„Man hat ihm die Pause nicht angemerkt“

Text vorlesen
icon
Schrift vergrößern
icon

Auf diese Verlängerung des Arbeitstages war er nicht eingestellt. Ganze dreimal musste Manuel Neuer auf den Rasen und wieder zurück in die Katakomben, das Unwetter über Klagenfurt ließ weder ein geordnetes Aufwärmprogramm noch den Anpfiff zu. Und so dauerte es schließlich 103 Minuten länger als gedacht, bis der Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft seine lang ersehnte Rückkehr auf den Platz feiern durfte.

„Für Manuel war es nach so langer Zeit ein sehr zufriedenstellendes Comeback", lobte Bundestrainer Joachim Löw nach der 1:2-Niederlage in Österreich, bei der Neuers Rückkehr nach 599 Tagen ohne Länderspiel einer der wenigen Höhepunkte des Abends geblieben war. Einige Male bewahrte der fünfmalige Welttorhüter seine Elf vor weiteren Gegentoren, Neuer war präsent wie eh und je. „Er hat in einigen Situationen sehr gut reagiert. Man hat ihm die Pause nicht angemerkt", so Löw. Sein letztes Pflichtspiel hatte Neuer am 16. September 2017 absolviert, beim 4:0-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FSV Mainz 05.

„Keine Probleme" mit dem Fuß

Auch in der Mannschaft ist das Vertrauen in Neuer riesig. „Ich habe Manu seit zehn Tagen beobachten können. Mein persönlicher Eindruck ist, er ist zu hundert Prozent fit", sagte Sami Khedira. „Wir haben gesehen, dass er im Training voll da ist und dass er sich nicht schont. Er hat eine absolute Präsenz", so der Profi von Juventus Turin. Der frühere Bayern-Stürmer Mario Gomez sagte: „Es ist faszinierend, wie er nach neun Monaten mit dieser Fitness, mit dieser Körpersprache zurückkommt. Ich freue mich sehr für ihn, weil ich weiß, wie viel er für dieses Comeback getan hat", so Gomez. „Er ist unser wichtigster Spieler."

Neuer selbst wollte nach dem Spiel übrigens nicht sprechen. Die drängendste Frage beantwortete also an diesem Abend der Bundestrainer. „Manuel hatte auch nach dem Spiel keinerlei Probleme mit seinem Fuß", so Löw. Die deutschen Fans dürfen sich bei der Weltmeisterschaft in Russland nach derzeitigem Stand der Dinge auf einen topfitten Manuel Neuer freuen!


Diesen Artikel teilen