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Bayern glauben ans Weiterkommen

„Es ist noch alles möglich“

Kurz vor Mitternacht schwenkte die Stimmung in der Münchner Allianz Arena doch noch um. Als die Spieler des FC Bayern nach der bitteren Heimniederlage im ersten Champions-League-Viertelfinale gegen Titelverteidiger Real Madrid zu später Stunde den Heimweg antraten, wich die erste Enttäuschung dem Trotz und dem Kampfgeist, im Rückspiel am kommenden Dienstag im Estadio Santiago Bernabéu doch noch die Versetzung ins Halbfinale zu schaffen.

„Es ist natürlich bitter. Wir hatten gehofft, uns eine andere Ausgangslage für das Rückspiel zu erarbeiten“, sagte Torhüter Manuel Neuer nach dem 1:2 (1:0) gegen den spanischen Rekordmeister, zeigte sich aber dennoch zuversichtlich für das Rückspiel: „Wir glauben daran, dass wir es packen können, wir haben trotzdem noch alles in der eigenen Hand.“ Arjen Robben meinte: „Wir müssen erst diese 90 Minuten spielen, dann schauen wir was passiert.“

Bayern dominieren in Halbzeit eins

In den vorangegangenen 90 Minuten sahen die 70.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena eine Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Im ersten Durchgang dominierte der FCB auch ohne die verletzten Mats Hummels und Robert Lewandowski und war dank Arturo Vidals wuchtigem Kopfball (25. Minute) in Führung gegangen. Kurz vor der Halbzeitpause vergab Vidal aber mit einem verschossenen Handelfmeter die große Chance zur möglichen Vorentscheidung.

Nach dem Seitenwechsel traten die Gäste mit mehr Überzeugung auf, Cristiano Ronaldo (47.) gelang kurz nach Wiederbeginn der schnelle Ausgleich. Nach dem Platzverweis gegen den bis dahin starken Javi Martínez (61.), der damit im Rückspiel gesperrt fehlen wird, wurde es „gegen eine spielstarke Mannschaft in Unterzahl schwierig“, wie Kapitän Philipp Lahm einräumte. Mit seinem zweiten Treffer besiegelte Ronaldo (77.) die erste Heimniederlage der Münchner in der Königsklasse nach zuvor 16 siegreichen Partien in Folge.

Volle Kraft voraus

„Die kleinen Details haben heute das Spiel entschieden. Wir haben den Elfmeter verschossen, haben zu Beginn der zweiten Halbzeit das Gegentor bekommen. Der Platzverweis hat das Spiel dann total verändert“, sprach Trainer Carlo Ancelotti hinterher von den „Schlüsselszenen“ des Spiels. Sein Kapitän sah es ähnlich: „Der Bruch im Spiel war das 1:1 kurz nach der Pause, die Gelb-Rote Karte war dann der Genickbruch“, erklärte Lahm.

Am Ende konnten die Münchner sogar „von Glück reden, dass wir nicht noch mehr Tore kassiert haben“, wie Manuel Neuer anmerkte. Mit mehreren Glanzparaden verhinderte der Welttorhüter eine höhere Niederlage. „Manu hat uns da im Spiel gehalten, so dass wir noch alle Möglichkeiten im Rückspiel haben“, meinte Lahm. Thomas Müller sagte: „Eine halbe Stunde zu Zehnt gegen Madrid ist kein Zuckerschlecken. Deswegen sind wir froh, dass es beim 1:2 geblieben ist.“

„Es war viel mehr drin“, ärgerte sich Robben über die Niederlage. Im Vergleich zum klaren 4:1-Sieg am Wochenende gegen Borussia Dortmund habe gegen Real „die letzte Überzeugung gefehlt“, so Robben weiter. Diese gelte es im Rückspiel am kommenden Dienstag wieder „auf den Platz“ zu bringen. „Wir können auch in Madrid gewinnen, nur müssen wir da mehr zeigen, als wir es heute getan haben“, forderte Lahm. Und Müller meinte nur: „Am Dienstag gilt volle Kraft voraus, es ist noch alles möglich. Wir tun alles dafür, dass wir das Ding noch umbiegen.“

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