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Bayerische Franzosen

Tolisso und Coman im Paris-Fieber

Die Lederhosn möchte Corentin Tolisso am liebsten gar nicht mehr ausziehen. „Am Anfang war es schon etwas komisch, Tracht zu tragen. Aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt und würde sie gerne so oft wie möglich tragen“, sagte der französische Neuzugang des FC Bayern. Und es wäre tatsächlich ein schönes Bild: Tolisso reist in Lederhosn zum Champions-League-Auswärtsspiel nach Paris...

Soweit wird es wohl nicht kommen. Dennoch will der 23-Jährige am Mittwochabend im Prinzenparkstadion die bayerische Fahne hochhalten. „Wir fahren nach Paris, um zu gewinnen“, sagte Tolisso vor seiner ersten Rückkehr in sein Heimatland mit dem FC Bayern. „Paris wird sehr motiviert sein. Es wird ein großes Spiel“, meinte der französische Nationalspieler.

Sechs Tickets hat Tolisso für die Partie besorgt. „Da ich nicht aus Paris, sondern aus Lyon komme, werden nicht so viele Bekannte von mir ins Stadion kommen. Mein Vater, meine Mutter und meine Schwester müssen arbeiten. Aber einige Freunde werden da sein“, erzählte der Mittelfeldspieler, der in seiner Karriere bisher gegen keinen anderen Klub häufiger gespielt hat als gegen PSG (11 Mal, 1 Sieg, 2 Remis, 8 Niederlagen).

Auch Kingsley Coman wird einige persönliche Unterstützer im Stadion haben, an vorderster Stelle seine Eltern. Wobei sein Vater als Fan von PSG dem Abend zwiespältig entgegenblicken dürfte. Auch der FCB-Profi selbst bezeichnet Paris Saint-Germain als seinen „Herzensklub“. Die Spiele des französischen Hauptstadtklubs verfolgt er regelmäßig im Fernsehen.

Diese Verbundenheit kommt nicht nur durch seinen Vater. Schon als Neunjähriger war Coman in die Nachwuchsabteilung des französischen Hauptstadtklubs gewechselt. Insgesamt neun Jahre trug er das PSG-Trikot und feierte darin im Februar 2013 auch sein Profi-Debüt. Im Parc des Princes zu spielen – „davon habe ich als Kind geträumt“, erzählte er.

„Auf dem Rasen hört die Freundschaft auf“

Bis heute ging dieser Traum allerdings erst einmal in Erfüllung. „Umso mehr freue ich mich, jetzt mit Bayern dahin zurückzukommen“, meinte Coman, der insgesamt vier Mal für die erste Mannschaft der Pariser zum Einsatz kam. Mit PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe teilte er sich ein Jahr lang eine Wohnung. „Ich habe gekocht, er hat die Hausarbeit gemacht“, erinnert er sich, „Presnel ist wie ein Bruder. Aber auf dem Rasen hört die Freundschaft am Mittwoch auf.“

Paris Saint-Germain sei „ein sehr komplettes Team“, meinte Coman, „aber die Offensive ist schon ihr größter Trumpf. Wir müssen sehr konzentriert sein und zusammen verteidigen, um sie zu stoppen.“ Auch der gebürtige Pariser will sich am Mittwoch die Lederhosn nicht ausziehen lassen.

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