Sieg in Leipzig beflügelt FCB

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Glücklich, aber auch ein wenig müde fuhren die Bayern in ihr Mannschaftsquartier zurück. Nach dem dramatischen 6:5 (1:1) n. E. im DFB-Pokal-Kracher gegen RB Leipzig blieben die Münchner noch in Sachsen, das Nachtlandeverbot in München ließ die Rückreise am späten Mittwochabend nicht mehr zu. „Dieses Spiel hat sehr viele Nerven gekostet", schnaufte etwa Arjen Robben durch, der konstatierte: „Wir sind glücklich, dass wir weiter sind."

„Es war ein großartiges Spiel", war Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge begeistert von der Partie, die „alles gehalten" hatte, was vorher erwartet worden war. „Es war ein dramatischer Pokalfight. Beide Teams haben sich bis zum Ende verausgabt", hatte auch Jupp Heynckes hochintensive 120 Minuten gesehen, die nicht nur bei den Bayern-Fans für Verzückung gesorgt haben.

Kopfballungeheuer Thiago

Die Partie war gekennzeichnet von großem Kampf und hohem Tempo. Kein Team wollte dem anderen viel Raum geben und die Bayern hatten in der ersten Halbzeit Probleme mit dem frühen Pressing der Gastgeber. „Wir hatten zu viele Fehler im Aufbau. Da sind die brandgefährlich. Wenn du den Ball verlierst, sind die weg", meinte Robben. Nach dem Seitenwechsel hatte der FCB das Geschehen aber besser im Griff und war spätestens nach dem Platzverweis für Naby Keita (53. Minute) das spielbestimmende Team.

Nicht einmal der Rückstand durch einen sicher verwandelten Strafstoß von Emil Forsberg (68.) brachte die Bayern aus dem Konzept, die schnell eine Antwort fanden. Jérôme Boateng bediente Thiago perfekt, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einköpfte (73.). „Den hat Thiago toll gemacht, er ist ja nicht unbedingt als Kopfballungeheuer bekannt", zollte Rummenigge dem Treffer seine Anerkennung und fügte an: „Der war unhaltbar für Gulácsi, der auch stark gehalten hat."

„Haben zu viele Chancen ausgelassen“

Joshua Kimmich

Der ungarische Schlussmann der Leipziger brachte die Bayern schier zur Verzweiflung als er in der Schlussphase mehrmals überragend gegen Thiago (80.), Joshua Kimmich (90.) und Robert Lewandowski (90.+3) parierte und in der Verlängerung das Tor bei einer Doppelchance durch Thiago und Kimmich (100.) quasi vermauerte. Die Entscheidung musste demnach im Elfmeterschießen fallen, wofür Heynckes die richtigen Worte für seine Spieler fand.

„Heynckes hat vor dem Elfmeter zu jedem gesagt: ‚Legt euch den Ball hin und schießt aggressiv'", verriet Rummenigge. Anschließend verwandelten alle Münchner sicher, obwohl Gulácsi ein ums andere Mal in der richtigen Ecke war. So wurde Sven Ulreich zum Matchwinner, als er den Versuch von Timo Werner abwehren konnte.

Schub für die nächsten Wochen

„Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, eine Runde weiterzukommen", zeigte sich der Schlussmann bescheiden und gab das Lob weiter: „Großes Kompliment an unseren Torwarttrainer, der die Elfmeter immer gut analysiert." Somit konnten die Bayern den Abend trotz größter Anstrengungen euphorisiert beenden. „Wenn du ein Spiel so gewinnst, im Elfmeterschießen, dann bekommst du noch mal Energie", strotze Lewandowski vor Selbstbewusstsein.

„Das ist ein wichtiger Schub für uns für die kommenden Wochen", stimmte Rummenigge mit ein und blickte bereits voraus. Am Samstag kommt es in der Liga zum Wiedersehen mit Leipzig, anschließend geht es am Dienstag in der Champions League nach Glasgow, ehe es nächstes Wochenende zum Spitzenspiel in Dortmund kommt. Dementsprechend wollten und konnten die Bayern den Sieg auch nicht zu ausgiebig feiern. „Ich bin nicht so der Biertrinker, aber ein Glas Wasser werde ich mir nehmen. Am Samstag geht es schon weiter und dafür müssen wir alle Kräfte mobilisieren", sagte Ulreich und ging erschöpft aber grinsend Richtung Bett.


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