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Meilensteine aus 120 Jahren

Titelgewinn 1987: FC Bayern löst Nürnberg als Rekordmeister ab

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120 Jahre FC Bayern – das sind 120 Jahre voller Triumphe, Emotionen und Leidenschaft. Anlässlich des 120. Vereinsjubiläums am 27. Februar blickt fcbayern.com auf bedeutende, sportliche Momente in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters zurück.

22 Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga hat der FC Bayern in der Saison 1986/87 den nächsten Meilenstein in seiner Vereinsgeschichte erreicht. Mit dem Gewinn der 10. Deutschen Meisterschaft löste die Mannschaft des damaligen Trainers Udo Lattek den 1. FC Nürnberg als deutschen Rekordmeister ab. Einer der Spieler, die damals Geschichte geschrieben haben, war der heutige Bayern-Trainer Hansi Flick. fcbayern.com hat beim 55 Jahre alten Fußballlehrer nachgefragt.

Das Interview mit Hansi Flick

Herr Flick, in der Saison 1986/87 haben Sie als Spieler mit dem FC Bayern die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Saison?
„Es war die Saison nach der WM in Mexiko und - obwohl wir einige Spieler bei dem Turnier dabei hatten - sind wir gleich ganz gut gestartet. Wir waren der Titelverteidiger und damit natürlich das gejagte Team. Am Ende sind wir aber ziemlich souverän Meister geworden.“

Nicht zu stoppen: Auch der damalige Berliner Karl-Heinz Riedle kann Hansi Flick und die Bayern auf dem Weg zur Meisterschaft nicht aufhalten. 

Das stimmt, nach dem letzten Spiel waren es sechs Punkte Vorsprung auf den Hamburger SV und sogar zehn auf Borussia Mönchengladbach. Können Sie sich an ein spezielles bzw. entscheidendes Spiel aus dieser Saison erinnern?
(überlegt) „Das ist ja alles schon eine Weile her. Ich weiß noch, dass wir kurz nach der Winterpause die Tabellenführung übernommen und bis zum Ende nicht mehr abgegeben haben (am 19. Spieltag nach einem 3:0 gegen Düsseldorf, Anm. d. Red.). Und ich erinnere mich, dass wir in der ganzen Saison nur ein Spiel verloren haben. Das war schon sehr gut damals.“

Für Sie persönlich war es die zweite Meisterschaft, für den FC Bayern dagegen schon der insgesamt zehnte Titelgewinn. Damit wurde der 1. FC Nürnberg als deutscher Rekordmeister abgelöst. Welche Bedeutung hatte diese Bestmarke damals innerhalb der Mannschaft und des Vereins?
„Das war natürlich ein Thema, auch wenn damals diese ganzen Statistiken und Bilanzen keine so große Rolle gespielt haben, wie das heute der Fall ist. Alle wussten, dass wir mit der Meisterschaft Nürnberg ablösen würden. Andererseits kam der Titelgewinn bei sechs Punkten Vorsprung auch nicht aus heiterem Himmel. Und wir hatten kurz zuvor das Landesmeisterfinale in Wien gegen den FC Porto verloren, das hat noch etwas nachgewirkt.“

Hans im Glück: Hansi Flick (li.). Wiggerl Kögl (m.) und Hansi Pflügler (re.) mit der Meisterschale nach dem letzten Spieltag.

Was hat das damalige Team ausgezeichnet?
„Wir hatten eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern wie Norbert Eder, Dieter Hoeneß, Jean-Marie Pfaff oder Klaus Augenthaler. Dazu kamen Lothar Matthäus, Andi Brehme, der in dieser Saison aus Kaiserslautern kam, oder Hansi Pflügler, die alle Mitte 20 waren und auf dem Weg zur besten Phase in ihrer Karriere. Und es gab die Jüngeren wie Hans Dorfner, Wiggerl Kögl, Roland Wohlfahrt und mir. Insgesamt hatten wir eine gute Truppe beisammen.“

Hätten Sie sich damals vorstellen können, dass sie über 30 Jahre später als Trainer beim FC Bayern tätig sein werden?
„Nein, ganz sicher nicht. Ich war damals 21 Jahre alt und gerade einmal ein Jahr zuvor aus Sandhausen nach München gewechselt. Meine Karriere als Spieler lag ja noch vor mir. Der Wunsch, als Trainer zu arbeiten, kam erst viel später.“

Einst Spieler, jetzt Trainer beim FC Bayern: Hansi Flick will auch als Übungsleiter des Rekordmeisters Titel gewinnen.

Sie haben damals als Spieler Geschichte geschrieben mit der Rekordmeisterschaft. Als Trainer könnten Sie in dieser Saison mit dem achten Titelgewinn in Serie und dem 30. insgesamt erneut Historisches schaffen…
(lacht) „Das stimmt, aber diese Zahlen sind am Ende nicht entscheidend. Wichtig ist, dass wir nach dem letzten Spieltag auf Platz eins stehen. Wenn uns das gelingt, werde ich mich genauso freuen über den Titelgewinn wie damals als Spieler.“

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