Bayern sorgen für „Paradies-Zustand“

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„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", schallte es aus dem Bayern-Fanblock, nachdem der FC Bayern mit dem 6:2 (2:1)-Erfolg bei Bayer 04 Leverkusen auf beeindruckende Art und Weise das Ticket für das Endspiel des DFB-Pokals gelöst hatte. „Wir sind natürlich glücklich, dass wir ins Pokalfinale eingezogen sind", freute sich Jupp Heynckes, der seine letzte Saison als Trainer mit der Reise in die Hauptstadt gerade um eine Woche verlängert hatte. Nach dem 22. Finaleinzug der Vereinsgeschichte ist das Double für den Rekordpokalsieger im Endspiel am 19. Mai im Berliner Olympiastadion zum Greifen nah, der Traum vom Triple lebt weiter. „Fan des FC Bayern zu sein, ist momentan ein Paradies-Zustand", kommentierte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erfreut.

„Das war Werbung für den deutschen Fußball“

Thomas Müller

Hinter Heynckes und seinem Team lagen da 90 intensive Minuten in der BayArena, in denen sich die Münchner mit dem Bundesliga-Dritten einen offenen Schlagabtausch geliefert hatten. „Das war Werbung für den deutschen Fußball", konstatierte Thomas Müller. Denn so deutlich, wie es das Ergebnis letztlich vermuten lässt, war die Überlegenheit der Bayern über weite Strecken nicht. „Ich denke, dass wir heute eine absolute Top-Leistung gebracht haben. Und das gegen eine nicht nur hochbegabte Mannschaft, sondern eine Mannschaft, die wirklich geschlossen wirkt und sehr guten Fußball spielt. Deswegen ist das Ergebnis und das Erreichen des Finales umso höher zu bewerten", analysierte Heynckes nach der Partie.

Robert Lewandowski hatte die Bayern mit einem Doppelschlag früh mit zwei Toren in Führung (3. Minute, 9.) gebracht, doch die Hausherren ließen sich erstmal nicht abschütteln und kamen durch Lars Bender zum Anschlusstreffer (16.). In der Folge setzte Leverkusen die Bayern-Defensive mit schnellen Umschaltspiel immer wieder unter Druck, scheiterte aber ein ums andere Mal an einem glänzend aufgelegten Sven Ulreich im Bayern-Tor. „Zwischendrin war das Spiel eng, obwohl wir so gut losgelegt haben", bemerkte Müller. Nach dem zwischenzeitlichen 3:1 von Thiago stellte der Nationalspieler die Weichen mit seinem Dreierpack in der zweiten Halbzeit auf Finale (52., 64., 79.). Während die Werkself ihre Möglichkeiten nicht nutzen konnte, war der Trumpf der Münchner, dass sie „effektiv waren im Abschluss". Leon Baileys sehenswertes Freistoßtor in der 72. Minute kam viel zu spät für Leverkusen.

Herrlich zollt Leistung der Bayern Respekt

In einer ohnehin intensiven Partie legten die Bayern im zweiten Durchgang noch einmal eine Schippe drauf und bewiesen erneut, dass sie in den entscheidenden Wochen der Saison ihr volles Potenzial abrufen können. Auch der unterlegene Leverkusener Trainer Heiko Herrlich zollte der Mannschaft von Heynckes daher Respekt und fand „die Dominanz, die Effizienz und die Gier in so einem Spiel" beeindruckend. „Das war eine Demonstration der Fußballqualität der Mannschaft, die wir im Moment haben. Die Mannschaft hat es sich verdient, nach Berlin zu fahren", zeigte sich Rummenigge begeistert und blickte bereits auf das anstehende Champions-League-Halbfinale voraus. „Jetzt werden wir nächsten Mittwoch versuchen, noch weiterzugehen, wir ziehen jetzt voll durch."

Den Pokalsieg, sagte Ulreich, habe man sich mit Blick auf das zurückliegende Programm Leipzig, Dortmund und nun Leverkusen verdient. Aber: eins nach dem anderen. Bis zum Heimspiel gegen Madrid geht es darum, die wenigen Fehler zu analysieren und abzustellen. „Das wird ein anderes Spiel", sagte Robben - aber Rummenigge war sich nach der Nacht von Leverkusen sicher: „Wenn einer sie schlagen kann, dann Bayern München."


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