mit dem Premio Don Balon ausgezeichnet - dem Preis für den besten Nachwuchsspieler Spaniens. Martínez trat damit die Nachfolge von Legenden wie Xavi (1999) oder Raul (1995) an. In der vergangenen Spielzeit zog Trainer Marcelo Bielsa seinen Schützling vom Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung - auch hier ließ Martínez nichts anbrennen, seine Lieblingsposition blieb aber die vor der Abwehr. Als Sechser war der Spanier maßgeblich an den U19- und U21-Europameisterschaftstiteln der Spanier (2007, 2011) beteiligt, sein Debüt für die A-Nationalmannschaft feierte Martínez kurz vor der WM in Südafrika im Mai 2010.

Auch abseits des Platzes hat Unterwäsche-Modell Martínez zu bieten. In seiner Heimat Ayegui besitzt er zudem ein eigenes Restaurant, seine Freundin - das spanische Modell María Imízcoz - unterstützt ihn tatkräftig. Fest steht: Der FC Bayern München ist ab sofort um eine Attraktion reicher!

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