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Da schau her

Scholl rutscht in London ins Glück

Geniale Freistöße waren quasi sein Markenzeichen. Wenn Mehmet Scholl zu einem ruhenden Ball anlief, dann bekamen es viele Torhüter bereits mit der Angst zu tun. Unzählige Tore hat das Schlitzohr so für den FC Bayern erzielt. Dass er dabei einmal nicht elegant aussah, wird Scholli ganz egal sein.

Die Rede ist vom 5. Dezember 2000 in der zweiten Gruppenphase der Champions League, als dieses Bild aufgenommen wurde. Der FCB gastierte am zweiten Spieltag beim FC Arsenal und kam überhaupt nicht gut in Tritt. Bereits nach vier Minuten gelang Thierry Henry das 1:0 für die Gunners, nach 55 Minuten erhöhte Nwankwo Kanu auf 2:0. Doch nur eine Zeigerumdrehung später erzielte Michael Tarnat den Anschlusstreffer und in der 66. Minute lief Scholl zum Freistoß an.

Über 25 Meter Torentfernung hatte der damals 30-Jähre zu überwinden. Unser Siebener lief an und kurz nachdem er die Kugel traf, zog es ihm die Füße auf dem nassen Boden weg. Der Flugkurve hat dies aber nicht geschadet, denn der Ball segelte hinweg über die Mauer und hinein ins Kreuzeck. Torhüter Alexander Manninger konnte nur staunen und hinterhersehen. Scholl traf zum 2:2-Endstand.

Es war übrigens das erste Mal, dass die Bayern auf Arsenal trafen – ein Duell, das sich in den letzten Jahren zu einem Klassiker entwickelte und am Dienstag die 12. Auflage sehen wird. Was Scholls Traumtor von damals letztendlich Wert war, ist hinlänglich bekannt. Die Bayern übernahmen die Tabellenführung vor Olympique Lyon, Spartak Moskau und eben Arsenal. Diese gaben sie nicht mehr ab, zogen später ins Viertelfinale ein und erreichten das Finale in Mailand. Dort wurde Valencia nach Elfmeterschießen mit 6:5 bezwungen und der FCB sicherte sich den ersten Titel in der Königsklasse nach 25 Jahren.

Unter der Rubrik "Da schau her" wird fcbayern.com in regelmäßigen Abständen Fundstücke aus dem Fotoarchiv vorstellen. Freuen Sie sich auf besondere Schnappschüsse.

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