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Interview

Singh: „Das hat zuhause für sehr viel Aufsehen gesorgt“

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Sarpreet Singh strahlt, als es auf den Platz geht. Nach zwei freien Tagen strotzt der neuseeländische Neuzugang des FC Bayern im Training der Amateure vor Energie. Seit zwei Monaten ist der 20-Jährige in München und fühlt sich sichtlich wohl. Von Beginn an machte der Offensivspieler, der für die Drittliga-Mannschaft der Münchner eingeplant ist, mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Das blieb auch Niko Kovač nicht verborgen. So fand sich Singh bereits nach wenigen Tagen auf dem Trainingsplatz der Profis wieder, reiste mit Manuel Neuer und Co. zur Audi Summer Tour in die USA und spielte unter anderem gegen Real Madrid und Tottenham Hotspur. Zuletzt überzeugte er auch in den Spielen für die Amateure. Bei der 1:2-Niederlage gegen die SpVgg Unterhaching erzielte er äußerst sehenswert sein erstes Pflichtspieltor. fcbayern.com sprach mit Singh über seine ersten Wochen in München.

Das Interview mit Sarpreet Singh

fcbayern.com: Sarpeet, du bist seit zwei Monaten beim FC Bayern. Wie hast du dich eingelebt?
Singh: „Die ersten beiden Monate hätten nicht besser sein können. Meine Mitspieler und das Trainerteam um Sebastian Hoeneß bei den Amateuren haben mich herzlich aufgenommen und schnell in die Mannschaft integriert. Dass ich mit den Profis in die USA reisen konnte und das Vertrauen bekommen habe, dort oder auch beim Audi Cup reichlich Spielzeit zu bekommen, ist natürlich überragend. Insgesamt fühle ich mich bei beiden Mannschaften zugehörig und konnte so auch mehrere Seiten des Vereins, auf dem Campus und an der Säbener, kennenlernen. Ich bin mega glücklich.“

Wie war es für dich, aus der Heimat ins über 18.000 Kilometer entfernte München zu wechseln?
„Mein Zuhause ist wirklich weit weg. Die Entfernung ist ja noch OK, du reist und kommst irgendwann todmüde nach knapp 30 Stunden an. Was im Alltag aber schwierig ist, ist der Zeitunterschied. Wenn ich morgens aufwache, gehen meine Familie und Freunde quasi bald ins Bett und umgekehrt.“

Inwieweit verfolgen deine Familie und deine Freunde in Neuseeland deine Entwicklung in München?
„Sie verfolgen meinen Weg natürlich ganz genau. Durch die sozialen Netzwerke bin ich mit den meisten auch in engem Kontakt. Der Wechsel von der A-League in die 3. Liga bzw. auch die Einsätze bei den Profis haben zuhause für sehr viel Aufsehen gesorgt. Mein Schritt zum FC Bayern war etwas Besonderes.“

Was sind die größten Unterschiede beim FC Bayern im Vergleich zu deinem vorherigen Klub Wellington Phoenix?
„Der FC Bayern ist einer der renommiertesten Vereine der Welt. Der Unterschied zu Wellington ist natürlich enorm. Was die Infrastruktur angeht, die Trainingsbedingungen und natürlich die individuelle Betreuung. Nichtsdestotrotz hatte ich bei Wellington eine unvergessliche Zeit und bin sehr dankbar für alles, was ich dort gelernt habe und von dem ich jetzt profitiere.“

Wie ist der Wechsel zustande gekommen?
„Letzte Saison durfte ich als junger Spieler viele Spiele in der A-League machen und habe einige Tore erzielt und Vorlagen gesammelt. Daraufhin wurde ich für die A-Nationalmannschaft nominiert. Bei der U20-WM in Polen konnte ich mit guten Leistungen überzeugen und habe somit auch das Interesse bei europäischen Vereinen geweckt. Über den Schritt zum FC Bayern bin ich einfach sehr glücklich.“

Du warst schnell auch bei den Profis dabei. Hast du mit solch einer Entwicklung gerechnet?
„Der Wechsel von der australischen Liga nach Deutschland war ein riesiger. Ich wollte mich erst einmal an das Spiel hier gewöhnen und einen Schritt nach dem anderen machen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell einfinde. Und dass ich dann auch noch nach so kurzer Zeit bei den Profis eine Chance bekomme, war natürlich nicht zu erwarten. Aber ich habe es gehofft und freue mich, wenn ich das Vertrauen zurückzahlen kann. Ich habe den Wechsel zum FC Bayern als große Chance gesehen, die ich unbedingt nutzen will.“

Wie war es für dich, unter anderem beim Audi Cup mit Spielern wie Thomas Müller, Robert Lewandowski oder Thiago vor 70.000 Zuschauern auf dem Platz zu stehen?
„Mit Weltmeistern und Weltstars auf dem Platz zu stehen, ist natürlich etwas ganz Besonderes. Als junger Spieler lernst du in solchen Spielen und in jeder Trainingseinheit viel dazu. Es gibt mir Mut, weil es mir zeigt, dass ich dieses Niveau auch erreichen kann, wenn ich hart arbeite."

Bei den Amateuren kommst du überwiegend im offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Wo siehst du deine Stärken?
„Ich liebe das Spiel, die Kombination, den Pass in die Tiefe. Meine größten Stärken sehe ich im kreativen Bereich im offensiven Mittelfeld. Im Zentrum, aber gerne auch über außen, wenn es der Mannschaft hilft.“

In welchen Bereichen hast du noch Verbesserungspotential?
„Als junger Spieler musst du dich überall verbessern - und zwar jeden Tag. Dafür mache ich neben dem normalen Trainingsbetrieb noch Extraschichten und fühle mich topfit.“

Welche Ziele verfolgst du persönlich in dieser Saison?
„Ich möchte helfen, dass wir mit der U23 in der 3. Liga nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Und wenn es auch noch zu einem Bundesliga-Debüt kommen sollte, wäre das natürlich ein Traum. Aber: Step by step.“

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