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Bayern kommen in Schwung

„Es war schon sehr, sehr viel in Ordnung“

Arjen Robben radelte noch ein wenig, Robert Lewandowski flachste, und auch die anderen Bayern schritten zufrieden durch die Katakomben nach einem Pokalspiel, das die Münchner beim Drittligisten Chemnitzer FC souverän gemeistert hatten. „Wir haben verdient 5:0 gewonnen“, sagte Sebastian Rudy, „wir haben mit Geduld gespielt, uns nicht aus der Ruhe bringen lassen, zur Halbzeit 1:0 geführt und danach mehr Chancen gehabt, die wir auch genutzt haben.“

„Wir haben von Anfang an souverän agiert“, war auch Thomas Müller happy mit dem Spiel seiner Mannschaft, die mit 80 Prozent Ballbesitz Ball und Gegner kontrollierte, sich in der ersten Halbzeit aber noch etwas schwertat, Großchancen zu kreieren. „Chemnitz hat wie erwartet mit elf Mann verteidigt, da waren die Räume nicht so vorhanden“, erklärte Müller. Vielleicht schon folgerichtig brach Lewandowski per Freistoß (20.) den Bann. „Wenn du das erste Tor schießt, wird es einfacher“, hatte der Pole schon vor dem Spiel orakelt.

Franzosen-Trio im Torefieber

In der zweiten Hälfte kamen die Münchner dann aber richtig auf Touren. „Da hat die Laufarbeit Früchte getragen, Chemnitz wurde müder, die Lücken größer. Und wir haben einfach so weitergespielt“, freute sich Müller, der kurz nach Wiederbeginn mit Kingsley Coman (51.) jubeln durfte. Der Franzose schoss sein erstes DFB-Pokal-Tor – und das auf Vorlage seines Landsmannes Franck Ribéry, der in diesem Wettbewerb auf 28 Torbeteiligungen kommt (bei 34 Einsätzen). Merci bien!

Die französischen Minuten gingen aber noch weiter. Corentin Tolisso legte Lewandowski das 3:0 (60.) auf, nachdem die Bayern sich wunderbar bis in den Strafraum kombiniert hatten – es war Tolissos erster Assist in einem Pflichtspiel mit dem Rekordpokalsieger. Und Lewandowski schoss im 149. Spiel sein 113. Tor für den FC Bayern; damit zog der Pole mit Mario Gomez (174 Spiele) gleich. Ribéry indes belohnte sich für eine ebenfalls starke Vorstellung noch mit einem Freistoßtor zum 4:0 (79.).

Hummels als Kopfballungeheur

„Auf dem Platz habe ich noch mit Franck gesprochen, wer den nächsten Freistoß schießt“, plauderte Lewandowski aus dem Nähkästchen. „Als es soweit war, war ich dann aber nicht mehr im Spiel“, lachte er. „Franck wollte etwas probieren und hat das sehr gut gemacht.“ Auch dem letzten Tor des Tages durch Mats Hummels (89.) ging eine Standardsituation voraus, der Abwehrmann köpfte nach einer Robben-Ecke ein. Es war bereits Hummels‘ drittes DFB-Pokal-Tor im Bayern-Trikot, und das im erst sechsten Spiel!

„Der Pokal liegt mir irgendwie“, freute sich der Weltmeister, der sich nach dem Training von Kimmich die Bälle auflegen lässt, um sie den Torhütern „um die Ohren zu hauen“, wie er mit einem Grinsen erzählte. „Ich arbeite sehr viel am offensiven Kopfball, damit mal wieder mehr reinfliegen.“ Gejubelt haben die Bayern aber auch für den Vorlagengeber und Rückkehrer Robben. „Er tut alles, um fit zu werden“, weiß Kimmich. „Es tut der Mannschaft einfach gut, wenn noch jemand reinkommt, der Spaß hat, selbst wenn es schon 3:0 steht.“

Mit Optimismus in die Liga

Bleibt noch die große Frage: Ist der Rekordpokalsieger auch bereit für die Bundesliga? Am Freitag geht es schließlich los! „Es war schon sehr, sehr viel in Ordnung heute“, so Hummels, der sicher ist, dass seine Mannschaft „besser als vor zwei Wochen“ ist. Rudy zeigte sich entschlossen: „Gegen Leverkusen wollen wir topfit sein, unser Spiel durchbringen und drei Punkte holen.“ Und auch Müller ist „positiv gestimmt“, denn: „Wir haben alles, was wir brauchen, um am Freitag ein gutes Spiel zu machen.“ Mögen die Spiele also beginnen!

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