Gnabry zahlt Vertrauen mit Leistung zurück

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Selbst die Wahl zum Spieler des Spiels schützt nicht vor Kontrollen. Nach seiner starken Leistung beim 2:0-Auswärtssieg bei AEK Athen musste sich Serge Gnabry noch etwas gedulden, ehe er unter die wohlverdiente Dusche konnte. Der Angreifer musste noch zur Dopingprobe und sich danach noch den Fragen der zahlreichen Medienvertreter stellen, nachdem ihn die UEFA zuvor zum besten Akteur der Champions-League-Partie auserkoren hatte.

Diese Auszeichnung hatte sich Gnabry jedoch verdient. Auf der linken Angriffsseite der Bayern war der 23-Jährige ein steter Unruheherd, band mit seinen Tempodribblings immer wieder mehrere Gegenspieler, um so Platz für seine Teamkollegen zu schaffen und kam auch selbst zu guten Abschlüssen. Einen „Lichtblick" im Spiel nannte ihn später Hasan Salihamidzic. „Er macht das gut, traut sich was zu. Er hat gut Dampf gemacht", sagte der Sportdirektor.

Beide Tore in Athen mit eingeleitet

In der zweiten Hälfte zahlten sich diese Eigenschaften aus: In der 63. Minute zog der U21-Europameister zum Tor und passte auf den hinterlaufenden Rafinha, der den völlig ungedeckten Robert Lewandowski nur noch zum 2:0 bedienen musste. Nur gut zwei Minuten zuvor hatte er Mats Hummels auf ähnliche Weise freigespielt, dessen Hereingabe aber dann erst auf Umwegen Javi Martínez als Schützen der Münchner Führung fand. „Heute hat er in der ersten Halbzeit zwei, drei sehr gute Situationen gehabt und in der zweiten Halbzeit das Tor vorbereitet.", hob Niko Kovac hervor, der sah, dass Gnabry „jetzt immer mehr Selbstvertrauen hat und ich hoffe, dass er es in Zukunft weiter so zeigen kann."

Nach seinem Startelfeinsatz in Wolfsburg hatte der Bayern-Coach den Flügelspieler auch im zweiten Pflichtspiel nach der Länderspielpause in Athen von Beginn an gebracht -- Gnabry zahlte das Vertrauen mit guten Leistungen zurück. „Serge hat es richtig gut gemacht, nicht nur im heutigen Spiel, sondern auch in Wolfsburg", attestierte ihm sein Trainer. Zu Beginn der Saison hatte Gnabry noch mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, dank harter Arbeit im Training hat er sich nun zu einem echten Faktor in der Bayern-Offensive entwickelt.

„Er will sich verbessern" und „arbeitet auch fleißig an sich" -- „ein richtiger Profi", lobte ihn Arjen Robben, der sich über den Einsatzwillen seines Teamkollegen freute: „Ich bin immer im Fitnessraum, aber ich habe jetzt einen Freund dabei. Er bereitet sich immer sehr gut vor", erklärte der Niederländer, der am Samstag im Bundesliga-Spiel in Mainz aufgrund einer Sperre fehlend wird -- aussichtsreicher Kandidat, um den Routinier zu ersetzen, dürfte wohl der flexibel einsetzbare Offensivspieler Gnabry sein.

Noch fehlt ihm ein Tor im Bayern-Trikot

Dann hätte der Außenstürmer auch wieder die Möglichkeit, ein letztes Manko in seinem Spiel zu beseitigen. „Wir haben einige Chancen vergeben, was uns in anderen Partien schon Punkte gekostet hatte. Wir haben das Problem erkannt und arbeiten hart daran im Training", musste Gnabry nach der Partie in Athen eingestehen. Aber „das wichtigste ist, dass wir als Mannschaft gewinnen", sagte der 23- Jährige, der noch immer auf sein erstes Pflichtspieltor für den deutschen Rekordmeister wartet.

In Athen landete der verheißungsvollste Versuch von Gnabry in der 39. Minute am Außennetz des AEK-Gehäuse. Sportdirektor Salihamidzic glaubt jedoch daran, dass bei Gnabry bald der „Knoten platzen" wird. „Ich erwarte wie wir alle von ihm ein Tor", forderte der 41-Jährige mit einem Augenzwinkern und ergänzte: „Aber er macht das gut, haut sich rein. Ich bin sehr zufrieden."


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