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Happy Birthday!

Rummenigge feiert 60. Geburtstag

Eine Feier? Bloß nicht! „Ich mag das nicht“, verrät Karl-Heinz Rummenigge, „ich bin schon zu meinem 50. abgehauen mit meiner Familie. Und ich werde das zum 60. wieder machen.“ Ruhig und gemütlich soll es auch diesmal zugehen, dafür ist Bayerns Vorstandschef extra für ein paar Tage mit seiner Familie verreist. Einfach mal die Seele baumeln lassen - und genüsslich zurückblicken auf unglaublich ereignisreiche und erfolgreiche 60 Jahre.

22. Juli 1974. Rummenigges erster Arbeitstag beim FC Bayern. Wenige Wochen zuvor hatten Franz Beckenbauer, Gerd Müller & Co. erstmals den Europapokal der Landesmeister und zum dritten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Für 17.500 Mark und ein Ablösespiel war der 18-jährige Jung-Profi aus Lippstadt (Nordrhein-Westfalen) verpflichtet worden. Dribbel- und schussstark, extrem schnell, torgefährlich - Rummenigge brachte vieles mit. Dass der Stürmer aber eine derartige Weltkarriere hinlegen würde, war damals noch nicht abzusehen.

Europameister und Fußballer des Jahres

Die ersten Triumphe kamen schnell. Beim zweiten Europapokal-Erfolg des FC Bayern 1975 gegen Leeds United spielte Rummenigge noch keine entscheidende Rolle, beim 1:0-Sieg im Finale im Jahr danach gegen AS Saint-Etienne stand er dann schon in Bayerns Startelf. Der große Durchbruch gelang 1980, als er zu Deutschlands und Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde und mit der Nationalmannschaft in Rom die Europameisterschaft gewann.

Anfang der 80er Jahre war Rummenigge einer der besten Fußballer der Welt. Nur eines blieb ihm als Spieler verwehrt: der Weltmeistertitel. „Uli Hoeneß sagt immer zu mir: Kalle, du kannst machen, was du willst, ich bin mindestens einmal mehr Weltmeister geworden als du“, blickt Rummenigge mit einem Augenzwinkern zurück. Es sollte nicht sein, zweimal (1982, 1986) stand am Ende die Vize-Weltmeisterschaft.

Nach der Endrunde in Mexiko 1986 beendete Rummenigge im Alter von 30 seine Nationalmannschaftskarriere. Zu dieser Zeit schnürte er auf Vereinsebene für Inter Mailand die Schuhe. Bei Bayern war nach dem Pokalsieg 1984 und 162 Bundesliga-Toren (Platz 2 in der ewigen FCB-Torschützenliste) Schluss. Für die Rekordablöse von elf Millionen Mark transferierten die Münchner ihren Stürmerstar nach Italien - Geld, dass der damals klamme FC Bayern sehr gut gebrauchen konnte.

Eine Win-Win-Situation, denn der Schritt ins Ausland hat Rummenigges Leben bis heute geprägt. „Diese Zeit hat mich völlig verändert. Ich habe dort mein Spektrum erweitert, gerade was Lebensqualität betrifft.“ Nach drei Jahren bei Inter (24 Tore) ließ er bei Servette Genf in der Schweiz seine Karriere ausklingen. Mit 33 beendete er im Sommer 1989 seine aktive Laufbahn. „Ich müsste nicht unbedingt noch einmal 20 sein. Aber die Zeit als Spieler war die schönste. Meine zweite Karriere macht mir auch sehr viel Spaß. Aber das Erlebnis, vor 70.000 Menschen ein Tor zu schießen, ist durch nichts zu toppen“, erzählt Rummenigge.

'Das ist das Größte'

Die besagte zweite Karriere begann 1991, als Rummenigge zusammen mit Beckenbauer Vizepräsident des FC Bayern wurde. Kalle, wie er von vielen Weggefährten genannt wird, fand schnell Gefallen an seinem neuen Job. „Fußball ist Emotionalität, aber man muss sie mit der Rationalität, die vom Management verlangt wird, vereinen“, sagt Rummenigge, der den Rekordmeister seit 2002 als Vorstandsvorsitzender anführt.

13 Jahre sind seitdem vergangen. „Ob ich das 20. erlebe, weiß ich noch nicht. Diese Gedanken beschäftigen mich jetzt nicht“, sagt Rummenigge. Das historische Triple-Jahr 2013, fünf Final-Teilnahmen in der Champions League, der Bau der Allianz Arena und unzählige Titel - all dies hat Rummenigge von seinem Büro aus mitgeprägt. Nicht zu vergessen: Der FC Bayern entwickelte sich in dieser Zeit zu einem modernen Unternehmen und weist heute den drittgrößten Umsatz eines Fußballklubs weltweit aus.

„Dass wir mit Barcelona und Madrid in einem Atemzug genannt werden, ist das Größte, was wir alle bei Bayern München in den letzten 20 Jahren bewerkstelligt haben“, so Rummenigge. Dieser Erfolg sei viel mehr wert als „jeder Orden, den man sich an die Brust heften darf. Und das Topclass-Niveau müssen wir zu halten versuchen.“

Dafür investiert Rummenigge, der seit 2008 auch Vorsitzender der Europäischen Klub-Vereinigung (ECA) ist und seit 2015 in der UEFA-Exekutive sitzt, viel Zeit. An seinem 60. Geburtstag lässt es aber auch der vielbeschäftigte FCB-Vorstandschef im Kreise seiner Familie ruhig angehen. „Ich lebe gerne in München, esse gerne italienisch und genieße die Strandspaziergänge im Wind auf Sylt“, verrät er, „viel mehr brauche ich nicht.“

Happy Birthday, Karl-Heinz Rummenigge!

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