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Martínez-Interview, Teil 1

„...als hätte ich immer im Mittelfeld gespielt“

Es sind auch die Wochen von Javi Martínez beim FC Bayern. Mit der Rückkehr von Jupp Heynckes war auch ein Comeback des Spaniers auf der Sechs verbunden. Für seine Auftritte erhielt der 29-Jährige seitdem jede Menge positiver Kritiken. fcbayern.com traf sich mit Martínez zum Interview. Im ersten Teil geht es um seine Position, aber auch um die Kapitänsbinde, die er zuletzt in Gladbach erstmals tragen durfte.

Das Interview mit Javi Martínez, Teil 1:

Herzlichen Glückwunsch, Javi! In Gladbach hast du den FC Bayern erstmals als Kapitän angeführt. Wann hast du davon erfahren?
Martínez:
„Der Trainer hat mir bei unserem Snack vor dem Spiel gesagt, dass Jérôme nicht spielen wird. Plötzlich war ich der erfahrenste Bayern-Profi im Kader und bekam die Binde. Das war toll. Ich empfinde es als große Ehre, als erster Spanier bei Bayern die Kapitänsbinde getragen zu haben. Das werde ich nie vergessen.“

Läuft man mit der Binde am Arm anders auf den Rasen?
Martínez:
„Nicht wirklich. Das einzige andere für mich war, dass ich bei der Seitenwahl dabei war. Während des Spiels gab es dann keinen Unterschied. Ich habe sowieso schon immer viel mit meinen Mitspielern gesprochen, ihnen geholfen, sie angefeuert. Das ist ganz normal für mich.“

Leider konntest du bei deinem Kapitänsdebüt keinen Sieg feiern.
Martínez:
„Es war einfach ein schweres Spiel, wie so oft in Gladbach. Natürlich haben wir auch nicht unser bestes Spiel gemacht. Wir haben schon gespürt, dass uns in der Offensive einige Spieler gefehlt haben. Trotzdem haben wir gekämpft und versucht, zumindest noch ein Remis zu schaffen. Aber es sollte nicht sein. Jetzt müssen wir aus unseren Fehlern lernen und weitermachen.“

Du bist inzwischen in deinem sechsten Jahr in München. Übernimmt man da automatisch mehr Verantwortung?
Martínez:
„Ich bin jetzt 29 Jahre alt, seit elf Jahren im Profifußball. Natürlich versucht man da, den Jüngeren zu helfen, ihnen Dinge und Erfahrung weiterzugeben. Ich denke, das ist ganz normal. Aber damit bin ich nicht alleine. Wir haben einige Spieler, die sogar noch länger bei Bayern sind als ich: Manuel Neuer, Thomas Müller, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jérôme Boateng...“

Seitdem Jupp Heynckes zurück ist, spielst du wieder auf der Sechserposition. Wie war dein Sechser-Comeback für dich?
Martínez:
„Ich freue mich, dass ich zurück auf dieser Position bin. Dort fühle ich mich sehr wohl. Ich habe den Großteil meiner Karriere dort gespielt und es fühlt sich an, als hätte ich nie in der Abwehr, sondern immer im defensiven Mittelfeld gespielt.“

Du hast vier Jahre in der Innenverteidigung gespielt. Hattest du gar keine Probleme, deine Spielweise wieder umzustellen?
Martínez:
„Das war kein Problem. Natürlich sind ein paar Details anders, aber nach ein paar Trainingseinheiten hatte ich das wieder intus. Meine Mitspieler haben mir viel geholfen. Da wir meistens den Ball haben und angreifen, ist der Unterschied, ob man im Mittelfeld oder in der Verteidigung spielt, auch nicht so groß. Sowohl die defensiven Mittelfeldspieler als auch die Innenverteidiger müssen viel ohne Ball arbeiten. Sie müssen das Spiel und die Konter des Gegners kontrollieren.“

Das klingt so, als würdest du lieber Sechser als Innenverteidiger spielen.
Martínez: „Ich kann mich da nicht entscheiden. Ich fühle mich auf beiden Positionen gut, beide passen gut zu meinen Qualitäten. Ich würde es so sagen: Ich bin ein Teamplayer und will meiner Mannschaft da helfen, wo sie mich braucht.“

Teil 2 des Interviews erscheint am Donnerstag, den 30. November.

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