Die Enttäuschung weicht dem Stolz

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Ein ganz bitteres Ende hat die Saison für die U19 des FC Bayern genommen. Durch die 0:3-Niederlage am Samstag beim FC Augsburg verpasste der Nachwuchs des Rekordmeisters denkbar knapp die Süddeutsche Meisterschaft und die damit verbundene Endrunden-Qualifikation um die Deutsche Meisterschaft. Am letzten Spieltag der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest musste das Team von Trainer Sebastian Hoeneß die Tabellenführung doch noch abtreten.

Einzig das schlechtere Torverhältnis gegenüber dem Meister TSG 1899 Hoffenheim entschied letzten Endes zwischen der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals gegen den FC Schalke 04 und dem abrupten Saisonaus. Besonders bitter für die Münchner: Seit der Einführung der A-Jugend-Bundesliga im Jahr 2003 hätten 61 Punkte in der Staffel Süd/Südwest immer zur Meisterschaft gereicht. Es war die beste Punkteausbeute einer U19 des FCB in der Bundesliga seit 15 Jahren. Auf Bundesebene verpasste ein Team mit 61 oder mehr Zählern letztmalig 2011 (Werder Bremen mit 64 Punkten in der Staffel Nord/Nordost) die Staffelmeisterschaft.

Erstmaliger Einzug ins Youth-League-Achtelfinale

„Die Enttäuschung ist groß. Wir hatten uns durch die hervorragende Serie eine sehr gute Ausgangslage verschafft. Umso bitterer ist es, dass wir diese im letzten Spiel nicht nutzen konnten", sagte Trainer Hoeneß. Elf Siege fuhr seine Mannschaft vor dem Spiel in Augsburg in Folge ein. Nach einem verkorksten Start in die zweite Saisonhälfte mit zwei Niederlagen war die Meisterschaft zunächst in weite Ferne gerückt. Es folgte eine fulminante Aufholjagd, unter anderem mit einem 3:2-Auswärtserfolg im direkten Duell bei der TSG 1899 Hoffenheim. Doch die Krönung blieb nach dem 0:3 beim FCA und dem gleichzeitigen 1:1 der Hoffenheimer gegen den VfB Stuttgart aus.

Trotz des bitteren Endes können die Bayern auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Neben der guten Punktausbeute mit zwei Siegen gegen Meister Hoffenheim in der Bundesliga gelang in der UEFA Youth League erstmalig der Einzug in die K.o.-Phase. In einer starken Gruppe mit Paris Saint Germain, Celtic Glasgow und dem RSC Anderlecht setzten sich die Münchner ungeschlagen als Erster durch. Besonders beim 3:1-Heimerfolg gegen Paris wusste die Hoeneß-Elf mit einer herausragenden Leistung zu überzeugen. Im Achtelfinale musste sich der FCB dann aber am Campus mit 2:3 gegen Real Madrid geschlagen geben.

Profieinsätze für Mai, Shabani & Evina

Mit Lukas Mai, der Ende April seinen Profivertrag unterschrieb, Meritan Shabani und Franck Evina feierten darüber hinaus drei Spieler aus dem Kader der U19 in diesem Jahr ihr Bundesligadebüt bei den Profis. Toptorjäger Manuel Wintzheimer wechselt zudem zur Profimannschaft des Hamburger SV.

„Das Team hat sich im Verlauf der Saison hervorragend entwickelt. Darüber hinaus haben die Spieler individuell wichtige Schritte nach vorne gemacht. Die Profieinsätze unterstreichen diese Entwicklung und sind für uns als Nachwuchsabteilung die höchste Auszeichnung. Dass es so knapp nicht mit der Qualifikation für die Endrunde geklappt hat, ist natürlich sehr bitter für die Jungs", meinte Jochen Sauer, Leiter des FC Bayern Campus. „Das bittere Saisonaus lässt uns enttäuscht zurück. Nichtsdestotrotz können wir aber auch stolz sein, auf das, was wir erreicht haben", zog U19-Trainer Hoeneß sein Fazit. Anfang Juli heißt es für ihn, sein Trainerteam und die neue Mannschaft: Auf ein Neues!