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Stadion, Spieler, Geschichte

Portrait: Das ist Real Madrid

Stadion, Spieler, Geschichte - Real Madrid ist kein normaler Fußballverein. Die Königlichen, Halbfinalgegner des FC Bayern in der Champions League, sind ein Mythos. Der 112-jährigen Geschichte voller Titel und Triumphe soll in dieser Saison ein neues glänzendes Kapitel hinzugefügt werden. „In Madrid bedeutet die Décima alles“, beschreibt Sami Khedira, deutscher Nationalspieler in Diensten Reals, die Erwartungen in der spanischen Hauptstadt. Décima, das wäre der zehnte Triumph im europäischen Meistercup - dieses Ziel ist greifbar nah. fcbayern.de nimmt den Mythos Real unter die Lupe:

Geschichte: Am 6. März 1902 wurde der Verein unter dem Namen „Madrid Foot Ball Club“ gegründet. Schon damals war die Trikotfarbe weiß. Der Titel „Real“ wurde dem Klub 1920 von König Alfons XIII. verliehen. Schon drei Jahre nach der Gründung (1905) feierte der Verein mit dem Gewinn der Copa del Rey den ersten landesweiten Erfolg, die erste spanische Meisterschaft in der 1928 gegründeten Liga stammt aus dem Jahr 1932 - im selben Jahr gewann auch der FC Bayern seinen ersten Meistertitel.

Weitere Meilensteine in der Geschichte Reals: die Wahl von Präsident Santiago Bernabeú (1943), der bis 1978 die Geschicke Reals leitete und für den Bau des Stadions (1947), das heute seinen Namen trägt, sorgte; die Verpflichtung von Alfredo Di Stéfano (1953) und Ferenc Puskás (1958), die das Weiße Ballett bis Mitte der 60er Jahre zum erfolgreichsten Team Europas machten; die Rückkehr auf den europäischen Thron nach 32 Jahren Wartezeit im Jahr 1998 (unter Trainer Jupp Heynckes); die Phase der Galaktischen nachder Jahrtausendwende, in der Jahr für Jahr ein neuer Superstar (u.a. Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo, David Beckham) verpflichtet wurde. Die Erfolge in Champions League und Weltpokal 2002 sind bis heute die letzten großen Triumphe von Real Madrid.

Erfolge: Mit 32 Meistertiteln ist Real Madrid mit großem Abstand vor dem Erzrivalen aus Barcelona (22)  spanischer Rekordmeister. Auch im spanischen Pokal, Copa del Rey, sind die Königlichen mit 18 Titeln einer der Top-Klubs, der FC Barcelona (26) und Athletic Bilbao (23) gewannen hier aber noch häufiger.

International ist Real Madrid der erfolgreichste Klub der Welt. Drei Triumphe im Weltpokal (1960, 1998, 2002), neun europäische Meistercups - 6x Landesmeistercup (1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1966), 3x Champions League (1998, 2000, 2002) - und zwei UEFA-Cups (1985, 1986) zieren das Vereinsmuseum, in dem insgesamt mehr als 12.000 Pokale gesammelt sein sollen.

Stadion: Das Estadio Santiago Bernabeú ist eine der „heiligsten“ Pilgerstätten des Fußballs. Rund 81.000 Zuschauer finden auf den steilen Rängen Platz und verwandeln das atmosphärisch dichte Rund gerade an Champions-League-Abenden in einen Hexenkessel. Eröffnet wurde das Bernabéu 1947, damals mit einer Kapazität von 75.000 Plätzen, die schon ein paar Jahre später (1953) auf 125.000 anstieg. Seit 1955 trägt das Stadion den Namen seines Gründungsvaters.  Natürlich wird das Bernabeú in der Liste der UEFA-Elite-Stadien geführt. Am 22. Mai 2010 war es Austragungsort des Champions-League-Endspiels zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand (0:2). Bis 2018 soll das Stadion umgebaut werden. Dabei wird es für 400 Millionen Euro unter anderem eine leuchtende Fassade und ein bewegliches Dach erhalten, die Kapazität wird auf 90.000 Plätze anwachsen.

Mannschaft: Von 2000 bis2006 prägte Präsident Florentino Pérez das Zeitalter der Galacticos, seit 2009 ist der Bauunternehmer wieder der erste Mann bei Real. Seiner Linie bleibt er treu: Er verpflichtete unter anderem Cristiano Ronaldo, Karim Benzema, Xabi Alonso und Kaká, der inzwischen nicht mehr zum Aufgebot zählt. Letzten Sommer holte Real für kolportiert 100 Millionen Euro Gareth Bale von Tottenham Hotspur. Auch die Nachwuchsstars Isco und Asier Illarramendi wechselten zu den Königlichen. Altgediente Topspieler im Aufgebot sind zudem Torhüter Iker Casillas (seit 1989 im Verein) und Sergio Ramos.

Seit 2010 ist zudem Sami Khedira eine feste Größe bei Real. Nach seinem Kreuzbandriss steht der deutsche Nationalspieler inzwischen kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining, das Duell mit dem FC Bayern dürfte für ihn aber noch zu früh kommen. Auch Jungstürmer Jesé Rodríguez laboriert noch an den Folgen einer Kreuzbandverletzung.

Verletzt zusehen muss im Moment Ronaldo. Erst mit Knie-, dann mit Oberschenkelproblemen verpasste der Weltfußballer die letzten beiden Pflichtspiele (u.a. das 0:2 in der Champions League in Dortmund) und gilt weiter als fraglich. Ob er im Halbfinale gegen Bayern auf dem Platz steht? Sein Ausfall wäre sicher eine Schwächung für Real, führt Ronaldo doch sowohl in der Liga (28 Tore) als auch in der Champions League (14) die Torschützenliste an. Nur ein Treffer fehlt ihm, um in der Königsklasse den Saisonrekord von Lionel Messi zu brechen. Alonso, Illarramendi und Ramos gehen übrigens gelb-vorbelastet in das Halbfinale gegen den FCB.

Trainer: Seit letzten Sommer sitzt Carlo Ancelotti auf der Trainerbank von Real Madrid. Der Italiener beerbte José Mourinho, der zum FC Chelsea wechselte. Der 54 Jahre alte Italiener ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. 2003 und 2007 führte er den AC Mailand zu dem Titel, den er jetzt zualleroberst auch mit Real holen soll: die Champions League. Als Spieler feierte Ancelotti mit dem AS Rom und Milan zahlreiche Erfolge, unter anderem gewann er 1989 und 1990 den Landesmeistercup. Vor Real war er unter anderem bei Paris St. Germain (2012/13), Chelsea (2009-11) und dem AC Mailand (2001-09) als Trainer tätig.

Taktik: Mit offensivem Fußball sorgt Real Madrid in dieser Saison für Aufsehen. Angeführt von Superstar Ronaldo stellt Real Madrid aktuell mit Abstand die beste Offensive der Champions League (32 Tore). Ancelotti lässt sein Team in einem 4-3-3-System auflaufen. Im Abwehrzentrum räumen Ramos und Pepe ab, außen verteidigen Fabio Coentrao und Daniel Carvajal oder Marcelo. Das Herz im Mittelfeld bildet Xabi Alonso, flankiert wahlweise von Luka Modric, Isco, Angel di Maria oder Illarramendi. Vorne agiert Benzema als Sturmspitze, auf den Flügeln wirbeln Bale und Ronaldo. Im Tor übrigens gibt es ein Wechselspiel. In der Liga ist Diego López die Nummer eins, in der Champions League der erfahrene Casillas.

Aktuelle Situation: Alles bei Real Madrid ist auf die Décima ausgerichtet. Tatsächlich hat der Klub sogar die Chance, erstmals in seiner Geschichte das Triple aus Meisterschaft, nationalem Pokal und Meistercup zu schaffen. In der Primera Division liegt Real als Tabellendritter mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Atletico in Schlagweite; am kommenden Mittwoch bestreiten die Königlichen das Finale der Copa del Rey gegen Barça; und in der Champions League will das Ancelotti-Team den lang ersehnten Final-Einzug schaffen. In den letzten drei Jahren war für Real jeweils im Halbfinale Endstation, unter anderem 2012 gegen den FC Bayern.

Als überlegener Gruppensieger (vor Galatasaray, Juventus und Kopenhagen) zogen die Königlichen in dieser CL-Saison in die K.o.-Phase ein. Hier bekommen sie es seitdem ausnahmslos mit deutschen Teams zu tun: im Achtelfinale mit Schalke (6:1, 3:1), im Viertelfinale mit Dortmund (3:0, 0:2) und jetzt mit dem FC Bayern. Das 0:2 im Viertelfinal-Rückspiel in Dortmund war ihre bislang einzige Niederlage.

Bilanz gegen Bayern: „La bestia negra“ - so nennen die Fans von Real Madrid den FC Bayern. Denn der deutsche Rekordmeister fügte den Königlichen schon schmerzhafte Niederlagen zu, so auch beim letzten Duell im Halbfinale 2012: Nach einem 1:2 in München schaffte Real im Rückspiel ebenfalls ein 2:1, im anschließenden Elfmeterschießen behielt der FCB mit 3:1 die Oberhand. Ein 2:4 aus dem Februar 2000 (Zwischenrunde) ist bis heute die höchste Heimniederlage Reals in der Champions League. Insgesamt ist die Königsklassen-Bilanz der Madrilenen gegen Bayern negativ: 5 Siege, 1 Remis, 8 Niederlagen. Gleiches gilt für die Gesamt-Europapokalbilanz: 7 Siege, 2 Remis, 11 Niederlagen.

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