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„Torfluch“ beendet, Wette verloren

Müller: „Ich habe schon ausgezahlt“

Es ist ja nicht so, dass er es nicht probiert hätte. Ganz im Gegenteil! Mit links, mit rechts, mit dem Kopf - Thomas Müller hat es auf alle erdenkliche Art und Weisen versucht. Bis zur 76. Minute beim Heimspiel gegen Wolfsburg am Samstag hatte er in der laufenden Bundesliga-Saison 27 Mal aufs Tor geschossen. Aber der Ball wollte einfach nicht hinter die Linie. Und dann war es plötzlich ganz einfach. Ein abgeblockter Schuss von Arjen Robben kullerte ihm vor die Füße und völlig frei, sechs Meter vor dem Tor konnte sich der 27-Jährige auf seine Torjägerreflexe verlassen. Die Innenseite seines rechten Fußes klappte aus und lenkte den Ball gekonnt in die Maschen.

„Das war kein brillantes, wunderschönes Tor, keine überragende Einzelleistung, sondern ein bisschen erzwungen und glücklich“, meinte Müller, nachdem das „verfluchte Tor“ endlich gefallen war. Nach eine Wartezeit von zwölf Ligaspielen und exakt 999 Minuten. „Es ist schön, dass das mit dem Torfluch jetzt vorbei ist“, atmete Müller auf, „wobei mir das nicht so wichtig war wie den Leuten drumherum. Ich war relativ geschmeidig mit dem Thema. Ich habe das Tor gejagt, aber es hat mich nicht verrückt gemacht.“

Karl-Heinz Rummenigge
„Die Wette hat er auf jeden Fall verloren.“

Unaufgeregt war auch Carlo Ancelotti in den letzten Wochen mit Müllers Torflaute umgegangen. „Natürlich freue ich mich für Müller“, sagte der FCB-Chefcoach nach dem ersten Saisontor seines Angreifers, „aber er macht auch einen guten Job auf dem Platz, wenn er nicht trifft.“ Mit fünf Assists ist Müller aktuell (zusammen mit Franck Ribéry) Topvorbereiter beim FCB. Schon jetzt hat er so viele Treffer vorbereitet wie in der kompletten Vorsaison.

Aber natürlich braucht ein Torjäger auch selbst Tore. Das weiß Karl-Heinz Rummenigge, der sich an seine eigen aktive Zeit erinnert fühlte. „Ich habe das auch bei Gerd Müller  und bei mir selbst erlebt“, sagte der ehemalige Weltklassestürmer, als er am Samstagabend die Allianz Arena bestens gelaunt verließ. „Ich musste ihn ein bisschen motivieren und habe mit ihm gestern gewettet, dass er ein Tor macht“, erzählte Rummenigge, „die Wette hat er auf jeden Fall verloren.“

„Ich habe schon ausgezahlt. Herr Rummenigge hat sich natürlich gefreut“, berichtete Müller lächelnd, als er nach dem Duschen aus der Umkleidekabine kam und wunderte sich ein bisschen über sich selbst: „Es war schon ein bisschen komisch, dass ich gegen mich gesetzt habe.“ Wenn’s hilft...

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