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'Eine verdiente Würdigung'

Bayern-Fans erhalten den Julius Hirsch Preis

Wenn am Mittwochabend (20:15 Uhr) in der ARD „Landauer - Der Präsident“ läuft, hat das jahrelange Engagement einiger hundert Bayern-Fans einen Höhepunkt erreicht. Millionen von TV-Zuschauern werden dann Leben, Wirken und Schicksal des 1961 verstorbenen jüdischen FCB-Ehrenpräsidenten Kurt Landauer mitverfolgen, der jahrzehntelang in der Öffentlichkeit kaum präsent war - bis auch die Schickeria half, ihn wieder stärker ins Bewusstsein zurückzubringen. Gleichzeitig setzte die FCB-Fangruppierung ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus. Dafür wurde sie am Dienstag vom DFB mit dem Julius Hirsch Preis ausgezeichnet.

„Das Engagement gegen jegliche Form von Diskriminierung und Antisemitismus ist tief verwurzelt in der Geschichte des FC Bayern. Ich freue mich, dass unsere Fans dieses Bekenntnis mit Leben füllen. Die kreativen Choreographien und Aktionen der Schickeria sind hierfür ein leuchtendes Beispiel. Mit dem Julius Hirsch Preis erhalten sie nun eine verdiente Würdigung“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der der Preisverleihung im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels Deutschland gegen Irland im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus beiwohnte.

Seit 2005 erinnert der DFB mit der Auszeichnung an den deutsch-jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch, der im KZ Auschwitz-Birkenau ums Leben kam. Sie geht an Vereine, Initiativen und Personen, die sich beispielhaft gegen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus einsetzen. Die Schickeria hat dies getan: mit eindrucksvollen Landauer-Choreographien (Oktober 2009, Februar 2014), Lesungen und einem jährlich organisierten Kurt-Landauer-Fußballturnier.

'Ein deutliches Zeichen'

„Die Schickeria hat ein deutlich sichtbares Zeichen gegen jede Art der Diskriminierung gesetzt“, sagte DFB-Präsident Niersbach, der die Jury leitet. „Mit dem Preis wollen wir die Schickeria und andere Ultragruppen dazu ermutigen, mehr Verantwortung in diesem Bereich zu übernehmen.“

Außerdem ausgezeichnet wurden:

  • Ein Gemeinschaftsprojekt aus Dortmund, das sich auf die Spurensuche von 800 Dortmunder Juden gemacht, die 1942 deportiert worden waren.
  • Die Volkshochschule der Stadt Roth für das Veranstaltungsprogramm Roth ist bunt über die Geschichte des jüdischen Fußballs in Deutschland.
  • Mario Bendel, der die Facebook-Seite Fußballfans gegen Rechts betreibt.

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