präsentiert von
Menü
Debütant im Interview

Benatia: 'Das gibt mir viel Selbstvertrauen'

Plötzlich stand er in der Startformation. Ohne zuvor jemals das FCB-Trikot getragen zu haben. Ohne jemals eine einzige Minute Champions League gespielt zu haben. Es war gleich ein doppeltes Debüt, das Medhi Benatia am Mittwochabend gegen Manchester City gefeiert hat. 85 Minuten lang stand der Innenverteidiger auf dem Platz und erhielt danach von Trainer Pep Guardiola ein dickes Lob: „Respekt für diese Leistung! Es ist nicht einfach, wenn das erste Spiel gegen Dzeko, Agüero und Manchester City in der Champions League ist.“

Benatia sei „kopfballstark, schnell, kann gut antizipieren“, beschrieb der FCB-Chefcoach die Qualitäten des marokkanischen Nationalspielers, der vor drei Wochen vom AS Rom nach München gewechselt ist. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, sagte Philipp Lahm zum ersten Spiel des 27-Jährigen. „Er ist ein sehr, sehr guter Innenverteidiger, der aggressiv ist, ein gewisses Tempo und Ruhe am Ball hat.“

Und was sagt Benatia selbst? Am Mittwochabend verließ er wortlos die Allianz Arena. Am nächsten Morgen sprach er dann mit fcbayern.de. Wie fand er sein Debüt? Wie groß war seine Nervosität? Und wie hat er sich eingelebt? Im Interview gab Benatia die Antworten.

Das Interview mit Medhi Benatia

fcbayern.de: Medhi, dein erstes Spiel für Bayern, dein erstes Spiel in der Champions League - konntest du letzte Nacht überhaupt schlafen?
Benatia: „In der Nacht nach einem Spiele schaffe ich es nie zu schlafen. Zu viel Aufregung, zu viel Adrenalin... Jetzt nach dem Training werde ich mich ausruhen und mich hinlegen.“

fcbayern.de: Wann hast du erfahren, dass du von Beginn an spielen wirst?
Benatia: „Der Trainer hat mich am Morgen des Spiels gefragt, ob ich bereit sei zu spielen. Natürlich! Jeder Spieler hat Lust, bei so einem Spiel aufzulaufen. Er hat mir auch gesagt, dass er weiß, dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin. Das habe ich ihm auch gesagt, aber auch, dass ich alles geben werde für die Mannschaft. Er hat mir viel Vertrauen geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar.“

fcbayern.de: Wie groß war deine Nervosität vor dem Anpfiff?
Benatia: „Nervös? Ich war eher sehr konzentriert. Es war ein sehr wichtiges Spiel für mich. Mein erstes Spiel für Bayern - und dann gleich auf Champions-League- Niveau! Bayern und Manchester City treten beide in diesen Wettbewerb an, um ihn zu gewinnen. Ich habe mein Bestes gegeben, um zu verstehen, was der Trainer will, seine Ratschläge zu befolgen und der Mannschaft zu helfen.“

fcbayern.de: Wie zufrieden warst du mit deinem ersten Spiel?
Benatia: „Ich habe versuche, konzentriert zu bleiben, selbst wenn meine Beine schwer wurden. Es war mir wichtig, dass wir kein Tor kassieren - das ist uns gelungen. Und am Ende haben wir auch noch einen schönen Sieg eingefahren. Alles ist also positiv. Dieses Spiel gibt mir viel Selbstvertrauen. Aber ich weiß natürlich, dass ich noch viel besser spielen kann.“

fcbayern.de: Bei wie viel Prozent bist du, wenn es aktuell noch nicht 100 sind?
Benatia: „Im Kopf und im Herz bin ich bei 100 Prozent, das kann ich versichern. Aber das war jetzt mein erstes richtiges Spiel in dieser Saison. In der Champions League! Gegen Manchester City! Davor hatte ich eineinhalb Monate kein Spiel mehr bestritten und das waren auch nur Freundschaftsspiele. Ich muss jetzt die Automatismen weiter kennen lernen und brauche Rhythmus. Dann bin ich überzeugt, dass ich peu à peu immer besser in Form kommen werde.“

fcbayern.de: Wie war das Erlebnis Champions League für dich?
Benatia: „Von der Champions League träumen alle Spieler. Es ist der größte Wettbewerb für Klub-Mannschaften! Dort mit Bayern zu spielen, ist aber noch einmal spezieller. Denn Bayern ist einer der größten Klubs der Welt. Ich bin sehr stolz darauf, in dieser Mannschaft zu spielen.“

fcbayern.de: Was haben deine Mitspieler nach dem Spiel zu dir gesagt?
Benatia: „Alle haben mir gratuliert. Der Trainer, die Betreuer, die Mitspieler. Ihre Worte haben mir gut getan. Am Anfang ist es nie einfach in einem neuen Klub. Dazu kamen noch die neue Sprache und muskuläre Probleme. Aber ich spüre das Vertrauen hier im Verein und weiß, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann.“

fcbayern.de: Bist du jetzt endgültig angekommen beim FC Bayern?
Benatia: „Nach meinem ersten Spiel fühle ich mich natürlich noch besser. Aber angekommen bin ich schon lange. Seit meinem ersten Tag haben alle im Verein alles dafür getan, dass ich mich integriert und wie zuhause fühle.“

fcbayern.de: Hast du auch schon mit deiner Familie in München heimisch werden können?
Benatia: „Meine Familie ist da. Gestern war sogar mein Vater im Stadion. Meine Frau hat sich um den ganzen Umzug gekümmert. So konnte ich mich voll auf Bayern konzentrieren. Ich wollte jeden Tag so gut wie möglich arbeiten. Wegen des Manchester-Spiels bin ich auch noch länger allein im Hotel geblieben. Denn ich wollte mich voll auf das Spiel konzentrieren, an nichts anderes denken. Heute werde ich endlich in mein neues Haus kommen und die erste Nacht dort verbringen. Drei Wochen Hotel sind genug. Schritt für Schritt richte ich mich jetzt in meinem neuen Leben ein.“

fcbayern.de: Welche Spieler haben dir in deinen ersten Wochen besonders geholfen?
Benatia: „Franck Ribéry natürlich. Er spricht Französisch und Deutsch und kann für mich übersetzen. Aber auch viele andere haben immer ein offenes Ohr für mich, wenn ich Fragen habe: Claudio Pizarro, Rafinha, Dante... Es ist insgesamt eine Mannschaft mit tollen Jungs. Es macht richtig Spaß hier.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

Weitere Inhalte