„Früher bin ich mit Elber-Trikots rumgelaufen“

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In seinem Schrank hängen Olympische Goldmedaillen und zahlreiche andere Auszeichnungen. Aktuell lässt Andreas Wellinger aber auch dem Fan in sich freien Lauf, denn der Skisprung-Olympiasieger von Pyeongchang begleitet den FC Bayern, seinen Lieblingsverein seit Kindestagen, auf der Audi Summer Tour 2018. Im Gespräch mit fcbayern.com hat der 22-Jährige verraten, welche Erfahrungen der Tour er für seine Karriere umsetzen kann, wer seine großen FCB-Idole waren und wie es sich anfühlt, Arjen Robben zu beeindrucken.

Das Interview mit Andreas Wellinger

Wie kam es dazu, dass du den FC Bayern auf der Audi Summer Tour 2018 begleitest?
Andreas Wellinger: „Ich habe eine Einladung von Audi bekommen und ich bin Bayern-Fan, seitdem ich denken kann. Da musste ich das natürlich annehmen, obwohl ich einen Wettkampf absagen musste."

Das war sicher eine schwere Entscheidung, den Wettkampf abzusagen?
Wellinger: „An sich nicht, obwohl ich den Wettkampf vor eigenem Publikum schon sehr gern gesprungen wäre. Aber ich wollte diese Chance hier unbedingt wahrnehmen. Die Trainer und Verantwortlichen haben das zum Glück auch so gesehen und ich durfte mit."

Was sind deine Eindrücke von der Tour?
Wellinger: „Das ist alles wirklich spannend. Ich konnte schon viel mit den Spielern oder auch den Betreuern reden. Das sind super Erfahrungen für mich, die ich dann in meinem Sport umsetzen kann. Es ist interessant, wie sich die Kollegen bei den Terminen oder im Training verhalten."

Einen Termin hattest du selbst mit Arjen Robben, der oft als Musterprofi gilt. Ist er ein Vorbild für dich?
Wellinger: „Ich bewundere ihn schon lange. Er ist ein unglaublich akribischer Athlet. Er gibt andauernd 100 Prozent und will immer gewinnen. Da konnte ich mir einiges abschauen. Er macht alles mit einer beeindruckenden Ruhe. Er hat mir auch von seinem größten Moment, dem Tor im Wembley-Stadion erzählt. Mir geht es aktuell ähnlich, mit den Erfolgen bei Olympia. Es ist sehr spannend, das von anderen Athleten zu hören."

Bei diesem Termin konntest du Robben und Sandro Wagner beeindrucken, als du auf den Gymnastikball gesprungen und drauf gestanden bist. Das war sicher ein cooles Gefühl?
Wellinger: „Ja absolut. Sandro meinte sofort, er will das auch mal ausprobieren. Das ist genau der Austausch, der Spaß macht."

Welche Beziehung hast du zum FC Bayern?
Wellinger: „Ich war schon immer sehr fußballbegeistert und wurde dann auch regional bedingt schnell Bayern-Fan. Ich bin als Kind mit den Trikots von Giovane Elber oder Roy Makaay rumgelaufen. Ich fiebere immer mit und habe gelitten, wenn es Mal nicht gelaufen ist. Wenn ich die Möglichkeit habe in die Allianz Arena zu gehen, dann will ich da immer hin."

Ist diese Tour dann der Moment, wo ein überaus erfolgreicher Profisportler auf einmal wieder zum Fan wird?
Wellinger: „Ein Stück weit definitiv. Ich will jetzt hier aber keine Selfies mit den Spielern machen, da weiß ich einfach selbst, wie das immer ist. Ich möchte ihnen schon ihre Ruhe lassen. Aber wenn es die Chance gibt, sich zu unterhalten, nehme ich das gern mit."

Dein Idol von früher, Giovane Elber, ist auch in den USA dabei. Konntest du mit ihm sprechen?
Wellinger: „Wir haben uns vor Olympia bei einem Teambuilding-Event schon getroffen, da hat Giovane uns Eindrücke von seiner Karriere berichtet. Jetzt hier hat er mir erzählt, dass er im Februar in Brasilien Skispringen geschaut hat. Das ist schon verrückt und extrem cool."

Vor deinen Wettkämpfen sieht man dich selbst oft mit den Kollegen Fußball spielen. Wie würdest du deine Fähigkeiten am Ball einordnen?
Wellinger: „In unserem Team bin ich einer der besseren, aber im Vergleich zu den Jungs hier natürlich der Amateur hoch zehn."


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