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Leidenschaft jenseits des großen Teichs

FC Bayern erfüllt Fan-Träume in Houston

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Mitten im Zentrum von Houston, Texas, hört man plötzlich laute Gesänge – auf Deutsch. „Super, Bayern! Super, Bayern!“ oder „Ein Schuss, ein Tor, die Bayern!“ schallt es durch die schwülheiße Luft. Es ist nicht zu überhören: Der deutsche Rekordmeister ist in der Stadt. Im Rahmen seines Stopps während der Audi Summer Tour 2019 hat der FC Bayern vor dem Spiel gegen Real Madrid zur Fan-Party im Little Woodrow’s Midtown, passenderweise an der Braz(z)os Street gelegen, geladen – und diesem Ruf folgten über 500 FCB-Anhänger.

Mit Spielen, Musik und vielen Gesprächen über ihren Lieblings-Verein vertreiben sie sich die Zeit bis zum Anpfiff. Einer von ihnen ist der elfjährige Nicholas Kiehn. Der glühende Bayern-Anhänger bekam den Ausflug vor wenigen Tagen als Geburtstags-Überraschung von seinen Eltern geschenkt und begab sich daher gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian sowie seinen Eltern Deedee und René auf die mehrstündige Fahrt von Austin nach Houston. Im Bayern-Trikot schwärmt er vom Rekordmeister und freut sich bereits riesig darauf, am Abend sein Idol Robert Lewandowski live zu sehen.

Die Mannschaft vor Ort erleben

Ähnlich geht es seinem Vater, der in Berlin aufwuchs und als Kind ein glühender Anhänger von Karl-Heinz Rummenigge war. So verfiel er dem FCB und daran änderte sich nichts, als er der Liebe wegen über den großen Teich zog. Die Leidenschaft blieb ungebrochen und wurde an die Söhne vererbt. Gemeinsam stehen sie jeden Samstag um 8:30 Uhr auf, um die Bundesliga zu sehen. „Manchmal verschlafe ich aber“, gestand Nicholas, der selbst Fußball spielt. Dank des Spiels in Houston können sie zu besseren Uhrzeiten mitfiebern – und vor allem vor Ort. Deswegen nahmen zahlreiche Fans ähnlich wie die Kiehns viele Kilometer auf sich und so tummelten sich auf der Party Anhänger aus Costa Rica, Mexiko oder allen Teilen der Staaten.

Eine kürzere Anreise hatte Scott Schroder, der aus Houston stammt. Da seine Familie Wurzeln in Cottbus hat, hatte er schon immer ein Faible für den deutschen Fußball und vor allem eine große Leidenschaft für den FC Bayern. „Mein Lieblingsspieler bis heute ist Mehmet Scholl“, meint der 25-Jährige. „Er hat traumhafte Tore geschossen und vor allem immer 1860 erledigt“, führt er aus. Beim Gespräch fällt auf, Schroder weiß so ziemlich alles über das Team von der Säbener Straße.

Großer Fan-Andrang am Stadion

Mehrere Male im Jahr fliegt er sogar nach Deutschland, um Spiele in der Allianz Arena zu sehen. Als er hörte, dass die Münchner in seine Heimatstadt kommen, „hätte ich mir das nie vorstellen können. Als ich ein Kind war, kamen die Bayern nie in die USA. Normalerweise muss ich weit fliegen und jetzt kann ich sogar mit dem Auto zum Stadion fahren“, erzählt er mit großer Vorfreude.

Wenig später geht es dann auch schon weiter zum NRG-Stadium. Vor der Arena konnten die Fans noch mit den Bayern-Legenden Lothar Matthäus und Giovane Elber sowie der Meisterschale Fotos machen. Die Schlange, die sich davor bildete, erstreckte sich über den gesamten Vorplatz. David Hess und sein Vater Nolan stehen dort ebenfalls und freuen sich auf das Treffen mit den ehemaligen Top-Stars. „Mein erstes Trikot war eines von Lothar Matthäus. Es ist unglaublich, ihn hier zu treffen“, schwärmte Nolan, der in Houston lebt und sein Herz schon in der Kindheit an den FCB verlor. Sein Sohn hatte demnach keine andere Chance.

In den Farben vereint

„Ich war noch nie in der Allianz Arena, deswegen musste ich unbedingt hier her kommen“, sagt David, der per Flieger aus Cincinnati anreiste. Mit ihnen wartete Brendan Morgan auf die Foto-Möglichkeit. Obwohl sie sich noch nie vorher getroffen haben, unterhielten sie sich angeregt über den FCB – die Farben verbinden eben. Morgan komm aus Alabama und gründete dort sogar einen Bayern-Fanclub. „Ich wusste, dass es viele Bayern-Fans in den USA gibt. Aber dass er wirklich so viele sind, ist sehr beeindruckend“, meint er.

Während der Partie gegen Real Madrid gaben die Fans dann alles und schrien ihr Team zu einem großartigen 3:1-Sieg. Der kleine Nicholas freute sich riesig, als Lewandowski sogar ein Tor erzielte. Die Münchner haben mit ihrem Stopp in der texanischen Metropole genau die richtige Entscheidung getroffen. Bereits bei der Ankunft am Hotel warteten zahlreiche Anhänger und empfingen den deutschen Rekordmeister herzlich. 150 Fanclubs hat der FCB mittlerweile in den USA und dank der Audi Summer Tour haben diese Mitglieder die Chance, ihr Team hautnah zu erleben – und bayerisches Liedgut in den Straßen zu verbreiten.

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