Sechs Punkte, 9:1 Tore, als Tabellenführer in die Länderspielpause - auch wenn erst zwei Spieltage in der noch jungen Saison gespielt sind, so kann man im Lager des FC Bayern nach dem klaren 6:1 (3:1)-Kantersieg gegen den VfB Stuttgart von einem perfekten Start sprechen. „Es war ein schöner Tag für uns alle, ich gehe zufrieden ins Bett“, sagte Doppeltorschütze Thomas Müller, ehe er am Sonntagabend nach dem 91. Südderby die Münchner Allianz Arena verließ.
Doch trotz aller Zufriedenheit über den zweiten Sieg im zweiten Spiel gab es auch reichlich mahnende Worte in Reihen des FCB. „Die Tabellenführung nehmen wir natürlich mit. Es macht einiges leichter, aber es macht uns nicht unvorsichtig und blind. Wenn du beim Marathonlauf auf den ersten zwei Kilometern vorn liegst, läufst du nicht automatisch als Erster durchs Ziel“, sagte Sport-Vorstand Matthias Sammer angesichts der noch zu spielenden 32 Partien.
„Es gibt keinen Grund, euphorisch zu sein“, betonte auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge und erinnerte an die Vorsaison, als der FCB ebenfalls „einen guten Start hatte“ und im Herbst „weit Tabellenführer“ war. „Wir haben in dieser Saison alle Möglichkeiten, das zu erreichen, was wir wollen. Aber wir sollten uns nicht selbst auf die Schulter klopfen, sondern einfach weitermachen, einfach weiter!“, so Rummenigge.
Als mahnendes Beispiel verwiesen die Verantwortlichen des FC Bayern vor allem auf die Anfangsphase des Südschlagers, in dem Stuttgart vor erstmals 71.000 Zuschauern in der Arena die aktivere Mannschaft war und schon eher als durch Martin Harniks Treffer in der 25. Minute in Führung hätte gehen können. „Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen“, bemängelte Sammer, „wir haben zu passiv gespielt, da fehlte die notwendige Aggressivität“, kritisierte Trainer Jupp Heynckes.
Erst nach dem Rückstand sei seine Mannschaft „erwacht“ und habe so „reagiert, wie es unser Anspruch ist. Von da ab haben wir ein überragendes Spiel gezeigt“, lobte Heynckes sein Team, das bis zur Halbzeitpause „gut reagiert hat“ (Rummenigge) und durch Treffer von Müller (32.), Toni Kroos (33.) und Luiz Gustavo (43.) aus einem 0:1 einen 3:1-Vorsprung herausschoss.
„In der Vergangenheit haben wir nicht viele 0:1-Rückstände aufgeholt - heute haben wir das in einer beeindruckenden Art und Weise gemacht. Ich sehe das Potenzial, die Qualität, den gewissen Hunger der Mannschaft“, freute sich auch Bastian Schweinsteiger, der erstmals von Beginn an zum Einsatz kam und in fast schon gewohnter Manier im Mittelfeld die Fäden zog (eigener Bericht).
Ein kleines Zeichen an andere Teams
Und auch als Torschütze glänzte Schweinsteiger, der in der 51. Minute den 6:1-Endstand besorgte und damit eine furiose Anfangsphase nach dem Seitenwechsel krönte. Zuvor hatten Mario Mandzukic (47.) und erneut Müller (49.) die letzten Hoffnungen der Stuttgarter auf zumindest einen Punkt zerstört. „Das war heute ein kleines Zeichen an andere Teams, dass man hier nicht so leicht Punkte mitnimmt“, sagte Mandzukic hinterher.
Der letzte Höhepunkt des Tages war dann die Einwechslung von Neuzugang Javier Martínez, der in der 77. Minute Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld ablöste und an seinem 24. Geburtstag sein Debüt im Bayern-Trikot feierte. „Vor einer solchen Kulisse ein so deutlicher Sieg - ich bin wunschlos glücklich“, sagte der junge Spanier, der sich nun in aller Ruhe auf das nächste Heimspiel in zwei Wochen gegen den 1. FSV Mainz 05 vorbereiten kann.



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