Müller glänzt als Torschütze, Antreiber und Motivator

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Zwei Tore, eine Vorlage, dazu unermüdlicher Antreiber und Motivator für das Team -- keine Frage, es müllert wieder beim FC Bayern. In Abwesenheit des noch verletzten Kapitäns Manuel Neuer übernimmt dessen erster Vertreter Thomas Müller Verantwortung und marschiert in allen Bereichen vorneweg. Beim 5:0-Kantersieg gegen Besiktas Istanbul am Dienstagabend ließ der 28-Jährige seinen zuletzt starken Leistungen einen weiteren Gala-Auftritt folgen.

„Das ist eben Müller - er kann's!", schwärmte Trainer Jupp Heynckes nach dem hohen Sieg im Achtelfinal-Hinspiel vom Mann des Abends. „Er ist ein Spieler, der in unserem System ganz wichtig ist, weil er manchmal aus dem Nichts Tore macht. Er ist sehr leistungsstark und kann andere motivieren", lobte Heynckes das Münchner Eigengewächs. „Er ist mit seiner Spritzigkeit, Schnelligkeit, Reaktionsschnelligkeit immer am richtigen Ort. Das macht ihn unverwechselbar."

Richtige Torjäger-Tore

Gegen Besiktas gelangen Müller seine Champions-League-Treffer 41 und 42. In den K.o.-Rundenspielen der Königsklasse haben nur zwei Spieler häufiger getroffen als Müller mit seinen 21 Toren, die beiden Weltfußballer Cristiano Ronaldo (56) und Lionel Messi (38). Erstmals seit dem 6:1-Sieg gegen den FC Porto im April 2015 verbuchte Müller drei Torbeteiligungen in einem CL-Spiel. Insgesamt sieben Torschüsse gab Müller ab, mehr waren es nur im Finale 2012 gegen den FC Chelsea (8).

„Meine Tore waren richtige Torjäger-Tore", freute sich auch Müller über die Art und Weise, wie er seinen Doppelpack gegen den türkischen Meister schnürte. „Das erste war ein typisches Müller-Tor, das zweite war herausragend gemacht. Es sieht bei ihm nicht unbedingt immer höchstelegant aus, aber es ist sehr oft sehr klug und sehr effizient", zeigte sich auch Innenverteidiger Mats Hummels begeistert von seinem Weltmeister-Kollegen.

Große Spielintelligenz

Aktuell erlebe er Müllers „stärkste Phase", seit er im Sommer 2016 zum Rekordmeister zurückkehrte, erklärte Hummels. „Ich habe immer eine Lanze für Thomas gebrochen, weil er ein unheimlich intelligenter Spieler ist." Oft würden Spieler nur danach bewertet, ob ihr Spiel „besonders elegant aussieht" oder „technische Tricksereien dabei sind". Aber das Allerwichtigste für einen Fußballer sei Spielintelligenz. „Und da habe ich bisher keinen kennengelernt, der mehr besitzt als Thomas", betonte der Abwehrspieler.

Neun Treffer hat Müller in der laufenden Saison in allen Wettbewerben erzielt, und „wenn er nicht fünf Wochen verletzt gewesen wäre, hätte er noch mehr Tore", ist sich Heynckes sicher und lobte Müllers Fähigkeit, sich auf die großen Spiele vorzubereiten. „Bei Thomas ist das ganz extrem, er weiß ganz genau, Champions League ist etwas ganz Besonderes, da müssen auch besondere Leistungen erbracht werden."

Müllers besondere Belohnung

Für Müller endete der Arbeitstag dann noch mit einem außergewöhnlichen Trikottausch. Statt eines Besiktas-Profis wählte Müller den deutschen Ski-Abfahrer Thomas Dreßen, der erstmals ein Champions-League-Spiel live erlebt hat. „Es war ein grandioser Abend", schwärmte der Abfahrts-Sensationssieger 2018 von der legendären Streif, der das Bayern-Shirt mit der Nummer 25 erhielt. Dafür durfte Müller Dreßens Leibchen mit der Startnummer 20 vom Super-G-Rennen am Hahnenkamm mit nach Hause nehmen.

„Ein Leiberl vom Kitzbühel-Sieger aus diesem Jahr. Wenn ich das nächstes Mal beim Skifahren dran hab, dann hab ich freie Fahrt - hab ich mit ihm abgemacht", bemerkte Müller, der dann aber doch großen Respekt vor Dreßens Überraschungscoup zeigte: „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich in Kitzbühel da mal runterfahre. Während der Saison auf gar keinen Fall." Da hat Müller ja hoffentlich auch noch ein paar Champions-League-Spiele vor sich.


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