präsentiert von
Suchen Fill-1
Menü
Interview

Niklas Süle: „Ich komme gestärkt zurück“

Increase font size Schriftgröße

Seit Monaten quält sich Niklas Süle täglich für sein Comeback – und sieht langsam Licht am Ende des Tunnels. Im Interview spricht der 24-Jährige über seine Reha an der verlassenen Säbener Straße, die verschobene Europameisterschaft und sein großes Ziel, der beste Innenverteidiger der Welt zu werden. Die volle Länge des Gesprächs gibt es im Mitgliedermagazin „51“.

Das Interview mit Niklas Süle

Niklas, du warst auch während der Corona-Ausgangsbeschränkung fast täglich an der Säbener Straße: War das eigentlich merkwürdig, so allein?
„Doch, schon ein bisschen. Zeitweise waren wir nur zu viert am Gelände, die Tiefgarage war komplett leer. Trotzdem haben wir gut und konzentriert gearbeitet. Neben mir war sonst nur Ivan Perišić da, der nach seiner Knöchel-OP ebenfalls die Reha durchgezogen hat. Also zumindest ein Kollege, mit dem man mal über andere Dinge quatschen kann. Insgesamt ist alles in Ordnung. In meiner Familie sind alle gesund, ich befinde mich mit dem Reha-Training auf der Zielgeraden – auch wenn es gerade eine schwierige Zeit ist, fühle ich mich gut.“

Eine Krise kann auch positive Seiten haben – du etwa hast mehr Zeit für dein Comeback bekommen.
Die Situation ist schwierig, diese Pandemie hat für uns alle ungeahnte Ausmaße angenommen. Aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich wichtige Zeit in der Reha gewonnen habe. Ich bin zwar sicher, dass ich auch beim normalen Zeitplan bei der EM gespielt hätte, aber so wurde das Zeitfenster größer.“

Es ist dein zweiter Kreuzbandriss im linken Knie – wie bist du damit umgegangen?
Dass es mein zweiter Kreuzbandriss war, hat für mich nie eine Rolle gespielt. Im Gegenteil: Ich wusste, was auf mich zukommt und dass ich alles schon einmal bewältigt habe. Ich war schon immer ein positiver Typ. Und dass ich gleich am ersten Tag von Professor Fink in Innsbruck operiert wurde, war wichtig für die Psyche. Nicht lange warten – weiter geht’s. Wenn etwas Schlechtes passiert, versuche ich, das Beste daraus zu machen, sei es im Sport oder im Privatleben. Natürlich hatte ich auch Tage in der Reha, an denen ich am liebsten daheim im Bett liegengeblieben wäre. Vor allem dann, wenn es gerade keine sichtbaren Fortschritte gab. Aber ich habe mich immer wieder motiviert und weitergemacht – auch dank unserer Physios und Fitnesstrainer.“

Als du zu Bayern kamst, standen in Jérôme Boateng und Mats Hummels zwei Weltmeister vor dir. Du hast aber schnell deinen Platz erkämpft. Startest du jetzt wieder aus der Verfolgerrolle – oder hast du ein anderes Standing?
Damals habe ich ja auch nicht bei null angefangen. Obwohl ich wusste, wer vor mir ist, hatte ich mir zugetraut, Druck zu machen. An Selbstvertrauen hat es mir noch nie gemangelt, sonst wäre ich sicher nicht zum FC Bayern gewechselt. Ich bin hundertprozentig der Meinung, dass ich nach der Reha gestärkt wieder zurückkomme. Ich werde zwar meine Zeit brauchen, aber ich zweifle nicht.“

Würdest du sagen, du bist inzwischen ein alter Hase – oder immer noch einer, der lernen muss?
Man lernt nie aus, aber als Nationalspieler und in drei Jahren beim FC Bayern konnte ich Erfahrungen auf allerhöchstem Niveau sammeln. Ich sehe mich nicht mehr als Talent. Ich werde im Herbst 25, mein Ziel ist es jetzt, Führungsspieler zu sein. Ich bin kein Lautsprecher, sondern komme mit jedem im Team sehr gut aus und kann so meinen Teil für die Stimmung innerhalb der Mannschaft beitragen. Ein Kapitänstyp wie es Manuel Neuer und Thomas Müller sind oder wie es Joshua Kimmich sicherlich mal sein wird, bin ich eher nicht. Aber ich möchte mit Leistung vorneweg gehen und mit meiner Körpersprache der Mannschaft helfen.“

Du sagtest mal, du willst der beste Innenverteidiger der Welt werden - und du warst da auf einem sehr guten Weg. Neuer Anlauf, oder?
Virgil van Dijk ging mit 27 nach Liverpool und hat dort den Schritt zum besten Abwehrspieler der Welt gemacht. Er ist jetzt mit knapp 30 ganz oben. Als Innenverteidiger hast du ab Mitte 20 die beste Phase: Man hat die nötige Erfahrung und Abgeklärtheit, ist gleichzeitig körperlich topfit. Ich möchte in den nächsten zwei, drei Jahren den nächsten großen Schritt machen. Und wenn die Leute dann sagen, ich gehöre zu den Besten der Welt, freue ich mich. Das ist mein Ziel.“

Anders als van Dijk musst du dafür nicht mal wechseln…
Genau. In Southampton hatte ihn nicht jeder auf dem Zettel, und in Liverpool konnte er noch mal einen Schub machen. Beim FC Bayern habe ich alle Möglichkeiten. Ich werde hart an mir arbeiten, dann habe ich es ganz allein in der Hand, ob ich einer der besten Innenverteidiger der Welt werde oder nicht.“

Das komplette Interview mit Niklas Süle und vieles mehr gibt es in der Mai-Ausgabe unseres Mitgliedermagazin „51“.

Weitere Inhalte