„Alter Sack“ Wagner stolz auf sein erstes CL-Tor

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Nach dem Schlusspfiff zog Sandro Wagner seinen imaginären Hut. Gestenreich bedankte er sich bei den rund 40.000 Zuschauern im Vodafone Park für „eine unglaublich tolle Erfahrung", wie er sagte. „Respekt vor den türkischen Fans, wie sie ihre Mannschaft immer wieder nach vorne gepeitscht haben! Das ganze Stadion, nicht nur eine Kurve. Auch auf der Bank habe ich Gänsehaut gehabt." Doch nicht nur wegen der unvergleichlichen Atmosphäre wird der FCB-Angreifer das Auswärtsspiel bei Besiktas Istanbul immer in Erinnerung behalten.

Denn 16 Minuten nach seiner Einwechslung Mitte der zweiten Halbzeit erzielte Wagner sein allererstes Champions-League-Tor. Und das auch noch bei seinem ersten CL-Einsatz im FCB-Trikot. „Ich bin mit 30 im Fußball ja schon ein alter Sack -- und habe jetzt noch ein Champions-League-Tor gemacht! Für meinen Verein! Ein toller Abend!", kommentierte er nach dem Schlusspfiff seinen Premierentreffer in der Königsklasse. „Das erfüllt mich mit Stolz, auch wenn's vom Alter her sehr spät ist. Aber das ist mir wurscht. Ich habe jetzt ein Tor!"

In der 84. Spielminute drückte Wagner eine Hereingabe von David Alaba mit der Brust über die Torlinie und sorgte so für den 3:1-Endstand. „Das hat er sich einfach verdient. Er legt sein Herz rein und tut alles, um der Mannschaft zu helfen", freute sich Alaba für seinen Teamkollegen. „Er ist sehr fleißig, wirft alles in die Waagschale", sagte Thomas Müller, „da ist es immer schön, wenn man sich auch in die Torjägerliste eintragen kann."

Wagner belohnt sich selbst

Lob erhielt Wagner auch von Jupp Heynckes. „Sandro hat sich wunderbar eingefügt. Er hat sich reingekniet im Training. Das registriere ich mit großer Freude", berichtete der FCB-Chefcoach über den Winter-Neuzugang aus Hoffenheim. „Ich freue mich, dass er fast immer ein Tor erzielt hat, wenn er eingesetzt wurde. Das ist die Belohnung für das, was er sich tagtäglich auf dem Trainingsplatz erarbeitet."

Insgesamt vier Treffer gelangen Wagner bei seinen bisherigen acht Einsätzen für den FCB. Der gebürtige Münchner fühlt sich aber nicht nur deswegen pudelwohl bei Bayern. „Wir haben einen guten Spirit in der Mannschaft. Sowas habe ich selten erlebt", erzählte er. Für seine eigene Leistung fand er schmunzelnd eine einfache Erklärung: „Bayern München zahlt mir ein fürstliches Gehalt. Deswegen muss ich jeden Tag Gas geben."