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Nach der Niederlage in Paris

„Es ist wichtig, schnell wieder die Kurve zu kriegen“

„Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage“, eröffnete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seine Rede auf dem traditionellen Mitternachtsbankett und blickte in konsternierte Gesichter. Mit 0:3 (0:2) hatte der FC Bayern zuvor im zweiten Champions-League-Gruppenspiel bei Paris Saint-Germain verloren und damit einen empfindlichen Dämpfer im Kampf um den anvisierten Gruppensieg hinnehmen müssen. „Das, was wir heute Abend gesehen haben, war nicht Bayern München“, so Rummenigge weiter.

Dabei hatte sich der deutsche Rekordmeister für das „Prestige-Spiel“ (Rummenigge) im ausverkauften Prinzenparkstadion „viel vorgenommen“, wie Innenverteidiger Niklas Süle hinterher sagte. Doch bereits in der 2. Minute sorgte Dani Alves für die frühe Führung der Gastgeber, die sich fortan auf die Defensive konzentrierten und auf Konter über ihr Angriffstrio um Neymar, Edinson Cavani und Kylian Mbappé lauerten.

„Das Gegentor nach einer Minute ist das schlimmste Szenario, das es gibt. Damit spielst du denen in die Karten“, erklärte ein enttäuschter Arjen Robben nach dem Schlusspfiff. Zwar zeigten sich die Münchner nach dem frühen Rückstand wenig geschockt und hatten in der Folgezeit die größeren Spielanteile, vor dem gegnerischen Tor fehlte ihnen an diesem Abend aber die letzte Entschlossenheit und auch ein wenig das nötige Quäntchen Glück im Abschluss.

„Wir mussten angreifen und PSG hat eben auf Konter gewartet. Wir hatten gute Chancen, aber keine gute Balance, um die Konter zu unterbinden. Das war der Schlüssel“, analysierte Carlo Ancelotti die Partie. Mit einem der angesprochenen schnellen Gegenangriffe erhöhte Cavani (31.) noch vor der Pause auf 2:0. „Wir dürfen uns nicht wundern, dass Paris seine Stärke ausspielen kann, wenn wir gleich 0:1 in Rückstand gehen“, ärgerte sich auch Joshua Kimmich.

Auch nach dem Seitenwechsel versuchten die Bayern alles gegen „recht passive Pariser“, wie Thomas Müller betonte. „Wir hatten relativ viel Platz, haben die Räume aber nicht zwingend genutzt. 18:1 Ecken sprechen eine deutliche Sprache, dass wir viel probiert haben.“ Robben meinte: „Wir haben sehr viele Flanken und Ecken geschlagen in der ersten Halbzeit, auch in der zweiten, haben aber das Tor nicht gefunden.“

Anders die Hausherren, bei denen Neymar (63.) Mitte der zweiten Halbzeit für die Entscheidung sorgte und schließlich die höchste Niederlage des FC Bayern in einer Champions-League-Gruppenphase besiegelte. „Es tut nicht gut, hier zu stehen, und 0:3 verloren zu haben. Wir müssen den Blick nach vorne richten“, forderte Müller. „Hinfallen gehört zum Sport, gehört zum Fußball. Aber das Wichtigste für uns ist, zusammenzuhalten. Sonntag gibt es schon ein neues Spiel. Da müssen wir reagieren, da müssen wir gewinnen und sonst nichts“, ergänzte Robben.

Deutliche Worte fand auch Vorstandschef Rummenigge nach der Niederlage, „die es zu analysieren gilt und über die wir sprechen müssen, und aus der wir in Klartextform Konsequenzen ziehen müssen.“ Im Hinblick auf die bevorstehende Partie in Berlin sei es „wichtig, dass wir nach diesem Spiel schnell wieder die Kurve kriegen und uns als Bayern München präsentieren. Und dann auch zeigen, dass wir eine Mannschaft sind, die in den letzten Jahren in Europa und auch national für Furore gesorgt hat und dass wir daran wieder anschließen.“

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