Lewandowski enttäuscht über frühes WM-Aus

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Frust und Enttäuschung saßen tief bei Robert Lewandowski. Immer wieder schüttelte der Torjäger des FC Bayern mit dem Kopf und zuckte mit den Schultern, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Zwölf Minuten sprach der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft nach der frustrierenden 0:3-Niederlage seines Teams gegen Kolumbien im zweiten WM-Gruppenspiel. Doch eine Erklärung für das damit verbundene vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier hatte auch er nicht.

„Es bringt nichts, sich etwas vorzumachen - wir waren schwächer", sagte der 29-Jährige nach der zweiten Niederlage seines Teams im zweiten Spiel. „Wir sind alle sauer und traurig." Der Vorrunden-K.o. war auch ein persönlicher Tiefschlag für den Münchner, der gegen Kolumbien klar im Schatten seines Teamkollegen James Rodríguez stand. Mit zwei Torvorlagen hatte der Spielmacher der Kolumbianer entscheidenden Anteil am Sieg der Südamerikaner.

Mit großen Erwartungen waren die Polen nach zwei verpassten Endrunden-Teilnahmen 2010 und 2014 nach Russland gereist, in der Gruppe H galten sie als Favorit. Nach einer tadellosen Qualifikation mit 25 Punkten aus zehn Spielen träumten Lewandowski und Co. vom ersten WM-Achtelfinale seit 1986 - und wurden bitter enttäuscht. Null Punkte und nur ein Treffer stehen nach 180 WM-Minuten für die Polen zu Buche.

„Wir hatten vielleicht eine Gelegenheit in zwei Spielen. Das war's", gab der spät eingewechselte Abwehrchef Kamil Glik zu. Diese hatte Lewandowski, der aber am herausstürmenden Torhüter David Ospina scheiterte. Nur zwei Tore gelangen dem Bundesliga-Torschützenkönig in seinen bislang zehn WM- und EM-Spielen für Polen. „Ich fühle erst einmal Verbitterung, Wut und Ohnmacht", sagte Lewandowski. „Wir waren nicht im Stande, dem Rivalen etwas entgegenzusetzen."

Nun bleibt Lewandowski und seinen Teamkollegen noch das letzte Gruppenspiel gegen Japan am Donnerstag, um für einen anständigen Abschied von der WM-Bühne zu sorgen - und ihre Klasse zu beweisen. Der Münchner versprach bei aller Enttäuschung fast schon trotzig: „Ich will für ein gutes Ergebnis im letzten Match kämpfen."