präsentiert von
Suchen Fill-1
Menü
Nach Vorfällen in Hoffenheim

Rummenigge: „Ich schäme mich zutiefst“

Increase font size Schriftgröße

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, äußerte sich nach dem Schlusspfiff in Hoffenheim in einem Interview zu den Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp und der Solidarität des FC Bayern.

Frage: Was sagen Sie zu den heutigen Vorfällen?
Rummenigge: „Ich schäme mich zutiefst aus Sicht des FC Bayern für diese Chaoten. Es ist der Moment gekommen, wo der gesamte deutsche Fußball gemeinsamen Schrittes gegen diese Chaoten vorgehen muss. Das ist das hässliche Gesicht des Fußballs. Ich schäme mich zutiefst auch Dietmar Hopp gegenüber, der ein ganz feiner Ehrenmann ist und dafür gesorgt hat, dass nicht nur der Fußball, sondern der gesamte Sport in dieser Region ein positives Gesicht bekommen hat. Ich habe mich auch bei ihm entschuldigt. Das ist aber eigentlich nicht zu entschuldigen, was in der Kurve passiert ist. Das ist das ganz hässliche Gesicht des FC Bayern München bei einem Spiel, das eigentlich ein tolles Spiel unserer Mannschaft war. Für diesen Ausgang gibt es überhaupt keine Entschuldigung. Wir haben die Vorkommnisse filmen lassen und werden mit aller Schärfe gegen die Verantwortlichen, die da heute den FC Bayern aufs Tiefste diskreditiert haben, vorgehen. Sie werden am Ende des Tages dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Ich glaube, so wie die Spieler es in den letzten Minuten gemacht haben, ist ein absolutes Zeichen. Das war eine Idee der Spieler in Absprache mit dem Schiedsrichter. Es gibt da ein Prozedere, dass der DFB vorgegeben hat, das ich auch für sehr richtig halte.“

Frage: Wie kann man in Zukunft dagegen, aber auch gegen Homophobie und Rassismus, vorgehen?
Rummenigge: „Ich glaube die Bundesliga, der DFB und alle Klubs haben das immer relativ vorbildlich gemacht. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen. Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht, was in gewissen Kurven oder in vielen Kurven, eigentlich in allen, passiert ist. Wir haben viel zu viel gestattet und mit dem heutigen Tage muss ein Umdenken stattfinden. Man muss jetzt mit aller Intelligenz aber auch mit aller Klarheit und Kraft, die der Fußball durchaus besitzt, dagegen vorgehen. Ich finde es gut, dass das Spiel zum Ende gespielt wurde, wie es gespielt wurde. Das war eigentlich eine absolute Watschn für die Fans des FC Bayern München.“

Frage: Wie haben Sie Dietmar Hopp erlebt?
Rummenigge: „Dietmar war natürlich total emotionalisiert. Wenn man so beleidigt wird, mit solch einer Wortwahl, muss man das auch verstehen. Ich habe ihm dann nur gesagt, dass ich mich nur entschuldigen kann. Gleichzeitig bin ich aber auch überzeugt, dass mit dem heutigen Tag ein Umdenken in unserer Republik stattfinden muss, nicht nur gegenüber Dietmar Hopp, er ist ja nicht die einzige Person, die in der Vergangenheit beleidigt wurde. Wir müssen aufpassen, dass wir den Fußball nicht in Dinge hineinführen, wo er nichts verloren hat. Der Fußball ist ein wunderbares Spiel, an dem wir alle viel Freude haben. Aber wenn ich so etwas wie heute erlebe, dann bin ich schockiert und habe keinen Spaß mehr.“

Frage: Was kann man konkret tun?
Rummenigge: „Diese Leute, wie sie sich heute dargestellt haben, haben in einem Fußballstadion nichts mehr verloren, absolut gar nichts mehr!“

Weitere Inhalte