präsentiert von
Menü
2. CL-Gegner

GNK Dinamo Zagreb im Portrait

200 Spiele absolvierte der FC Bayern bislang in der Champions League - gegen eine kroatische Mannschaft ging es noch nie. Das wird sich am Dienstagabend ändern, wenn die Münchner zum zweiten Gruppenspiel Dinamo Zagreb in der heimischen Allianz Arena begrüßen. fcbayern.de stellt Kroatiens Serienmeister vor, der die erste Partie der Staffel F etwas überraschend mit 2:1 gegen den FC Arsenal gewann.

Geschichte

Der GNK Dinamo Zagreb (vollständiger Name: Građanski nogometni klub Dinamo Zagreb) kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, die sich in zahlreichen Namensänderungen widerspiegelt. Bei der Gründung 1911 hieß der Verein 1. HSK Građanski, später FD Dinamo (ab 1945), NK Dinamo (ab 1950), HAŠK-Građanski (ab 1991), NK Croatia (ab 1993), NK Dinamo (ab 2000) und seit 2010 GNK Dinamo. Viele der bekanntesten kroatischen Fußballer durchliefen den Verein in jungen Jahren. Zum Beispiel: Davor Suker, Luka Modric oder die ehemaligen Bayern-Spieler Mario Mandzukic und Ivica Olic.

Erfolge

Dinamo Zagreb ist das Nonplusultra in Kroatien. In den letzten zehn Jahren wurden sie immer Meister! Insgesamt holte Dinamo 17 Mal den nationalen Titel und 13 Mal den Pokal. Größter Erfolg der Vereinsgeschichte war der Gewinn des Messepokals 1967, dem Vorgänger des UEFA-Cups. Damals besiegte Dinamo die Engländer von Leeds United (2:0 im Hin-, 0:0 im Rückspiel).

Stadion

Seit 1948 trägt Dinamo Zagreb seine Heimspiele im Stadion Maksimir aus. Es liegt im gleichnamigen Stadtviertel im Nordosten der Stadt und hat ein Fassungsvermögen von rund 35.000 Zuschauern - zum letzten Ligaspiel kamen allerdings nicht mal 500 Fans. 2011 wurde die Arena, die nicht überdacht ist, renoviert. Statt einer Leichtathletikanlage umkreist nun ein blauer Kunstrasen das Spielfeld. Da die erste Partie zwischen Bayern und Dinamo ja in München stattfindet, bekommt der FCB das Stadion Maksimir erst am 9. Dezember zu sehen.

CL-Bilanz

In der ewigen Champions-League-Tabelle der UEFA (inkl. Landesmeisterpokal) belegt Dinamo Zagreb den 109. Platz. Die Kroaten nehmen in dieser Saison zum fünften Mal an der Gruppenphase der Königsklasse teil, zuletzt waren sie 2012/13 in dem Wettbewerb vertreten. Den Sprung in die K.o.-Runde schaffte Dinamo allerdings noch nie. Der 2:1-Erfolg im ersten Gruppenspiel gegen den FC Arsenal war Dinamos erster Heimsieg seit dem 29. September 1999 (3:0 gegen Sturm Graz). Auswärts hat Zagreb die letzten sechs Spiele allesamt verloren und ist sogar seit neun Partien sieglos. Der letzte Erfolg liegt fast 17 Jahre zurück: Im November 1998 gelang ein 1:0 bei Ajax Amsterdam.

Aktuelle sportliche Situation

Der amtierende Meister und Pokalsieger ist auch in der neuen Saison das Maß aller Dinge in Kroatien. Nach elf Spieltagen steht Dinamo ungeschlagen an der Tabellenspitze und strebt damit dem elften Titelgewinn in Folge entgegen. Apropos ungeschlagen: Die letzte Pflichtspielniederlage setzte es für Zagreb im November 2014. Damals unterlag man in der Europa-League-Gruppenphase dem rumänischen Klub Astra Giurgiu und verspielte damit das Weiterkommen. Seither ist Dinamo in 45 Partien unbesiegt geblieben.

Trainer

Trainiert wird das Team seit Oktober 2013 von Zoran Mamic. Der ehemalige Bundesligaprofi (82 Spiele für Bochum und Leverkusen) löste Branko Ivanković ab, der nach nicht mal zwei Monaten auf dem Trainerstuhl entlassen wurde. Mamic war zu diesem Zeitpunkt Sportdirektor bei Dinamo und eigentlich nur als Interimscoach bis zum Jahresende vorgesehen. Unter dem ehemaligen kroatischen Nationalspieler (WM-Teilnehmer 1998) setzte Dinamo seine nationale Dominanz fort. Einen Tag nach dem Gastspiel in der Allianz Arena feiert Mamic seinen 44. Geburtstag.

Schlüsselspieler

Zwei Spieler aus dem Dinamo-Kader dürften auch Fußballfans in Deutschland ein Begriff sein. Zum einen Gordon Schildenfeld, der einst für den MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt am Ball war und nun vor der Saison ablösefrei von Dynamo Moskau nach Zagreb zurückkehrte. Zum anderen der Chilene Junior Fernandes, der 2012 bei Bayer Leverkusen anheuerte. Nach nur sechs Bundesligaspielen wurde der Offensivspieler an Dinamo ausgeliehen, wo er auf Anhieb überzeugen konnte und 2014 fest verpflichtet wurde. In Angelo Henriquez wechselte vor der Saison ein weiterer Landsmann von Arturo Vidal nach Zagreb, der in dieser Saison schon fünf Treffer erzielte. Der Bosnier Armin Hodzic (7) und der algerische Nationalspieler El Arbi Hilal Soudani (3) komplettieren die Offensive des kroatischen Meisters.

Taktik

Trainer Mamic setzt normalerweise auf ein offensives 4-3-3-System mit dem Angriffstrio Soudani (rechts), Henriquez und Fernandes (links), dahinter zieht mit Marco Rog ein technisch versierter und torgefährlicher Mittelfeldspieler die Fäden. Im ersten Gruppenspiel gegen Arsenal (2:1) vertraute Mamic hingegen einer defensiven Ausrichtung, ließ den 20-jährigen Rog und Henriquez zunächst auf der Bank und setzte voll auf Konter. Eine Strategie, die voll aufging - nach 16-jähriger Durststrecke gelang erstmals wieder ein Sieg in der Königsklasse.

Weitere Inhalte