
Ein rot-weiß gestreiftes Shirt, dazu eine schwarze Hose: In dieser Spielbekleidung läuft die PSV Eindhoven traditionell im Philips Stadion auf und stellt damit so manchen Zeugwart vor eine Herausforderung. Da das Outfit viele gängige Farben enthält, müssen die Gästeteams teils wild improvisieren, um sich deutlich unterscheidbar von der Heimelf zu kleiden.
Am Mittwochabend hat das Team von Vincent Kompany in Eindhoven daher das schwarze Champions-League-Jersey mit der roten Hose des Heimtrikots kombiniert – erstmals überhaupt. Dazu trugen die Münchner schwarze Stutzen. Es ist aber nicht die erste ungewöhnliche Trikotzusammenstellung der bayerischen Fußballgeschichte, in der die Münchner in Eindhoven spielen, wie ein Blick in die Historie zeigt. Aber sie brachte erneut Glück, am Ende siegten die Gäste mit 2:1.
1986: Premiere in der „Brasilien-Hose“

Zum ersten Aufeinandertreffen zwischen den Bayern und PSV kam es im Oktober 1986 in Eindhoven. Als Beinbekleidung wählten die Münchner zum weißen Auswärtstrikot mit Nadelstreifen die „Brasilien-Hose“ sowie blaue Stutzen. Die gelb-blauen Trikots in Anlehnung an die brasilianische Seleção hatten die Münchner in jener Saison als Ausweichoutfit im Repertoire und hatten ihren Ursprung schon in der Saison 1983/84, als dem FCB ein Experiment bei der Kleidungswahl dabei geholfen hatte, eine schwarze Auswärtsserie in Kaiserslautern zu beenden (die ganze Geschichte dazu hier). Auch in Holland brachten die Hosen Glück, und die Bayern gewannen nach einem Doppelpack von Reinhold Mathy in der Schlussphase mit 2:0.
1990: Die Hose wird dunkler

Auch beim zweiten Auftritt im Philips Stadion im März 1990 mussten die Bayern kleidungstechnisch in die Trickkiste greifen. Dem Viertelfinale im Europapokal angemessen wählten die Münchner auch aus Aberglaube erneut das weiße Auswärtstrikot mit den feinen Nadelstreifen, kombinierten das aber diesmal mit roten Stutzen und einer dunkelblauen Hose mit roten „adidas-Streifen“. Der FCB betrat damit modisches Neuland und verhalf auch dem damaligen Schiedsrichter Helmut Kohl aus Österreich den Überblick zu behalten – und natürlich auch sich selbst. Durch ein Eigentor von PSV-Verteidiger Eric Gerets in der Nachspielzeit gewann der deutsche Rekordmeister mit 1:0 und zog ins Halbfinale des Landesmeisterpokals ein.
2016: Von wegen graue Maus

In der Saison 2016/17 waren die Bayern besser vorbereitet. Das grau-schwarze Ausweichtrikot mit schwarzer Hose und dunklen Stutzen ließ sich gut mit dem komplett in weiß gehaltenen Auswärtstrikot kombinieren und war vor dem Auftritt in Eindhoven bereits beim Gastspiel bei Atlético Madrid in einer ähnlichen Variante mit weißen Socken zum Einsatz gekommen. Bei der PSV trugen die Münchner zum dunklen Shirt dann eine weiße Hose sowie dunkle Stutzen. Trotz des wenig bunten Erscheinungsbildes präsentierten sich der FCB aber nicht farblos und gewann nach einem Doppelpack von Robert Lewandowski mit 2:1.
Trikotwechsel als Glücksbringer
Im Oktober 1999 verzichtete die PSV im Heimspiel gegen die Bayern übrigens auf das gewohnte rot-weiß-schwarze Heimtrikot und wählte ein blaues Outfit. Die Bayern konnten so wie gewohnt in Rot auflaufen, mussten beim 1:2 in Eindhoven aber die bislang einzige Niederlage in acht Duellen mit den Niederländern hinnehmen. So gesehen werden die Münchner sicher nichts dagegen haben, wenn sie am Mittwochabend das Stadion in etwas ungewohnter Spielkleidung betreten werden.
Mark van Bommel spricht über das Duell seiner beiden Ex-Vereine:

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