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Interview

Raphael Obermair und der Reiz des Profifußballs

Er gehört längst zum Stammpersonal der Amateure des FC Bayern. Dabei verlief der Start beim Rekordmeister für ihn alles andere als perfekt. Raphael Obermair wechselte vor der Saison vom Regionalligaaufsteiger TSV 1860 Rosenheim an die Säbener Straße. Die Vorbereitung konnte der Mittelfeldspieler aufgrund eines Bruchs des Schienbeinkopfes nicht mit der Mannschaft absolvieren.

Nachdem ihm zunächst die Jokerrolle zukam, stand der 20-Jährige in den vergangenen 14 Partien in der Regionalliga Bayern 13-mal in der Startelf. Zuletzt durfte er sogar des Öfteren mit den Profis des FCB trainieren. Nach drei Siegen in Serie rangieren die Amateure auf dem zweiten Tabellenplatz. Vor dem Duell mit Spitzenreiter, SpVgg Unterhaching, zum Jahresabschluss am kommenden Sonntag sprach Obermair mit fcbayern.com über den Reiz, in Richtung Profifußball zu gehen, eine besondere Auszeichnung und ein vielversprechendes Spitzenspiel.

Das Interview mit Raphael Obermair

fcbayern.com: Hallo Raphael, gegen den TSV Buchbach konntet ihr am Freitag den dritten Sieg in Serie einfahren. Was läuft aktuell besonders gut?
Obermair: „Die drei Siege waren sehr wichtig! Für mich war es die logische Konsequenz der letzten Wochen. Die Leistungen haben bereits gestimmt, nur die Ergebnisse waren noch nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Jetzt belohnen wir uns auch mit den richtigen Ergebnissen.“

fcbayern.com: 38 Punkte nach 20 Spielen, Tabellenplatz zwei - wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf.
Obermair: „Wir können zufrieden sein, dass wir uns jetzt wieder oben festgesetzt und den zweiten Tabellenplatz erobert haben. Unterhaching ist in dieser Saison sicherlich eine Übermannschaft, meiner Meinung nach ist unser Rückstand von 16 Punkten aber zu groß.“

fcbayern.com: Du bist vor der Saison vom Aufsteiger TSV 1860 Rosenheim zu den Amateuren gekommen. Was hat dich dazu bewegt, den nächsten Schritt zu wagen?
Obermair: „Der Reiz, in Richtung Profifußball zu gehen. Auch in Rosenheim waren die Strukturen bereits sehr gut, quasi halb-professionell. Für den FC Bayern zu spielen ist aber natürlich nochmal etwas ganz anderes und da musste ich auch nicht lange überlegen.“

fcbayern.com: Im entscheidenden Relegationsspiel mit Rosenheim hast du dich verletzt und konntest die Vorbereitung nicht mit dem Team absolvieren. Wie schwierig war diese Zeit für dich?
Obermair: „Es war vor allem vom Kopf her schwierig. Ich hatte gehofft, in der Vorbereitung bereits Akzente setzen zu können und so in die Mannschaft zu rutschen. Nach der Verletzung habe ich dann gehofft, dass ich erst einmal hin und wieder Spielpraxis sammeln kann. Dass ich mich dann so schnell in die Stammelf spielen konnte, ist natürlich umso schöner.“

fcbayern.com: Wie war für dich der Wechsel in die professionellen Strukturen und zum täglichen Training bei den Amateuren?
Obermair: „Durch meine Verletzung zu Beginn habe ich eine andere Vorbereitung absolviert und vor allem im körperlichen Bereich zulegen könne. Das war sehr wichtig, um eine bessere Grundlage für die Saison zu schaffen. So gesehen war die Verletzung im Nachhinein vielleicht gar kein so großer Nachteil.“

fcbayern.com: Dein Weg ist ja eher ungewöhnlich verlaufen. Warum hast du vor deinem Wechsel zum FCB nie in einem Nachwuchsleistungszentrum gespielt?
Obermair: „Ich habe in der Jugend bei mehreren Vereinen Probetrainings absolviert, aber irgendwie hat es nie sein sollen. Der Schalter ist bei mir auch erst so richtig mit dem Sprung in den Herrenbereich bei Rosenheim umgelegt.“

fcbayern.com: Seit dem Duell mit deinem Ex-Verein am 9. Spieltag gehörst du zur Stammelf. Wie zufrieden bist du mit deiner individuellen Entwicklung?
Obermair: „Sehr zufrieden! Nach meiner Verletzung hatte ich mir bis zum Winter nicht so viel Spielzeit ausgerechnet. Ich denke, dass mir da auch meine Variabilität zugutekommt.“

fcbayern.com: In den letzten Wochen hast du auch einige Male mit den Profis trainieren dürfen. Inwiefern ist es etwas Besonderes für dich mit Spielern wie Lahm, Müller oder Robben zu trainieren?
Obermair: „Das ist eine besondere Auszeichnung und natürlich nochmal etwas ganz anderes. Man geht mit sehr viel Respekt an die Sache. Ich versuche in jedem Training alles zu geben und 100 Prozent rauszuhauen.“

fcbayern.com: Was kannst du aus den Einheiten mit den Profis für dich mitnehmen?
Obermair: „Vor allem die Handlungsschnelligkeit wird dabei nochmal ganz anders geschult. Bevor man den Ball bekommt, muss man bereits wissen, was der nächste Schritt ist, ins Dribbling zu gehen oder zu passen. Bei den Amateuren hat man da einen Tick mehr Zeit.“

fcbayern.com: Am Sonntag steht mit den Amateuren das Topspiel beim Spitzenreiter, der SpVgg Unterhaching, auf dem Programm. Was erwartest du von der Partie?
Obermair: „Ich erwarte ein absolutes Topspiel, hohes Tempo und viel Kampfbereitschaft von beiden Seiten. Wir wollen den absoluten Willen zum Sieg an den Tag legen. Es wird sicher schwierig, dass Spiel positiv zu gestalten, aber so wie wir im Moment drauf sind, ist auch in Unterhaching alles möglich.“

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