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Vollversammlung der ECA

Mehr Einfluss für europäische Klubs

Die von Bayern Münchens Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge als Präsident geführte European Club Association (ECA) hat weitreichende und richtungsweisende neue Vereinbarungen mit den beiden internationalen Verbänden UEFA und FIFA geschlossen.

Wie Rummenigge an diesem Dienstag bei der ECA-Generalversammlung in Stockholm erklärte, werden die in der ECA organisierten 214 europäischen Vereine mehr Mitsprache bei der Gestaltung des internationalen Kalenders erhalten, ihr Einfluss bei grundsätzlichen Entscheidungen der UEFA soll steigen. Außerdem hat die UEFA wie der Fußball-Weltverband FIFA  die Abstellgebühren erhöht, die an Vereine dafür gezahlt werden, dass sie Spieler zu Europa- und Weltmeisterschaften entsenden.

Stellungnahme von Karl-Heinz Rummenigge:

„Die zweite Vereinbarung mit der UEFA markierte 2012 einen historischen Moment. Er drückte die Geschlossenheit der ECA, ihren Willen zur Gestaltung und Verbesserung des Vereinsfußballs aus und etablierte uns als seriöser Partner der UEFA. Mit unserem dritten 'Memorandum of Understanding' beginnt eine veränderte Zeitrechnung in unserer künftigen, langfristigen Zusammenarbeit mit der UEFA, wie im Übrigen auch mit der FIFA.

Mit beiden internationalen Verbänden haben wir uns in offenen, fairen, nicht immer einfachen Gesprächen auf einen stabilen Rahmenterminkalender und höhere Zuwendungen für unsere Nationalspieler verständigt, die an Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen werden. Außerdem wird die ECA künftig nicht nur in der UEFA-Exekutive direkten Einfluss auf die Gestaltung des europäischen Fußballs nehmen können, sondern auch finanziell ausgestattet sein wie nie zuvor. An den steigenden Einnahmen aus der Vermarktung von Champions League und Europa League von 2015 bis 2018 werden alle teilnehmenden Klubs profitieren, die Europa-League-Starter allerdings besonders.

Ich möchte mich bei der UEFA, bei Michel Platini, dafür bedanken, dass er unsere Sicht auf den europäischen Vereinsfußball grundsätzlich teilt und eine konstruktive Zusammenarbeit fördert. Für die ECA, die eine noch sehr junge Organisation ist, ist das Ergebnis ein außerordentlicher Erfolg, der vor allem die Solidarität der Klubs untereinander festigt und unser Verantwortungsgefühl für den Fußball stärkt."

fcbayern.de fasst die wichtigsten Punkte des so genannten „Memorandum of Understanding“ (MOU) zwischen der ECA und der UEFA zusammen.

Mehr Mitspracherecht beim internationalen Rahmenterminkalender
Die ECA hat sich mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des internationalen Rahmenterminkalenders gesichert. Die gegenwärtige Struktur wird für den Zyklus 2018 bis 2022 garantiert, das heißt, es wird weiterhin innerhalb von 24 Monaten neun Nationalmannschafts-Doppelspieltage geben.

Zwei ECA-Mitglieder in UEFA-Exekutive
Ab sofort stellt die ECA zwei Mitglieder im Exekutiv-Komitee der UEFA. Dass Karl-Heinz Rummenigge die ECA in der UEFA-Exekutive vertreten soll, gilt als wahrscheinlich. Die UEFA wird 2016 ihre Satzung ändern, um externe Mitglieder aufzunehmen. Erstmals wird Deutschland  zwei Vertreter in der UEFA-Exekutive stellen, da DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bereits Mitglied ist. Bis zur Satzungsänderung werden die ECA-Kandidaten als kooptierte Mitglieder geführt.

Höhere Abstellgebühren
Die UEFA wird 200 Millionen Euro für alle Klubs zahlen, die Nationalspieler für die Europameisterschaft 2020 (24 Teilnehmer) abstellen. Verglichen mit den Zahlungen für die EM 2012 bedeutet das eine Verdoppelung der Kompensationsleistung. Für die EM 2016 hatte die ECA bereits 150 Millionen Euro ausgehandelt. Die Fifa wird den Vereinen für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 (32 Teilnehmer) jeweils 195 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Mehr Geld für Europa-League-Starter
Die ECA hat sich für eine finanzielle Aufwertung der Europa League stark gemacht. Der Prämienanteil der Europa-League-Teilnehmer wird im Verhältnis zu den Champions-League Teilnehmern steigen. Der Schlüssel, bisher 4,3 zugunsten der Champions League, wird auf 3,3 reduziert, die Leistungen für die Europa League damit erhöht. Weil die Gesamteinnahmen der Vermarktung beider europäischer Klubwettbewerbe für 2015 - 2018 steigen wird, werden aber auch die Champions-League-Teilnehmer mehr verdienen: etwa 1,25 Milliarden Euro im Verhältnis zu 381 Millionen Euro für die Europa-League-Starter.

Spielerversicherung
Wie bisher gewährleistet die FIFA den Spielern aller Nationalmannschaften während der EM Versicherungsschutz.

Club Football Council
Das Club Competitions Committee bekommt eine neue Bezeichnung und soll künftig Club Football Council (CFC) heißen. Das neue Gremium wird ausschließlich mit Vertretern der Vereine besetzt werden. Entscheidungen der UEFA, die sich auf die Klubwettbewerbe beziehen, können nur mit Zustimmung des CFC getroffen werden.

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