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"Es ist noch alles drin"

FCB macht „kein Drama“ aus der Niederlage

Die Stimmung war gedämpft im Festsaal des Hotel Villa Magna, als das traditionelle Mitternachtsbankett des FC Bayern nach einem Champions-League-Auswärtsspiel begann. Mit 0:1 (0:1) hatte der deutsche Rekordmeister kurz zuvor sein Gastspiel beim Vorjahresfinalisten Atlético Madrid verloren und damit die erste Saisonniederlage nach acht Siegen hintereinander hinnehmen müssen.

„Ich glaube, es war leider eine verdiente Niederlage, weil Atlético ein bisschen mehr getan hat als wir. Sie wollten einfach den Sieg mehr“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Ansprache und stellte fest: „Wir hatten Zeiten, da sind wir etwas lieber nach Madrid gefahren, als es im Moment der Fall ist.“ Vor fünf Monaten hatte der FCB an gleicher Stelle ebenso mit 0:1 verloren - wie zwei Jahre zuvor bei Atléticos Lokalrivale Real Madrid.

Allerdings betonte Rummenigge auch, dass es „keinen Sinn macht, ein Drama daraus zu machen“. Mit drei Punkten liegt der FC Bayern in der Tabelle der Gruppe D hinter den Madrilenen auf Platz zwei. „Es ist noch alles drin in der Champions League, auch Platz eins, das sollte man nicht vergessen. Wir haben jetzt noch vier Spiele, in denen alles möglich ist, um als Gruppenerster aus der Geschichte rauszugehen.“

Ancelotti hadert

Das sah auch Trainer Carlo Ancelotti so, der sich seine Rückkehr in die spanische Hauptstadt sicherlich anders vorgestellt hatte. „Es war keine gute Leistung heute. Die ersten zwanzig Minuten waren okay, danach haben wir die Kontrolle ein bisschen verloren.“ Yannick Carrasco (35. Minute) besiegelte mit seinem Treffer Ancelottis erste Champions-League-Niederlage im sechsten Spiel gegen Atlético.

„Verlieren ist immer traurig, wir wollten nicht verlieren. Wir müssen das Spiel jetzt analysieren und sehen, was wir nicht gut gemacht haben“, meinte der Italiener, der nach den intensiven 90 Minuten im mit 48.242 Zuschauern stimmungsgeladenen Estadio Vicente Calderón schon eine erste Fehleranalyse betrieb: „Wir haben wichtige Bälle und Zweikämpfe verloren. Uns hat etwas Tempo gefehlt. Im Großen und Ganzen hatten wir nicht viele Chancen.“

„Nicht den besten Tag erwischt“

Und die, die sich dem Rekordmeister boten, „hätten wir eiskalt nutzen müssen, um hier etwas mitzunehmen“, resümierte Thomas Müller. „Wir haben sicher nicht unseren besten Tag erwischt. Atlético hatte, auch was die Klarheit der Torchancen angeht, ein leichtes Übergewicht.“ Fernando Torres mit einem Pfostentreffer und Antoine Griezmann mit einem vergebenen Foulelfmeter kurz vor dem Ende vergaben weitere gute Möglichkeiten für die Gastgeber. Müller, Franck Ribéry und Robert Lewandowski ließen die besten Chancen der Bayern ungenutzt.

Am Ende waren sich alle einig: Die Niederlage in Madrid ging in Ordnung, ein Beinbruch ist sie für den FC Bayern im Kampf um den Einzug in die K.o.-Phase der Königsklasse aber nicht. „Niederlagen sind manchmal gut, wenn man daraus lernt. Es ist nur wichtig, dass wir direkt am Samstag darauf reagieren gegen den 1. FC Köln und dann die Tabellenführung in der Bundesliga verteidigen“, gab Rummenigge die Marschroute für das letzte Spiel vor der Länderspielpause aus.

Für fcbayern.com in Madrid: Carsten Zimmermann

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