Gedenkstättenfahrt von Bayern-Fans nach Auschwitz

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Vielfalt und Antidiskriminierung gehören zu den zentralen Motiven der pädagogischen Arbeit im deutschen Profi-Fußball. Dem FC Bayern München ist es ein wichtiges Anliegen, Toleranz und Integration zu fördern -- immer auch in Gedenken an den früheren Bayern-Präsidenten Kurt Landauer. Landauer, Ehrenpräsident seit 2013, führte den FC Bayern beinahe 20 Jahre lang. Er stand 1932 bei der ersten deutschen Meisterschaft in der Verantwortung. 1939 musste er wegen seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten in die Schweiz flüchten, kehrte aber nach Ende des 2. Weltkrieges 1947 nach München zurück und bis 1951 auch noch einmal für vier Jahre an die Spitze des FC Bayern.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts Erinnerung vereint begann am Wochenende unter der Gesamtkoordination des sozialpädagogischen Fanprojekts München und mit Hilfe der Mittel des Förderprogramms PFiFF der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Gedenkstättenfahrt für Anhänger des FC Bayern München u.a. nach Auschwitz.

Namenhafte Münchner Institutionen wie das NS-Dokumentationszentrum, die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, das Jüdische Museum am Sankt-Jakobs-Platz und die FC Bayern Erlebniswelt haben das Projekt unterstützt und die inhaltliche Vor- und Nachbereitung in Form von Studientagen und Workshops übernommen.

Aumann legt Kranz nieder

Seit vergangenen Freitag ist eine Gruppe von 24 Bayern-Fans unterwegs in Begleitung von Mitarbeitern des Fanprojekts und des FC Bayern, vertreten durch Mitarbeiter der Erlebniswelt sowie der Fan- und Fanclubbetreuung. Die fünftägige Gedenkstättenfahrt führte und führt sie noch nach Krakau (mit den ehemaligen jüdischen Stadtvierteln Kazimierz und dem Ghetto Podgorze), zum jüdischen Zentrum von Oświęcim, zu den Gedenkstätten Auschwitz I Stammlager und Auschwitz II Birkenau, das ehemalige Vernichtungslager.

Raimond Aumann, Direktor Fan- und Fanclubbetreuung und maßgeblicher Initiator des Projekts, war am Samstag nach Auschwitz gereist, um im Namen des FC Bayern München einen Kranz an der „Todeswand" -- im Hof zwischen Block 10 und 11 -- niederzulegen: „Als FC Bayern nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr und setzen uns aktiv gegen das Vergessen der Verbrechen im Nationalsozialismus sowie gegen aktuellen Rassismus und jede Form der Diskriminierung ein", sagte Aumann. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir dieses Projekt mit großartigen Partnern umsetzen konnten. Dass Bayern-Fans an einem spielfreien Wochenende nach Auschwitz reisen, wo über eine Million Menschen von den Nazis ermordet wurden, nötigt mir großen Respekt ab und macht mir Hoffnung für unsere Zukunft."


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