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Götze erstmals im Kader

FCB erwartet heißen Tanz in Frankfurt

Bastian Schweinsteigers Hackentor; Dante, der mit einer Papp-Meisterschale über den Rasen flitzt; Jupp Heynckes, der von seinen Spielern in den Frankfurter Himmel gehoben wird - die Bilder von der frühesten Meisterschaft in der Bundesligageschichte sind unvergessen. Am Samstag (15:30 Uhr, live im Ticker und im FCB.tv-Webradio), 133 Tage nach jenem 1:0 vom 28. Spieltag 2012/13, kehrt der FC Bayern an den Ort des historischen Triumphes zurück. „Letzte Saison war gut, da haben wir in Frankfurt die Meisterschaft gewonnen. Aber das ist vorbei“, richtete Rafinha im Gespräch mit fcbayern.de den Blick nach vorne. Nach dem geglückten Saisonstart vor einer Woche gehe es nun darum, „den nächsten Schritt“ zu machen.

„Auf dem jetzigen Niveau gewinnen wir die Meisterschaft nicht“, weiß Pep Guardiola, dass seine Mannschaft trotz des 3:1-Auftakterfolges gegen Gladbach noch Luft nach oben hat. Das sei auch völlig normal. „Ich habe schon in meiner ersten Pressekonferenz gesagt, dass es am Anfang nicht einfach werden wird“, erinnerte der FCB-Chefcoach, der überzeugt ist: „Wir werden uns verbessern.“

Auf Fortschritte hofft Guardiola schon am Samstag bei seinem ersten Bundesliga-Auswärtsspiel, auch wenn die Vorbereitung darauf alles andere als optimal war. Auf 15 (!) Nationalspieler musste er unter der Woche verzichten. An ein geregeltes Training war - anders als bei Frankfurt - kaum zu denken. Gut 24 Stunden vor dem Spiel hatte Guardiola zwei seiner Länderspielakteure (Thiago und Martínez) noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Zumindest weiß er, dass alle 15 ohne Blessuren nach München zurückgekehrt sind. „Sie sind müde, aber fit“, berichtete er.

Immerhin konnten Bastian Schweinsteiger und Mario Götze die Woche nutzen, um ihren Trainingsrückstand weiter wettzumachen. Götze sammelte zudem beim Freundschaftsspiel in Györ erste Einsatzminuten (und zwei Tore) im FCB-Trikot. Am Wochenende werde der 21-Jährige erstmals zum Kader des Rekordmeisters zählen, kündigte Guardiola an: „Er hat erst sechs oder sieben Mal mit uns trainiert, aber er ist ein sehr intelligenter Spieler. Er wird mit uns nach Frankfurt kommen.“

'Umso mehr motiviert gegen uns'

Ob und wie lange der 21-Jährige in Frankfurt auch zum Einsatz kommen wird, ließ der Bayern-Coach offen. „Ich will vorher seine Augen, seinen Kopf und seine Beine sehen.“ Darüber hinaus werde er auch noch mit den Physiotherapeuten sprechen. Götze hin, Länderspiele her - „wir müssen in der Lage sein, die Situation zu kontrollieren“, will Guardiola die schwierige Vorbereitung nicht als Ausrede gelten lassen.

Dem FCB-Chefcoach ist zu Ohren bekommen, dass sich der FC Bayern in Frankfurt traditionell schwer tut. Nirgendwo kassierte der Rekordmeister anteilig mehr Niederlagen in der Liga als in der Main-Metropole (43 Prozent). „Frankfurt ist eine sehr gute Mannschaft, die letztes Jahr gezeigt hat, dass sie Qualität hat“, weiß Rafinha auch aus den knappen Duellen der letzten Saison (2:0, 1:0). Dass die Hessen jetzt einen Fehlstart in die Saison hingelegt haben (1:6 in Berlin), mache sie besonders gefährlich, betonte Guardiola: „Sie werden umso mehr motiviert sein gegen uns.“

Der FCB-Chefcoach fand lobende Worte für das Aufbauspiel und die hochstehenden Außenverteidiger der Eintracht. Besonders wies er auf die Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler („Er hat ein gutes Auge.“) und Sebastian Rode („Er ist sehr dynamisch, eine große Persönlichkeit.“) hin. Rafinha ist sich sicher: „Frankfurt wird gegen uns alles in die Waagschale werfen. Wir müssen sehr aufpassen und intelligent spielen.“

Fragezeichen in Frankfurt

Darauf deuten auch die Aussagen der Eintracht vor dem Spiel hin. „Wir haben letztes Jahr gegen die Bayern zweimal gut mitgehalten“, erinnerte Rode, der nach dem 1:6 in Berlin erst recht heiß auf die Partie am Samstag ist, „das Spiel ist auch eine Riesenmöglichkeit, die bittere Niederlage wettzumachen.“ Trainer Armin Veh weiß aber auch: „Wenn wir so wie in Berlin gegen die Bayern spielen, kriegen wir zehn Stück.“

Personell stehen in Frankfurt noch Fragezeichen hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Sebastian Jung (Adduktorenverhärtung) sowie von Abwehrchef Carlos Zambrano (Magen-Darm-Grippe). Sonny Kittel (Knieprobleme) und Marc Stendera (Kreuzbandriss) fallen aus. Beim FC Bayern ist Jan Kirchhoff (muskuläre Probleme) fraglich, Holger Badstuber (Kreuzbandriss) und Pierre-Emile Hojbjerg (Sprunggelenk) fehlen sicher.