„Das ist uns eine Lehre“ - Bayern ärgern sich über erste Niederlage

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Den gemeinschaftlichen Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ließen sich Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern am Sonntag nicht nehmen, wenngleich die Feierlaune am Tag zuvor einen kleinen Stimmungsdämpfer erhielt. Durch die überraschende 1:2 (0:0)-Heimniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim verpasste es der deutsche Rekordmeister, vier Tage nach dem glanzvollen Erfolg in der Champions League bei Tottenham Hotspur nachzulegen und seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auszubauen.

„Wir haben es nicht geschafft, das gute Ergebnis und die Euphorie, die wir am Dienstag hatten, in das heutige Spiel mit rein zu bringen", analysierte Trainer Niko Kovač nach dem Schlusspfiff die vorangegangenen 90 Minuten in der ausverkauften Allianz Arena. Nach der „Kür" in der Königsklasse habe sein Team in der Bundesliga die „Pflicht nicht erfüllt". Nach 20 Ligaspielen ohne Niederlage verließen die Münchner erstmals seit acht Monaten (1:3 in Leverkusen) den Platz wieder als Verlierer.

Vier Punkte zwischen Platz eins und zehn

„Jede Serie geht irgendwann mal zu Ende. Das ist immer ärgerlich, egal zu welchem Zeitpunkt", sagte Kovač. „Es ist sicherlich sehr ärgerlich für uns, dass wir heute verloren haben, besonders wenn unsere Konkurrenten Punkte gelassen haben", meinte auch Sportdirektor Hasan Salihamidžić. „Wir waren heute einfach nicht gut." Nach sieben Spieltagen liegen der Tabellenführer und der -siebte lediglich zwei Zähler auseinander.

Mit der torlosen ersten Halbzeit war Kovač noch einigermaßen zufrieden. „Da haben wir gute Szenen gehabt und hätten es besser zu Ende spielen müssen, mit mehr Entschlossenheit." Seine Mannschaft habe es versäumt, „die Überlegenheit im Ballbesitz in sehr gute Chancen umzumünzen". Im zweiten Durchgang hingegen „haben wir es überhaupt nicht gut gemacht. Da haben wir zu viele Fehler gemacht und den Gegner nie unter Druck setzen können", so Kovač weiter.

Lewandowski stellt neuen Rekord auf

Ein Doppelpack von Sargis Adamyan in der zweiten Halbzeit sorgte für den ersten Sieg der Kraichgauer überhaupt in München, Torjäger Robert Lewandowski gelang lediglich der zwischenzeitliche Ausgleich für die Gastgeber. Dass er mit seinem elften Treffer im siebten Spiel einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellte hat, war für den Angreifer nur ein schwacher Trost: „Es freut nicht so, wenn du Tore geschossen hast, aber am Ende steht kein einziger Punkt. Das tut weh. Wir haben genauso viele Punkte wie letzte Woche. Das ist zu wenig."

Kapitän Manuel Neuer sprach nach der ersten Heimniederlage seit einem Jahr von einem „Warnhinweis", dass man in der Liga „nichts geschenkt" bekomme. „Man sieht, dass man auch in der Bundesliga Samstag für Samstag 100 oder 110 Prozent geben muss. Das ist uns eine Lehre", meinte auch Salihamidžić. Die Stimmung für den traditionellen Wiesn-Besuch sei nun „ein bisschen gedrückt", andererseits sei die Veranstaltung auch „eine Teambuilding Maßnahme", wie der Sportdirektor weiter ausführte. Nach der Länderspielpause geht es dann mit dem Derby beim FC Augsburg. Kovač: „Jetzt müssen wir eine neue Serie starten."


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