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DFB-Pokal-Achtelfinale 1977

Als die Profis des FC Bayern auf die Amateure trafen

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Leichter Schneefall begleitete die zwei Mannschaften am 8. Januar 1977 beim Einlauf ins Münchner Olympiastadion zum DFB-Pokal-Achtelfinale. Es war das erste und einzige Mal, dass beide Teams quasi Heimmannschaften waren. Die Partie bestritten der FC Bayern München und die FC Bayern Amateure. 

Die Aufstellungen der beiden Bayern-Mannschaften - mit legendären Spielern auf beiden Seiten!

So kam es zu der Paarung

Vor 6.500 Zuschauern spielten beide FCB-Mannschaften um den Einzug ins Viertelfinale. Die Amateure schafften es in der Saison 1976/77 zum ersten Mal so weit im DFB-Pokal. Kurz zuvor in der Saison 1974/75 änderte sich das Qualifikationssystem des Pokals: Ab sofort waren die „Amateurteilnehmer“ durch den Sieg im Verbandspokal spielberechtigt.

Die Amateure spielten damals in der 3. Liga, wie heute auch. Auf ihrem Weg ins Achtelfinale besiegten sie den SSV Dillenburg, die Sportfreunde Salzgitter und den VfB Stuttgart, der in dieser Saison in die Bundesliga aufgestiegen war. Die Bayern-Profis siegten zuerst gegen Hannover 96 II mit 10:0 und gewannen dann gegen den HSV mit 5:1 und gegen den TV Unterboihingen mit 10:1.

Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge (v.l.) waren damals für die Profis aktiv.

Eine packende erste Hälfte

Die Amateure schienen einen deutlich besseren Start in das FCB interne Duell erwischt zu haben. Bereits in der 13. Minute ging die Mannschaft von Amateure-Trainer Werner Kern durch Wilhelm Reisinger mit 1:0 in Führung. Durch den Treffer schienen die Profis allerdings geweckt worden zu sein. Gerd Müller erzielte einen lupenreinen Hattrick (18./24./27.). Nur zwei Minuten später schoss Eduard Kirschner den Anschlusstreffer für die Amateure. Doch kurz vor der Halbzeit erzielte der für den verletzten Karl-Heinz Rummenigge eingewechselte Rainer Künkel das 4:2 (45.).

Gerd Müller schoss elf Tore im DFB-Pokal 1976/77 in fünf Spielen (hier im Spiel gegen Hannover 96 II).

Der unnachahmliche Torriecher des Gerd Müller

Die zweite Halbzeit begann zwar ruhiger als die erste, allerdings nicht weniger spannend. Profi-Ersatzkeeper Hubertus Licht spielte für den angeschlagenen Sepp Maier von Beginn an und machte sein erstes und einziges Spiel für den FC Bayern - und was für eines! Mit grandiosen Paraden hinderte Licht die Amateure immer wieder am Toreschießen. In der 76. Minute jedoch erzielte der spätere türkische Nationalspieler Erhan Önal den 3:4-Anschlusstreffer. Müller war es dann, der in der 80. Minute mit seinem vierten Treffer zum 5:3 den Deckel für die Profis drauf machte.

Zwei Wochen vor dieser einmaligen Partie gewannen die Profis den Weltpokal.

Der Sieg des Weltpokals zwei Wochen zuvor in Brasilien steckte einigen Profis wohl noch etwas in den Knochen, jedoch nicht dem „Bomber der Nation“. Mit seinen vier Toren gegen stark aufspielende Amateure rettete der Rekordtorschütze des FC Bayern die Profis ins Viertelfinale. Dort verlor man allerdings gegen Hertha BSC mit 2:4 n.V.

Klaus Augenthaler spielte 15 Jahre für die Profimannschaft des FCB.

Amateure überzeugten

Der Kicker schrieb später im Spielbericht, dass deutlich zu merken ist, wie der Leistungsunterschied von Profis und Amateuren kleiner geworden ist. Dies war auch schon in der Folgewoche zu sehen, denn Peter Gruber stieg nach diesem Spiel in den Profikader auf und absolvierte 16 von 17 Rückrundenpartien. Ebenso wurde Vesley Schenk in den Profikader berufen und der damals noch 18-jährige Klaus Augenthaler übernahm in der Saison 77/78 die Liberoposition von Franz Beckenbauer bei den Profis.

Alles weitere Wissenswerte und Interessante über Beckenbauer, Rummenigge und Co. findet ihr hier in der Hall of fame 👇

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